Vienna-Rapid

0:4 (0:3)

Das Spiel hatte zwei ungleich Hälften. War die erste Hälfte seitens Rapid noch überwiegend mit Spielern der Kampfmannschaft besetzt, war die zweite Halbzeit eher ein Testspiel für Rapid II. Entsprechend fielen auch die Tore. In der ersten Halbzeit war Rapid klar tonangebend, danach war es eher ausgeglichen mit durchaus tollen Chancen für die Vienna, die aber von Richard Strebinger bravourös vereitelt wurden. Natürlich zählt das Ergebnis nicht sehr viel in einem Testspiel aber ähnliche Testspiele in der Winterpause sind teilweise knapper ausgefallen oder wurden sogar verloren. Und wenn wir uns an das verlorene Cupspiel gegen ebendiese Vienna erinnern, war das heutige Spiel doch recht ordentlich.

Vienna Legenden – Rapid Legenden 2:2

Natürlich freuen wir uns, die Helden von gestern spielen zu sehen. Aber es ist vergleichsweise ein Zeitlupenspiel im Vergleich mit den jeweiligen Kampfmannschaften.

Ambiente

Der sehr gut vorbereitete Stadionsprecher Wolfgang Slavik betonte immer wieder, dass  man hier ein „Rettungsspiel“ erlebe. Ebenso oft dankte er für das Engagement des anderen Traditionsklubs, denn „Tradition verbindet“, meinte er. Wer die Situation der beiden Klubs bedenkt, muss den Eindruck haben, dass Tradition – wie so viele andere Dinge auch – nicht Fußball spielt. Es ist dem punktehungrigen Gegner völlig egal, wie lange der Gegner schon existiert. Tradition ist gut für ein Museum, ist gut für das Selbstverständnis der Fans, verkauft sich gut im Fanshop – aber es spielt leider nicht Fußball. Vielleicht aber doch im Wettbewerb um junge Spiele. An dieser Front kann Rapid sicher aus dem Vollen schöpfen und die Besten für sich auswählen. Diese immer wieder eingebundene Tradition, die sich bei Rapid am allgegenwärtigen Schlüsselwort „Rekordmeister“ festmachen lässt, verleitet Spieler vielleicht allzu leicht dazu, auch zu glauben, dass man das selbst sei, dieser „Rekordmeister“. Mir wäre es lieber, würde man den Spielern weniger oft vergangene Größe vorgaukeln. Was sie brauchen, ist Erfolgshunger und der kommt aus eher bescheidenen Verhältnissen, etwas, was man bei Rapid fast nicht bieten kann. Wer einmal bei Rapid gelandet ist, hat eher das Gefühl, schon alles erreicht zu haben.

Rapid nimmt auch Testspiele sehr ernst

Dem Aufruf von Rapid, das „Rettungsspiel“ zu besuchen, sind wirklich viele Grün-Weiße gefolgt. 6.200 Zuschauer, mehr als bei so manchem Austria-Liga-Heimspiel. (WAC: 6.053, Altach: 5.879 usw. Quelle: Weltfußball.at) Hier das Bild vom bis auf den letzten Platz gefüllten Fantribüne des Block-West: Aber nicht nur die Fangruppen, auch die Chefetage war vollzählig vertreten. Vom Präsidenten abwärts war alles das, was Rang und Namen hat. Im Bild: Ernst Dokupil, Dr. Erich Haider, Präsident Michael Krammer. Auch das Wetter hat mitgespielt; an diesem Tag waren die Plätze am Westhang viel wärmer als die in der eher unterkühlten Haupttribüne.

Wie viel konnte gerettet werden?

Die Zahlungsverpflichtungen der Vienna werden mit 500.000 Euro kolportiert. Mit den 6.000 Besuchern könnten etwa 100.000,- Euro aufgebracht worden sein. Nicht schlecht! Ebenfalls heute hat die Vienna ein „Alles.-oder-Nichts“ Crowdfunding-Projekt gestartet, bei dem sie aber nur dann Geld erlösen kann, wenn 50.000,- Euro eingesammelt werden können. Wer sich also beteiligen kann und nicht – wie wir – das ganze Geld schon bei Rapid „abgegeben“ hat, findet hier weitere Informationen: „Vienna goes Crowdfunding“

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