§274 StGB Landfriedensbruch

Gestern fand eine sehr interessante Diskussion im Club 2×11 über die zahlreichen Verurteilungen unter Rapid-Anhängern, alle unter Anwendung des umstrittenen Paragrafen 274 „Landfriedensbruch“ in der Hauptbibliothek statt: http://www.club2x11.at/). Es ging um vier Anlassfälle: Westbahnhofprozess, Platzsturm beim Derby, Überfall auf das Kirchweger-Haus und Freundschaftsspiel Rapid-Nürnberg.


vlnr.: Helmut Mitter (Rechtshilfe Rapid), Jakob Rosenberg (ballesterer, Diskussionsleiter),  Nurten Yilmaz (Abgeordnete zum Nationalrat, SPÖ), Andreas Trimmel (Leiter Spielbetrieb und Sicherheit, FK Austria Wien)
Frau Yilmaz verwies gleich zu Beginn darauf, dass hier archaisches Gesetz aus dem tiefsten Mittelalter zur Anwendung kommt. (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Landfriedensbruch).

Nächste Mitgliederversammlung 28.Oktober. Eingeladen wurden Grahovac, Greiml, Murg, Sonnleitner. Auskunft 0677-1899 5070 (Franz)

Für mich riechen alle diese Verfahren wie Verfolgung und nicht wie gerechte Justiz. Es wird nicht einmal ein Versuch unternommen, die spezifischen Gegebenheiten der Fanszene zu verstehen und Maßnahmen zu Sozialisierung extremer Lebenskonzepte zu setzen. Die Gesellschaft will sich von Menschen trennen, die nicht in das bürgerliche Klischee passen. Polizei und Justiz versuchen, durch Anwendung des Paragrafen „Landfriedensbruch“, ähnlich wie seinerzeit des Mafia-Paragrafen für die Tierschützer, die Fanszene bei Rapid zu zerschlagen. Leider können die Fußballfans nicht auf eine so prominente Lobby wie seinerzeit die Tierschützer verweisen. Allein Albert Steinhauser (Grüne, eigentlich ein Austria-Fan) und Nurten Yilnaz (im Rapid Ethik-Rat) erscheinen wie Einzelkämpfer auf weiter Flur. Auch wurde berichtet, dass bei der Austria Fanbetreuung durch Sozialarbeiter aus Geldmangel eingestellt wurde.

Frau Yilnaz gibt etwas Hoffnung, dass dieser Paragraf im kommenden Jahr im Justizausschuss zumindest überarbeitet werden wird.

Es ist bei der Diskussion zum Ausdruck gekommen, dass zwischen der Vereinsführung von Rapid und der Fanszene – ganz im Gegensatz zur Situation bei der Austria – ein Dialog stattfindet, und der Verein seinen Fans zur Seite steht.

Die von den Austrianern eher belächelte „Rechtshilfe Rapid“ (unter dem Motto: wenn man brav ist, braucht man keine Rechtshilfe) hat in Deutschland eine sehr weite Verbreitung und ist bei allen großen Vereinen etabliert.

Man kann bei der Rechtshilfe-Rapid http://www.rechtshilfe-rapid.at/ Mitglied werden (55,- Euro) und damit deren Aktivitäten unterstützen.

Einladung zur Veranstaltung
http://ballesterer.at/aktuell/club-2×11-zu-fans-und-justiz.html

Die Ausgabe 95 des ballesterer befasste sich mit dem Thema „Justiz“
http://ballesterer.at/heft/ballesterer.html&cat_id=361

In unserem Blog wurde schon vor einem Jahr über diese Verurteilungen berichtet:
Nächste Veranstaltung von 2×11 am 5. März
Tagebucheinträge per Mail zugesendet bekommen. Zur Anmeldung
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