Der verflixte Block G

Block G, der schönste Platz im Stadion

Genau genommen ist der schönste Platz der, bei dem man unter Freunden sitzt. So gesehen kann jeder Platz der schönste sein.
Aber die Spezialisten wissen, dass der Block G im ersten Rang des Sektors E die beste Sicht bietet. Im Sektor B steht dieser Block nicht zu Verfügung, denn dort ist er für die teuersten VIP-Karten reserviert. Im Beliebtheitsranking kommen danach die Blöcke G im zweiten Rang von Sektor B oder E.
Die besten Plätze im Happelstadion: Blöcke G im Sektor B und E

Wer aber – so wie ich – gerne fotografiert, der muss den Block G im Sektor B wählen, denn dann sieht er das ganze Geschehen vor dem Spiel frontal und kann das eine oder andere Bild trotz großer Entfernung festhalten.

Nächste Mitgliederversammlung 26.August. Eingeladen wurde die sportliche Führung Didi, Jürgen und Zoki. Auskunft 0677-1899 5070 (Franz)

Stellvertretend für viele andere Fotos hier eine gelungene Kostprobe vom Spiel gegen die Admira.

Christoph Peschek mit der kleine Star Moritz

Im Happel gilt für beste (Fotografier-)Sicht auf den Längsseiten: Block G im Sektor B muss es sein!

Alles Bestens, oder?

Es ist zum Aus-der-Haut-Fahren!

Stefan (sitzt im Block F des Sektors B) ist beim Spiel gegen die Admira der Kragen geplatzt, als ein Freund, der nur einen Sitz neben ihm in diesem exklusiven Block G sitzt aber nicht so wie er (blau) – bei Stiege 3 sondern bei Stiege 4 (violett) ins Stadion gehen muss und dann noch ziemlich kompliziert zu seinem Platz gelangt, weil er sich durch alle Sitzenden hindurch zu seinem Platz vorkämpfen muss.

Man hat den Eindruck, als müsse man den tollen Blick im Block G durch verschiedene Hürden erkaufen.

Es geht um den Block G im 2. Rang des Sektors B. Wir alle, die dort sitzen, kennen die Situation und haben gelernt mit der Einlassprozedur zu leben; es ist ja nur für zwei Jahre. Aber auch, wenn wir diese Phase hinter uns lassen, wird alle Nachkommenden das Zugangsproblem zum Block G quälen.

Alle Sitzplätze eines Blocks sind zu einer bestimmtem Stiege zugeordnet und der Versuch, bei einer anderen Stiege ins Stadion zu kommen scheitert an den modernen elektronischen Kontrollen, die in diesen Fragen null Toleranz haben und dadurch Optimierungsfanatiker wie Stefan auf die Palme bringen.

Diese „Intoleranz“ gilt stadionweit und auch im Sektor E kann es passieren, dass die Zuschauer auf zwei durchaus benachbarten Sitzplätzen bei anderen Stiegen eingelassen werden. Im Sektor E ist das aber weniger problematisch, weil dort zwischen dem ersten und zweiten Rang ein Rundgang ist, von dem aus man jeden beliebigen Block im ersten oder zweiten Rang erreichen kann.

Blick vom Spielfeld auf die Blöcke im Sektor B.
Die VIP-Zone unterbricht den Rundgang und die linke Hälfte des Blocks G ist nur mühsam zu erreichen.

Schuld ist die VIP-Zone

Aber im Sektor B ist dieser Rundgang genau beim Block G durch den VIP-Bereich unterbrochen. Wäre das nicht der Fall, würde der violette Besucher ein Stückchen am Rundgang weiter gehen und dann den für ihn geeigneteren Aufgang wählen.

Die Unterbrechung des Rundgangs durch den VIP-Bereich hat einen zusätzlichen „Querverkehr“ im Block G zur Folge. Denn wenn jemand aus den Blöcken A-F einen Besuch in den Blöcken H-M machen will, dann geht das nicht über den Rundgang denn der ist auf der Höhe des Blocks G unterbrochen.

Wer also im Block G seinen Sitzplatz hat, noch dazu in einer der vorderen Reihen, weiß, dass dort ein ziemlicher Querverkehr ist; einerseits, weil der Zugang ausschließlich von der rechten Seite möglich ist, und darüber hinaus der Durchgang durch die Sitzreihen die einzige Möglichkeit ist andere Blöcke zu besuchen.

Aber genau wegen dieser Unterbrechung des Rundgangs müsste man die Zuordnung der Plätze zu einer Stiege an dieser besonderen Stelle optimieren, damit der störende „Querverkehr“ den Sitzreihen geringer wird.

Im Sektor E, der im Prinzip spiegelbildlich gleich aufgebaut ist, fällt die Zuordnung zu einer Stiege nicht so auf, denn dort gibt es an dieser Stelle keinen abgesperrten VIP-Bereich und auch wenn dann jemand nur bei einer Stiege eingelassen wird, kann er am Rundgang unterhalb der Blöcke jenen Aufgang wählen, der zu seinem Platz am Nächsten ist.

Warum sollte der violette Besucher nicht ebenso wie der hellblaue bei Stiege 3 reingehen können? Richtig, die Software will das so? Und da man das so programmiert hat, kann man das genauso wieder ändern. Die Software hat da nichts dagegen, die Menschen sind’s.

Was könnte man tun?

Wenn man den Rundgang im Bereich der VIP-Zone durchgängig macht, würde wieder eine Situation wie im Sektor E hergestellt und der derzeit gesperrte Bereich würde zu einer „Begegnungszone“ (ähnlich wie in Salzburg) umgewandelt. Eine eher unwahrscheinliche Lösung.

Die Plätze in der linken Hälfte des Blocks G werden der Stiege 3 und die der rechte Hälfte der Stiege 4 zugeordnet. Dadurch wird die besonders betroffene rechte Seite des Blocks G entlastet.

Es führt aber dazu, dass in der Mitte des Blocks G dasselbe empfunden wird wie derzeit zwischen Block E und G, denn benachbarte Sitze sind in der Mitte verschiedenen Stiegen zugeordnet.

Man müsste daher zusätzlich Toleranz ins System einbauen (was sich ja auch in allen anderen Bereichen des Zusammenlebens sehr bewährt). Man schreibt auf die Karten des Blocks G (und bringt das auch der Software bei) dass dieser Block sowohl die Stiege 3 und Stiege 4 benutzt werden darf. Das löst das Problem für die Abo-Besitzer, nicht aber für die Einmalbesucher, denn die wissen nicht, was vorteilhafter ist.

Daher muss man auf der Eintrittskarte für diese Zwischenblöcke eine der Stiegen zur Hauptstiege erklären, etwa so:
der violette Sitzplatz findet auf seiner Karte: Stiege 3 (oder 2)
der blaue Sitzplatz findet auf seiner Karte: Stiege 3 ( oder 4)
und ein Sitzplatz auf der rechten Seite des Blocks G: Stiege 4 (oder 3)

Eine solche „tolerante“ Zugangskontrolle bietet einen weiteren organisatorischen Vorteil, weil auch bei temporärer Schließung einer Stiege automatisch ein „Backup“-Zugang definiert ist. Darüber hinaus ist das eine Maßnahme, die auf das ganze Stadion anwendbar ist und nicht nur auf den Block G im Sektor B.

Man kann sich leicht überlegen, ob eine solche Änderung je stattfinden wird. Rapid ist im Stadion lediglich einer mehrerer Untermieter wie ÖFB und andere Veranstalter. Zugangs- und Sicherheitsüberlegungen werden von der Stadionverwaltung und nicht von Rapid definiert.

In einem Kommentar der spanischen Zeitung El Pais nach dem Spiel gegen Villarreal wird das Happel-Stadion höflich als „historischer Bau“ beschrieben und das spürt man an allen Ecken und Enden. Wahrscheinlich muss man sich damit abfinden.

Und im neuen Stadion?

Die Sicht auf der neuen Osttribüne wird wegen der großen Nähe und der größeren Steilheit der Tribüne viel besser sein, aber wer als Foto-Knipser von seinem Sitzplatz etwas fotografieren will, der ist im neuen Stadion echt schlecht dran, denn das Geschehen vor einem Spiel findet auf der anderen Seite, auf der Westtribüne statt und daher drehen uns die dortigen Akteure ihren Rücken zu und nichts ist es mit einem schönen Foto. Solche Bilder wie das folgende sind dann – für Fotoamateure – Geschichte.

Spielbeginn beim Spiel Rapid-Admira vom 20.9.2015

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