Wir jagen den -Rekord!

Die triste Tabellensituation hinterlässt Spuren bei allen Akteuren. Der Trainer ist davon überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, wenn der Erfolg zurückkehrt, weil die Arbeit stimmt. Und daran klammern uns auch wir, die Anhänger. Der Abschiedsgesang des Blocks „Marmor, Stein und Eisen bricht…“ kling schon fast ein bisschen makaber.

Bis vor dem Mattersburgspiel gab es eigentlich keine sichtbaren Unstimmigkeiten zwischen den Akteuren. Aber allmählich werden „arrogante“ Pässe gespielt; man könnte auch sagen „schlampige“, denn von wo genau die Arroganz bei diesen Ergebnissen herkommen sollte, ist ein Rätsel.

Man kann dem Optimismus des Trainers durchaus zustimmen; irgendwann kommt der Erfolg zurück. Sicher, und unter jedem Trainer; das ist so im Fußball. Aber nur, wenn man genug Zeit hat, zu warten. Leider hat aber eine Saison nur 36 Runden, dann ist Schluss; wie im Leben.  Und Siege, die sich in der 44. Runde eingestellt hätten, helfen dem Absteiger nicht.

So aber jagen wir einen Negativrekord und wenn sich in den beiden nächsten Spielen das Blatt nicht wendet,…

Negativrekorde

Der bisherige Rekord siegloser Spiele stammt aus der Saison 2012/13  vom 15.12.2012 bis 06.04.2013, damals unter Peter Schöttel. Wir erinnern uns, dass das Cup-Aus gegen Pasching das Ende der Ära Schöttel bedeutet hat. Im Nachhinein betrachtet haben wir damals gegen den späteren Cupsieger verloren, denn auch die Austria und RedBull konnten gegen Pasching nicht gewinnen. Aber das wusste man am 6.4. noch nicht, damals dachte man noch „wer ist Pasching?“. Es war ein bisschen Lospech für Peter Schöttel, denn ein Aus gegen einen der Großen wäre nicht so schwerwiegend gewesen wie eines gegen einen Underdog.

Die oft zitierte Ära Lothar Matthäus brachte es auf 8 sieglose Spiele in Folge.

Die nächste Serie mit 9 sieglosen Spielen stammt aus dem Jahr 1972 und zwar vom 27.09.1972 bis 08.11.1972 unter Ernst Hlozek. Aber nach dieser Serie folgten 7 Siege.

Und davor muss man schon bis in das Jahr 1924 zurückgehen um weitere 8 sieglose Spiele in Folge vom 23.03.1924 bis 19.06.1924 zu registrieren (Damals begleitet von einer Krise im Verein). Man muss aber bei diesen Vergleichen bedenken, dass es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weniger Spiele pro Saison gegeben hat.

Positivrekorde

Es wäre natürlich schöner, einen positiven Rekord zu jagen. Dieser wären 33 Spiele ohne Niederlage 02.05.1987-17.10.1987 unter Otto Baric. Dieses Jahr 1987 war sehr reich an Spielen, denn die Meisterschaft lief bis Ende Juni und im Juli ging es gleich mit dem Supercup los.

Damals wurde zwar mit 2 Punkten pro Spiel gerechnet aber im Sinne der Vergleichbarkeit wurden die Kurven mit 3 Punkten pro Spiel gezeichnet. Beachtet, dass wir uns damals dem Punktemaximum von 3 Punkten genähert haben (im 10-Spiele-Schnitt!)

In einem Interview mit Karl Brauneder beim letzten Stammtisch erzählte dieser eine Anekdote über den damaligen Trainer Otto Baric. Die Details dieser Begebenheit sind nicht wichtig nur blieb dem Zuschauer nach diesem Interview verborgen, wo die Qualitäten dieses unbestrittenen Erfolgstrainers versteckt waren. Und das gilt auch für viele andere Trainer, oft auch Meistertrainer.

Und heute?

Wir liegen derzeit bei 7 sieglosen Spielen in Folge und haben gute „Chancen“, diese Negativrekorde aus 2013 und 1972 einzustellen oder sogar zu überbieten. Das Pikante an der Situation ist, dass das 9. Spiel wieder ein entscheidendes Cup-Spiel ist und damals, vor 5 Jahren bedeutete die Niederlage gegen Pasching das Aus im Cup auch das Aus für Peter Schöttel.

Wenn diese Kurve nur nicht eine „Höllenfahrt“ andeutet!

Die letzten Ergebnisse von St. Pölten lassen schwere Spiele erwartet und von einem Underdog wie damals gegen Pasching wird heute niemand sprechen.

Die Ratlosigkeit bei Rapid spiegelt sich in dem Ausdruck der „Arroganz“ gegenüber der Spielweise der Spieler, weil andere Gründe weit und breit nicht mehr zu sehen sind. Man hat alles Menschenmögliche getan und steht dennoch mit der Rücken zur Wand; nicht nur der Trainer, auch der Verein.

Und die allgemeine Verunsicherung macht das Spiel gegen die Vienna zu einem gar nicht so unbedeutenden Testspiel und Steffen Hofmann hat in einem Interview auf der Hohen Warte die Bedeutung dieses Spiels hervorgehoben. Man will wenigstens dieses kleine Erfolgserlebnis in einem Freundschaftsspiel haben. Bericht von SkySportAustria. Und auch das wird nicht so leicht sein, denn die Vienna startete mit drei klaren Siegen in das Frühjahr, die so etwas wie ein „Jetzt erst recht!“ signalisieren.

Fernsehgelder, leistungsgerecht verteilt

Zuschauer trotz Krise

Obwohl man bei der Begegnung Rapid-Mattersburg nicht von einem Spitzenspiel sprechen kann, kamen 19.600 Zuschauer nach Hütteldorf. (Darunter auch Christopher, ein neuer Leser des Tagebuchs. Willkommen!)

Alle anderen Partien zusammen, inklusive dem „Schlager“ in Salzburg brachten es nur auf 19.300 Zuschauer.

Platzhirsche punkto Fanarbeit

Die Platzhirschen in Sachen Zuschauer sind Rapid und Sturm. Christian Jauk (Präsident Sturm) und Michael Krammer (Präsident Rapid) bezogen aus diesem Grund Stellung gegenüber dem Rest der Liga. Bericht von laola1.

Der Hintergrund ist die Art und Weise wie die Bundesliga in Österreich die Fernsehgelder zuteilt. Während es in Deutschland eine leistungsproportionale Komponente gibt, werden die Fernsehgelder in Österreich gleichverteilt.

Einsame Baustelle am Laaerberg

Bei den ersten wärmenden Sonnenstrahlen der letzen Tage, spazierte ich mit meiner Frau durch Favoriten Richtung Laaerberg und besichtigte die Baustelle am früheren Horr-Platz.

Wie oft war ich in den vergangenen Jahren in der Keisslergasse und brachte viele Bilder vom Bau mit nach Hause. Nie war ich dort allein. Immer waren andere Neugierige mit Handy und Kamera auf Fotosafari. Am Laaerberg ist niemand.

Transparenz bei der Geldzuteilung

Wie man es kommuniziert, wenn Fernsehgelder verteilt werden, das kann man sich bei unseren Nachbarn in Deutschland abschauen. Allein für diesen Aspekt der Verteilung von Fernsehgeld gibt es die unparteiische Webseite Fernseh-Geld.de und hier die Tabelle für die Ausschüttungen für die laufende Saison.

Dort sieht man, dass der letztgereihte Verein Leipzig etwa 23 Millionen und der erstgereihte Bayern 74 Millionen bekommt und das aus der Vermarktung der nationalen und internationalen Bewerbe. Der Faktor wird beim nationalen Bewerb aus dem erreichten Platz in der Liga und international aus der UEFA-Punktezahl errechnet.

Es wäre schon einmal ein Anfang, würde es eine solche Tabelle für die Situation in Österreich geben. Denn es könnte dann jeder den sonderbaren Umstand bestaunen, warum große und kleine Vereine in Österreich gleich viel an Fernsehgeld bekommen.

Informationen sind spärlich und unkonkret

Im Geschäftsbericht der Bundesliga 2016/16 konnte ich eine Erklärung dieser Ausschüttungen nicht finden. Nur an einer einzigen Stelle, auf Seite 16  gab es einen Hinweis aber dort geht es nur um den Anteil, die den Österreicher-Topf betreffen. Demnach werden 5 Millionen aus diesem Anteil ausbezahlt. Aber über die sonstigen ausgeschütteten Beträge steht nichts in dem Heft.

Auch der Rapid-Geschäftsbericht 2015/16 nennt diese Gelder nicht direkt, am ehesten kann man sie im Punkt „Rechteverwertung & Zentralvermarktung“ (nationaler Bewerb) der Gewinn- und Verlustrechnung auf Seite 45 vermuten. Diese wären ca. 1,9 Millionen Euro (wobei aber nicht klar ist, ob da nicht auch noch andere Posten enthalten sind).

[Man kann an den dortigen Zahlen auch gleich ablesen, welchen Verlust es für Rapid bedeutet, nicht international zu spielen. Aus demselben Punkt aber „internationaler Bewerb“ erlösten wir in der vorigen Saison mehr als 10 Millionen Euro.]

Gemessen am Umsatz von Rapid in der Saison 2015/16 von 40 Millionen machen die Fernsehgelder aus dem nationalen Bewerb gerade einmal 5 Prozent aus.

Über die jeweiligen Budgets der anderen Vereine schweigt sich die Bundesliga und auch das aktuelle Bundesliga-Journal aus. Früher gab es dort noch vereinzelt Angaben. Diese Budgetzahlen werden sich für die kleineren Klubs in der Größenordnung von 8 Millionen bewegen, und daher wären die Fernsehgelder 25 Prozent ihrer Einnahmen.

Und wie ist es anderswo?

Am 1.4.2016 berichtet „Die Welt“ über die TV-Gelder in Europa. Demnach werden in Österreich 20 Millionen ausgeschüttet und das stimmt mit den Zahlen aus dem Rapid-Geschäftsbericht gut überein, denn es kommen eben fast 2 Millionen auf einen Verein. Aber dort wird auch darüber berichtet, dass in den verschiedenen Ligen die Popularität der Klubs in die Verteilung der Gelder einbezieht (Dänemark).

Wenn man etwas besteuert oder umgekehrt Geld ausschüttet, dann hat man immer auch gleichzeitig ein Instrument in der Hand, Entwicklungen zu beeinflussen.

Interesse am Fußball

Wäre das Interesse an den Vereinen gleich wie die Verteilung der Fernsehgelder, müsste jede Mannschaft gleich oft ausgestrahlt werden. Das ist aber keineswegs der Fall. In der vorigen Saison wurden vom ORF mit großem Abstand bevorzugt Spiele von Rapid übertragen. Daher trägt Rapid zu den Einschaltziffern zu einem viel höheren Prozentsatz bei als es die kleinen Vereine tun. Siehe Tagebuch-Eintrag „Bundesliga im ORF“.

Würde man nun die Gelder proportional zu diesem ORF-Beliebtheitswert verteilen, ergäbe sich folgendes Bild (Saison 2015/16):

Übertragungen
Anzahl
Übertragungen
%
 Fernsehgeld
Mio
RAP 17 23,6 4 722 222
AUS 13 18,1 3 611 111
RBS 13 18,1 3 611 111
STU 11 15,3 3 055 556
ADM 5 6,9 1 388 889
MAT 4 5,6 1 111 111
ALT 3 4,2 833 333
GRÖ 2 2,8 555 556
RIE 2 2,8 555 556
WAC 2 2,8 555 556
72 100,0 20 000 000

Hier würde also der ORF durch seine Spieleauswahl die Verteilung bestimmen, was sicher nicht gefallen würde. Aber es gibt ja auch andere Modelle. Etwas das dänische, das die Einschaltquote misst oder das spanische, das die Besucherzahlen im Stadion berücksichtigt.

Was auch immer man nimmt, es muss eine Größe sein, die das begünstigt, was man steuern will. Will man also die Besucherzahlen erhöhen, muss man die Fernsehgelder an die Besucherzahlen koppeln.

Verschiedene Verteilungsschlüssel

Jede Art der Verteilung wirkt sich auf die Arbeit der Vereine aus. Wenn – wie in Deutschland – ausschließlich der Tabellenplatz die Höhe des Fernsehgeldes bestimmt, verstärkt man den sportliche Wettbewerb. Wenn – wie in Dänemark – die Einschaltziffern bewertet werden, müssen die Klubs versuchen, populär zu sein. Wenn – wie in Spanien – die Anzahl der verkauften Tickets eine Rolle spielt, dann muss man Zuschauer ins Stadion bekommen. Und so weiter…

In Deutschland sind die Zuschauerzahlen nicht das Problem, denn dort füllt Augsburg sein Stadion genau so wie die Großen. Aber in Österreich sind die Zuschauerzahlen rückläufig und es ist das Anliegen aller, diese Entwicklung umzukehren. Wenn man das will, dann wäre es notwendig, Fan-Arbeit zu belohnen und Maßzahlen zu finden, die eine solche bewerten.

Wie wirkt die proportionale Ausschüttung?

Salopp gesagt bedeutet die proportionale Ausschüttung, dass Rapid seine Gegner finanziell am Leben erhält und sozusagen seine eigene Konkurrenz mitfinanziert. Daher können sich die Gegner der populären Vereine durch diese Ausschüttungsart deutlich teurere Kader leisten.

Rapid arbeitet mit großer Intensität an dem Aufbau seiner Fangemeinde. Was Rapid auf diesem Gebiet leistet, kann man auch schon allein an den Inhalten dieses Tagebuchs ablesen, in dem wir nicht nur die Spiele sondern auch die (uns zugänglichen) Fan-Veranstaltungen beschreiben. Rapid leistet also Fanarbeit, die andere Vereine – über den Umweg der Fernsehgelder – konsumieren. Mehr noch, es gibt für diese anderen Vereine gar keinen besonderen Grund für eine Intensivierung der Fanarbeit, denn das erledigt schon Rapid für sie. Sie bekommen derzeit für mehr Fanarbeit nicht einen Cent mehr, also müssen sie sie nicht aufwenden. Das Vereinskonzept besteht aus einem minimalistischen Aufbau des Vereins und das Geld fließt in den Kader.

(Dass das Kartenbestellsystem in Mattersburg so sein darf wie es ist, also mit Zusendung per Nachnahme ohne online-Bestellmöglichkeit, dass die dortigen Gast-Tribünen unüberdacht sind mit dem kuriosen Highlight „VIP-Gäste mit Regenschutz“, wirkt insgesamt nicht sehr anziehend.)

Das Motiv der Bundesliga

Die Gelder kommen von der Popularität des Fußballs. Dazu gehören alle Klubs, und daher wird gleichverteilt. Dem könnte man sich durchaus anschließen würde sich das bei den ORF-Übertragungen in einer gleichen Anzahl von Übertragungen pro Verein auswirken. aber wie wir schon gesehen haben, ist das nicht der Fall, Rapid dominiert bei den Übertragungen klar.

Vermutlich ist der eigentliche Grund der, dass die kleineren Vereine bei einem anderen Verteilungsschlüssel so geringe Budgets hätten, dass sie nicht ausreichend konkurrenzfähig wären und die Lizensierungsbedingungen nicht erfüllen würden. Für einen kleinen Verein wirkt das Fernsehgeld existenziell absichernd. Weil der kleine Verein aber das zugeteilte Geldvolumen nicht weiter beeinflussen kann, ist lediglich der Klassenerhalt Motivation, nicht aber Fanarbeit.

Und daher hält die Bundesliga an diesem Verteilungs-Kuriosum fest.

Nehmen wir an, Sturm und Rapid setzen sich mit ihrem Wunsch nach mehr Fanarbeit durch und die Bundesliga belohnt diese Aktivitäten durch einen leistungsgerechten Verteilungsschlüssel, kann es leicht passieren, dass die kleinen Vereine nicht mehr konkurrenzfähig sind.

Aufbauarbeit bei Rapid

Als ich das erste Mal im Hanappi-Stadion war, bot sich ein ganz anderes Bild als im Bild von der Abrissparty. Es waren damals, 2001, gerade einmal 4.000 Zuschauer bei einem Ligaspiel im Stadion. Und in alle den Jahren seither konnte ich die kontinuierliche Aufbauarbeit beobachten.

Es liegt nicht daran, dass Rapid ein Hauptstadt-Club ist (das ist die Austria auch), es liegt auch nicht am Rekordmeister (die Austria hat mehr Titel in diesem Zeitraum); es liegt an der großartigen Fanarbeit des Vereins, die ihresgleichen sucht und die sogar international Beachtung findet.

Und genau diese Fanarbeit wird von der Liga durch die gleichmäßige Ausschüttung der Fernsehgelder nicht unterstützt.

Fazit

Ohne Anreize für eine verstärkte Fanarbeit wird es schwerlich gelingen, mehr Zuschauer in die Stadien zu locken. Daran wird auch das neue Spielschema nicht viel ändern. Das Mehr an Zuschauern im oberen Playoff wird den Spielen des unteren Playoffs fehlen.

Sollte es aber doch einen neuen Verteilungsschlüssel geben, wird er wohl aus einem konstanten Anteil und einer leistungsbezogenen Komponente bestehen, um die Unterschiede nicht allzu groß werden zu lassen.

Rapid-Mattersburg

1:1 (1:1)

Der Einsatz von Steffen Hofmann war wohltuend. Er eroberte mit aggressivem Pressing so manchen Ball in der gegnerischen Hälfte. Ganz versteht man nicht, warum er bisher so wenig zum Einsatz kam.

Extrem viele Abspielfehler von Stefan Schwab im Mittelfeld sind uns Laien nicht erklärlich. Ich neige dazu, unsere Mannschaft vor unseren Sitznachbarn zu verteidigen, doch in diesem Fall bekam ich bei jedem diese Fehler einen Hinweis meines Nachbarn; und es waren wirklich viele solcher Hinweise…

Das Spiel war gut, engagiert. Die Besucherzahl und der Support waren gut. Nur das Ergebnis will uns nicht behagen. Gerald Baumgartner hat es in der Pressekonferenz nach dem Spiel konkret so gesagt: „für uns war es wie in Sieg“. Und er begründete auch die Aufstellung von Stefan Maierhofer, dass man mit allen Mitteln versuchen musste, Rapid zu verunsichern; und wenn es nur der Frust des Publikums ist, den man damit in die Höhe treibt, mit dem Effekt, dass Zeit vergeht, während die Feuerzeuge weggeräumt werden.

Dass Damir Canadi schon ziemlich entnervt auf diese Dauerkrise reagiert, kann man verstehen, denn bei ihm geht es um viel; um den Job aber auch um den Ruf, denn warum beim Matchball von Kvilitaia ein Bein in der Schusslinie sein muss, dass hat nichts mit Können oder Nichtkönnen zu tun. Das ist reiner Zufall. Und wäre es gelungen, alle 19600 Besucher wären mit einer gewissen Erleichterung nach Hause gegangen. So aber bestaunen wir alle einen doch recht ungewohnten 7. Tabellenplatz – und es sind noch 10 Runden zu spielen und der Abstand zum Tabellenende beträgt nur mehr 7 Punkte.

Man fragt sich, warum zu einem weniger attraktiven Spiel doch erstaunlich viele Zuschauer gekommen sind. Es geht ihnen allen wahrscheinlich so wie uns: man will es einfach miterleben, wenn Rapid der Befreiungsschlag gelingt. Aber es waren jetzt schon viele Spiele, bei denen man sich das erhofft hat und es will und will nicht eintreten.

Dass hier viel Pech mit im Spiel ist, zeigt aber auch ein genauerer Blick auf die Tabelle: trotzdem Rapid extrem wenige Tore schießt (1,4 pro Spiel), sind es doch die meisten der Vereine in der unteren Tabellenhälfte (36) und gleichzeitig die wenigsten erhaltenen Tore (30) in dieser unteren Hälfte. Unsere Verteidigung steht also nach RB und Sturm auf Platz 3 bezogen auf die kassierten Tore.

Bei dem Video im Vortrag von Damir Canadi am Donnerstag spielte Dimitri Oberlin eine wichtige Rolle, war er doch im vorigen Juli der Matchwinner im Spiel von Altach gegen Rapid. Damir hatte mit Oberlin einen Spieler außerhalb der sonstigen finanziellen Reichweite von Altach zur Verfügung (2,3 Mio). Interessanterweise war im heutigen Spiel gegen Mattersburg wieder so ein Leihspieler der Matchwinner, nämlich David Atanga.

Der Schlusskreis der Rapid-Akteure – eine relativ neue Einführung, wie mir scheint – erschien mir wie ein Trauerkranz…

Spiel in Zahlen

Spieldaten
16 Torschüsse 6
58% Ballbesitz (Anteil Zuspiele) 42%
47% Zweikampfquote 53%
74% Passquote 64%
10 Ecken 3
20 Flanken aus dem Spiel 5
5 Abseits 11
3 Fouls am Gegenspieler 14
Top-Spieler
G. Kvilitaia (4) Torschüsse S. Maierhofer (2)
T. Schrammel (2) Torschussvorlagen D. Atanga (3)
M. Hofmann (91) Ballkontakte Jano (79)
T. Schrammel (75%) Zweikampfquote T. Mahrer (75%)
T. Schrammel (8) Flanken aus dem Spiel D. Atanga (2)

Zufall?

Wenn etwas Auffälliges, Unwahrscheinliches passiert, gibt es auch gleich Verschwörungstheorien. Manche Menschen neigen dazu, solche Situationen auch gleich als „Wink von oben“ zu verstehen. Dass das auch im Fußball vorkommt, ist ganz normal.

Aus der Liste aller Spiele von Stefan Maierhofer für Rapid können wir entnehmen, dass er am 18.3.2008, also vor exakt 9 Jahren taggenau sein 7. Spiel für Rapid absolvierte. (Sein damals 6. Spiel war übrigens gegen Mattersburg und das haben wir 0:1 verloren.) Es war ein Heimderby gegen die Austria vor 16.800 Zuschauern, gepfiffen hat Schiedsrichter Drabek.

Stefan Maierhofer spielte wegen eines Nasenbeinbruchs mit einer Maske und schoss damals zwei Tore.

Ist es nicht verrückt, dass er exakt neun Jahre später wieder mit einer Maske spielt, diesmal gegen Rapid? Und die Merkwürdigkeit komplett zu machen, wären zwei Tore von Stefan angesagt aber dieser ganz besondere Kitsch hat der Zufall nicht angesagt. Es gelingt ihm heute keines.

Wie kann so etwas passieren? Zufall kann das – und viel mehr, eigentlich alles. Eine Pflichtlektüre für Verschwörungstheoretiker ist das Lincoln-Kennedy-Mysterium. Mit jeder Zeile dieser Übereinstimmungen in der Biografie dieser beiden Präsidenten ist man mehr verblüfft. Damit man aber keine voreiligen Schlüsse zieht, gibt es am Ende dieser Liste einen Link zu einer Interpretation, die das Mysterium aufklärt. Kurz gesagt ist es so, dass eine Liste von Vergleichsmerkmalen – je nach Genauigkeit einer solchen Recherche – zwischen zwei Personen viele Tausend Angaben ausmacht. Und die meisten dieser Vergleichsmerkmale sind natürlich nicht gleich. Wenn man aber die verbleibenden Übereinstimmungen aufzählt, meint man, etwas Besonderes entdeckt zu haben.

Ambiente

Der Zielpunkt-Parkplatz schottet sich ab…

… und der St. Hanappi-Imbiss wandert zum KIK. Einer der wenigen Würstelstände mit einer eigenen Facebook-Seite:
https://www.facebook.com/hanappiimbiss

Zwei Promis auf der Ost-Tribüne: Eva Maria Marold mit Arik Brauer.

Links

 

Rapid II-Amstetten

2:3 (1:2)

Ich habe nur die erste Halbzeit gesehen, dann hat mich der Regen vertrieben. Aber diese Halbzeit habe ich so in Erinnerung, dass das Spiel von Rapid II dominiert wurde und es eigentlich nur zwei brenzlige Situationen gab, die aber gleich auch zu einem Tor geführt haben. Leider hat es diesmal nicht zu einem Erfolg gereicht.

Punktgenau zu Spielbeginn blitzte und krachte es über dem Lainzer Tiergarten und gleich darauf setzt der Regen ein, der nach und nach alle Zuschauer unter der Röhre Zuflucht suchen ließ. Ein einsamer Fahnenschwinger hielt die Stellung.

Ein Dachl auf West 1 wäre gut, hätte aber an diesem Tag wegen des starken Westwinds auch nicht viel genützt. Die Zuschauer-Unterbringung auf West 1 ist ein bisschen spartanisch.

Links

EwkiL: Bericht · Bilder
Rapid: Bericht
Weltfußball: Spielbericht

Rapid-Viertelstunde vom 17. 3. 2017

  • Socialman mit Rapid-Beteiligung?
  • Sonnleitner Bundesligaspiele
  • Benefizspiel mit der Vienna fixiert
  • Die Käfigtour startet ins Frühjahr
  • Wie Rapid ein Leben verändert
  • Zum Video

Dein Domizil am Handy

Wer seine Wohnung/sein Haus verlässt und dann doch noch etwas darin ein- oder ausschalten oder nachschauen möchte, ist eigentlich schon ein Anwärter für eine kleine oder größere Hausautomatisierung.

Zum Beispiel wäre die frühere Webcam am Allianz-Stadion ein solches Element, das uns während der Bauzeit des Stadions jedes Detail ins Haus geliefert hat. Genau so könnte man sein Haus, seine Wohnung, durch eine solche Webcam überwachen lassen, um auch im Urlaub nach dem Rechten sehen zu können.

Nicht muss aufgestemmt werden, das System kommt mit den bestehenden Installationen gut zurecht.

Wie macht man so was?

Wie man solche Projekte umsetzt, genau das können wir Euch am kommenden Donnerstag demonstrieren. Kein Verkauf, auch keine Beratung sondern die Demonstration der Steuerung vieler Elemente im Haus/in der Wohnung über das Internet, vor allem natürlich über das Handy. Eine Art „Wie macht man so etwas?“, demonstriert am fertigen Projekt.

Wie Ihr wisst, mitorganisiere ich einen Computer-Club und wir veranstalten zwei Mal im Monat einen Vortragsabend im Keller des Simmeringer Kultuschmmankerl. Alle Themen biete ich Euch nicht da aber gerade dieses Thema kann tatsächlich für jeden von uns einmal ein Thema werden. Wenn ich nur an die Hasen vom Peter denke:-)

Hausautomatisierung könnte man als ein Teilgebiet des „Internet of Things“ bezeichnen. Bei uns bekommt Ihr ein bereits mehrjährig weiterentwickeltes Projekt mit vielen Neuerungen am aktuellen Stand präsentiert. Unser Vortragender Pauli ist Spezialist für Hausautomatisierung und er wird Euch seine Motive für seine Auswahl erklären. Wir erleben eine Live-Demo und Pauli hat wie immer viele Komponenten als Anschauungsmaterial mit.

  • Vortragender: Paul Belcl
  • Donnerstag, 2017-03-23 18:00, Vortrag ab 19:00
  • Kulturschmankerl. Simmeringer Hauptstraße 152, 1100 Wien
  • U3-Simmering, 6/71-Fickeystraße
  • Parken: Kurzparkzone bis 18:00 oder Garage am Anfang der Kaiserebersdorferstraße (5,- Euro)

Ablauf

Beginn ist etwa um 18:00 und wir bestellen uns ein Abendessen oder ein Getränk (das ist sozusagen die Raummiete). Um 19:00 beginnt der Vortrag.

Hier ist ein etwas ausführlicherer Einladungstext mit Beispielen, die uns Pauli konkret zeigen wird und auch die Möglichkeit, sich anzumelden (man muss eigentlich nur Namen und E-Mail-Adresse angeben):

Spontan kommen, geht auch aber etwas übersichtlicher wäre es, wenn wir ungefähr wissen, wie viele kommen, denn danach wird die Tischordnung eingerichtet.

Doppelpass

Es war ein toller Abend, beim heutigen Doppelpass und wer bis heute von der Bestellung unseres Trainers Damir Canadi nicht restlos überzeugt war, weiß jetzt, nach diesem Vortrag, warum das Präsidium geschlossen hinter ihm steht.

Mit einer – für einen Wiener und in großem Gegensatz zu seinen Vorgängern in diesem Amt – großen Eloquenz stellte uns Damir seine Fußball-Philosophie vor, seine Familie, seinen Werdegang, seine Erfolge.

Damir startete mit einem Werbevideo in eigener Sache, und das war gar nicht so schlecht, um vom aktuellen Tief abzulenken und Hoffnung zu machen. Allerdings hätte man das Video für eine Wiedergabe vor Rapid-Publikum eventuell bearbeiten sollen. Am Beginn stand nämlich die Niederlage von Juli 2016, bei der Oberlin fast im Alleingang die Rapid-Abwehr ausgespielt hat und gerade dieser Teil war lang. Ziemlich schmerzlich für ein Rapid-Herz. Man braucht für einen solchen Sieg natürlich auch das bisschen Glück, einen Spieler wie Oberlin leihweise bekommen zu können. Bei Rapid wird so etwas nicht so leicht passieren. Aber egal, das Video zeigte die Entschlossenheit unseres Trainers, sein Selbstvertrauen bei Interviews und das Selbstverständnis beim Umgang mit den Spielern. Und dass alle diese Erfolge nicht nur zufällig irgendwo jenseits des Arlbergs passiert sind, sondern dass harte Arbeit dazu nötigt war und Damir fähig ist, diese Erfolge professionell zu reproduzieren – auf was ganz Rapid natürlich sehnsüchtig wartet.

Was mir sehr imponiert hat, ist sein Umgang mit dem vergleichsweise riesigen Verein Rapid. Man hatte den Eindruck, als wäre er schon jahrelang hier und hätte nie woanders gearbeitet; als wäre es ihm einerlei, wie das jeweilige Umfeld beschaffen ist, denn die Realität am Spielfeld ist immer dieselbe.  Damir sprach ehemalige Wegbegleiter im Auditorium an und bezog auch die anwesenden Spieler in seinen Vortrag ein und man hatte das Gefühl, dass er bei ihnen bereits angekommen ist, wenn auch gewisse wienerische Ausdrücke etwas länger brauchen, um von Joelinton verstanden zu werden.

Ihr findet 78 Bilder von diesem Abend über den Link weiter hinten, darunter praktisch alle Folien vom Vortrag. Die Bilder erscheinen stellenweise etwas unsortiert, weil sie mit zwei Kameras entstanden sind und nicht neu benannt wurden.

Steckbrief Damir Canadi

  • Geboren am 6.5.1970
  • Verheiratet mit Susanne (geb. 9.9.1969)
  • Kinder Carina (1.2.2008), Marcel (27.10.1997, spielt bei Mönchengladbach)
  • Erlernter Beruf: Einzelhandelskaufmann
  • Nachwuchsausbildung: Austria 1979-1989
  • Nationalnachwuchsteams U15-U21
  • 1988-1989 Bundesländer-Versicherung
  • 1989-1995 Fußballprofi
  • 1995-2008 Firma Sozialbau
  • 2008-1017 Profitrainer
  • Daten bei Wikipedia
  • Daten als Spieler
  • Daten als Trainer
  • Daten bei Weltfußball.at

Damirs Credo

  • TALENT – bestimmt, was man tun kann
  • MOTIVATION – bestimmt, wieviel man bereit ist zu tun
  • EINSTELLUNG – bestimmt, wie gut man es tut

Links

Originaltext aus der Einladung

DIE LETZTEN VORBEREITUNGEN LAUFEN

Sehr geehrtes Mitglied des SK Rapid Business Clubs!

Um 18:30 Uhr startet der zweite SK Rapid Doppelpass. Die letzten Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren, um Ihnen einen spannenden und abwechslungsreichen Abend zu bieten.

Ebenso beim Doppelpass dabei: Unsere heutigen Promotionpartner Mautner Markhof, Landgarten und das Weingut Mayer am Pfarrplatz.

Mautner Markhof steht seit 1841 für Qualität, Geschmack und beste Wiener Feinkost-Tradition. Überzeugen Sie sich selbst bei einer Verkostung der neuen Senfspezialitäten und der hauseigenen Sirupkreation „Hugolunder“.

Zum Naschen und Knabbern bietet Landgarten eine hochwertige und regionale Auswahl an Bio Snacks. Von nahrhaften Knabbersnacks aus heimischen Sojabohnen bis hin zu verführerischen Schoko-Naschfrüchten.

Das traditionsreiche Weingut Mayer am Pfarrplatz kellert seit 1683 in Heiligenstadt besten Wiener Wein vom Nussberg und der Alsegger Riede. Genießen Sie das ein oder andere Gläschen beim SK Rapid Doppelpass.

 PROGRAMM 

18:30 Uhr
Einlass und Aperitif

19:15 Uhr
Begrüßung durch Andy Marek

19:20 Uhr
Interview mit den Geschäftsführern Christoph Peschek und Fredy Bickel zu tagesaktuellen Themen

19:40 Uhr
„Authentisch zum Erfolg“ – Vortrag von Cheftrainer Damir Canadi

20:30 Uhr
Kulinarische Stärkung am Buffet

21:30 Uhr
Verlängerung in der Rekordmeister Bar

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Christoph Peschek
Geschäftsführer Wirtschaft

Fredy Bickel
Geschäftsführer Sport

Meine Zeit mit Ferdinand

Wir, bei EwkiL:Rapid,  sind ja nur ein ganz kleiner Verein; noch dazu sehr heterogen. Nur eine kleine Gruppe kennt sich persönlich, viele unserer Mitglieder sind eher „virtuelle Rapidler“. Und dennoch hat uns das Leben genau so im Griff wie die Großen.

Es gibt nicht so viele Menschen, mit denen man gerne 20 Jahre zusammenarbeitet. Beruflich schon – gezwungenermaßen – aber privat? Das kann man oft an einer Hand abzählen. Mit Ferdinand war das aber so. Ferdinand war nie in unserem Stadion und dennoch war er ein Erzrapidler. Das war eine seiner Eigenschaften, die ich erst in den letzten Jahren kennen lernen durfte.

Ich bin sicher, Ihr kennt Ferdinand auch, wenn ich Euch erzähle, dass er die Person hinter dem Spielefest war, eine sehr populäre, jährliche Veranstaltung im Austria Center (früher auch in anderen Hallen). Sogar bei Rapid-Heimspielen wurde für dieses Event geworben.

Weiters müsst Ihr wissen, dass der Computer wahrscheinlich für mich erfunden wurde, denn seit den ersten Begegnungen mit dieser Technologie so in den 1970er Jahren (wen dieses Entwicklung interessiert, findet hier eine Chronologie unter dem Titel „Wie kommen die Bilder in das Kastl“) haben mich diese „Gehirnverlängerer“ fest im Griff; so wie seit 2000 es auch Rapid gelungen ist.

Es geht nun nicht allein um das persönliche Arbeiten mit Computern, das auch, es geht vor allem auch um eine Gemeinschaft, die versucht, sich dieses Gebiet zu erschließen. Und genau das, später auch „Rapid“, verband mich mit Ferdinand.

Ferdinand de Cassan, 1949-2017

Jetzt erst, nachdem wir zurückblicken müssen, wird mir bewusst, wie Ferdinand unsere Club-Gemeinschaft geschätzt hat und wie wir von ihm gelernt haben. Er hat trotz großer Beschwerden den weiten Weg nach Wien auf sich genommen, um unsere Vortragsabende in Simmering zu besuchen. Ich bewundere, wie unbeirrbar er seinen Weg gegangen ist, ohne zu klagen. Ich schildere Euch hier meine Zeit mit Ferdinand.

Eine virtuelle Kooperation

Ich erinnere mich an allererste rein elektronische Kontakte mit Ferdinand etwa Mitte der 1990er Jahre. Das damalige Konzept unserer Clubzeitung PCNEWS war es, eine Zeitschrift für alle interessierten Computerclubs zu sein und tatsächlich wurde der damalige OeCAC, dessen Obmann Ferdinand war, zum Mitherausgeber unserer PCNEWS. Der OeCAC bezog damals für seine Mitglieder die PCNEWS von Ausgabe 56 (1998) bis 96 (2005). Interessant an dieser Kooperation war, dass wir einander in diesen Jahren nur über E-Mail gekannt haben.

Ferdinand hat etwa 2005 seine Tätigkeit beim OeCAC beendet und sich gemeinsam mit einigen anderen aus diesem Verein dem damaligen CCC angeschlossen. Ein erstes Bild kann ich Euch von einer Klubsitzung am 1. März 2007 in der Zehnermarie zeigen:

Spielemuseum und Spielefest

Es hat einige Zeit gedauert, bis ich realisiert habe, dass es sich bei seinem Wohnort Leopoldsdorf nicht um die gleichnamige Ortschaft in Süden von Wien gehandelt hat sondern um das Leopoldsdorf im Marchfeld. Erst als mir das Navi mehrere „Leopoldsdorf“ angeboten hat, wurde der Irrtum aufgeklärt.

Durch meine fallweisen Besuche in Clubangelegenheiten in diesem Leopoldsdorf im Marchfeld wurde mir klar, welch unglaublich vielfältige Interessen Ferdinand hatte. Nicht nur, dass er in den früheren Jahren mit seiner Frau Dagmar noch die Rosenzucht „Grumer-Rosen“ betrieben hat, baute er auch mit ihr das dortige Spielemuseum auf; ebenso die mächtige Plattform für Spiele http://spiele.at, die bei ccc.at gehostet wird. Ferdinand war auch der Veranstalter des „Spielefest“ (http://www.spielefest.at), das ein Mal jährlich im Austria Center abgehalten wurde.

Iin der Spiele-Community war Ferdinand weit über die Grenzen Österreichs bekannt und nahm an vielen einschlägigen Kongressen teil.

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich bei unseren Besuchen im Hanappi-Stadion das Spielefest-Logo auf der Anzeigetafel erkannte. Ferdinand hat es bestens verstanden, seine Projekte dem richtigen Publikum vorzustellen. Ein volles Austria Center war dieser Veranstaltung gewiss.

Vorstandsmitglied bei ClubComputer

Dennoch fand Ferdinand Zeit, uns beim CCC, später bei Clubcomputer, zu beraten. Ferdinand betrieb eine aufwändig PC-Infrastruktur und ich habe mir bei ihm die Anordnung mit zwei Bildschirmen abgeschaut. Ihr müsst wissen, dass Ferdinand selbst eine Zeitschrift für seine Spiele-Fans verlegt hat. Er tat das mit einer größeren Professionalität als ich das für die PCNEWS tue und er hatte einen wesentlichen Einfluss auf das heutige Layout der PCNEWS. In einer intensiven Diskussion um das Layout legten wir bei Gründung von ClubComputer das Layout mit den farblich gekennzeichneten Abschnitten fest und später folgten wir Ferdinands Rat und straffen den Eingangsteil der Ausgabe. Die heutige Form der PCNEWS wurde also wesentlich von Ferdinand mit beeinflusst.

Ferdinand, ein Rapidler

Wie es ist, wenn man sich in einer Runde von Nicht-Fußballern als Rapid-Fan outet? Ja, einerseits gibt es da einige, die die Nase rümpfen. Aber es passiert immer wieder, dass jemand auf Dich zugeht und „gesteht“; dass er auch ein Rapid-Anhänger ist. So war das mit Ferdinand auch.

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber als ich mit Florian vor drei Jahren unseren Rapid-Fanklub EwkiL:Rapid gegründet habe, erzählte ich Ferdinand über diese Gründung und konnte es zunächst gar nicht glauben, dass sich Ferdinand als Mitglied bei EwkiL:Rapid eintragen wollte. Denn was haben schon Spiele oder Computer mit Rapid zu tun? Anfangs dachte ich, er wolle mit helfen, mehr Mitglieder zu bekommen, aber es stellte sich bald heraus, dass Ferdinand tatsächlich mit großem Interesse das Auf und Ab des Erfolgs von Rapid verfolgt hat. So kann man sich irren. Seit dieser Zeit verging keine Begegnung mit ihm, dass ich mit ihm diese bisher unbekannte Facette seiner vielen Interessen diskutiert habe.

Fast wäre es ihm auch gelungen, das neue Stadion zu besuchen, denn die Übersiedlung aus dem Marchfeld in den 14. Bezirk war schon abgeschlossen, aber eine familiäre Verpflichtung hatte den bereits geplanten Besuch im vorigen Jahr verhindert.

Und es ist nicht nur das Interesse an Rapid, das einen „Rapidler“ ausmacht. Es ist dieses bedingungslose Einstehen für eine Idee, so wie das Ferdinand in allen seinen Aktivitäten vorgelebt hat.

Das war sie, meine Zeit mit Ferdinand, und man kann die Wehmut nicht verbergen, dass es jetzt nur mehr Erinnerungen sind.

Ferdinand ist am 10.3.2017 nach langer schwerer Krankheit verstorben.

…dann komm‘ ich in Dein Büro…

Fast glaubt man, dass Rapid-Veranstaltungen gerade dann gut besucht sind, wenn es einmal nicht so gut läuft. Man konnte geradezu einen unsichtbaren Schulterschluss der Anwesenden spüren.

(es muss richtig heißen: Donnerstag, 13. April)

2. Stammtisch

Es war ein sehr abwechslungsreicher Abend in drei Aufzügen; Diskussionsleiter: Andy Marek.

Christoph Peschek

…geht auf den Vorwurf ein, dass der Verein das Marketing zu sehr in den Vordergrund stellt.

Das „Röhren-Team“ arbeitet für Rapid, ganz egal, wo Rapid in der Tabelle steht und das ist auch wichtig, damit die ebenfalls in diesen Tagen stattfindende Lizenzvergabe positiv zu Ende geführt wird.

Kapitän Steffen Hofmann

Ein emotionaler Höhepunkt war der Rückblick auf die Karriere von Steffen Hofmann bei Rapid. Steffen hat zwar nie unter Lothar Matthäus gespielt, wurde aber von ihm zu Rapid vermittelt,

Es begann damit, dass Steffen als 21jähriger in einer sonderbaren Hose, die damals in München als modisch gegolten hat,  vor dem Container-Büro von Andy Marek erschienen ist. Der klingende Name „Rapid“ und das Container-Büro müssen irgendwie in Widerspruch für den jungen Spieler gewesen sein. Aber es war die Zeil, als man im Hanappi-Stadion gerade das neue Dach errichtet hat und daher ein Ausweichquartier beziehen musste.

Fast an die Doppelconférencen von Grünbaum/Farkas und Farkas/Waldbrunn erinnern die Interviews zwischen Andy und Steffen. Schlagfertig wir Steffen ist, erklärte er Andy, dass diese Mode immerhin in Großstädten wie München und Wien entstanden ist und dass die Mode im Waldviertel demgegenüber eher weniger bedeutungsvoll wäre und dass die Größe des Waldviertels sich eher auf den Namensteil „Groß“ in Groß-Siegharts beschränke und mit Größe ansonsten nicht viel zu tun habe.

Der Rest ist uns allen bekannt. Nach einem nicht so einfachen Startjahr ist Steffen aber seinem damaligen Trainer Josef Hickersberger doch sehr aufgefallen und er inthronierte den erst 22-jährigen als Kapitän; eine Entscheidung mit Langzeitwirkung.

Steffens Entscheidung, nach dem Meistertitel und CL-Herbst zu 1860 nach München zu gehen, hat mit seiner Familie zu tun, der er sich verpflichtet fühlte. Doch die Umstände der damaligen Mannschaft in München waren nicht zufriedenstellend und es gab eine einmalige Rückholaktion von Präsident Rudi Edlinger. Andy Marek holte Steffen persönlich aus München ab.

Der umjubelte Heimkehrer (und mit ihm Rapid und Georg Zellhofer) hatte Pech und verletzte sich bei seinem ersten Spiel in Ried und Georg Zellhofer, der schon auf die Verstärkung durch Steffen gehofft hatte, musste weiter auf ihn verzichten. Und es ging trotz Ablöse von Georg Zellhofer durch Peter Pacult in ähnlicher Tonart weiter und Rapid machte sogar Bekanntschaft mit dem letzten Platz, um sich aber danach doch wieder zu erholen und sogar einen internationalen Startplatz im UI-Cup zu erspielen. Diese Situation ist der jetzigen nicht ganz unähnlich und das war auch der Grund, warum sie in diesem Interview besonders besprochen wurde.

Schließlich erklärte Steffen seine persönliche Planung so, dass er dann, wenn er einmal aufsteht und sich nicht mehr ausreichend fit für das Training fühlen sollte, er zu Andys ins Büro kommen würde, um dort seine Arbeit fortzusetzen.

Jung-Einsertormann Tobias Knoflach

Wenn dieser schwierige Herbst eine positive Seite gehabt hat, dann war es die Entdeckung von Tobias Knoflach als Einser-Goalie. Eigentlich schon auf dem Weg ins Ausland ist es dann doch nichts mit einem Transfer nach Holland geworden und das dürfte ausnahmsweise gut für Rapid gewesen sind. Eigentlich hätten wir ihn schon nach dem Bilbao-Spiel auf diesem Platz sehen wollen, doch wahrscheinlich laufen die Entscheidungen im Trainerteam nicht so rasch wie wir uns das vorstellen. Dass Tobias meinte, dass er das zweite Gegentor in Graz hätte verhindern können, zeigt, dass er großes Lernpotenzial hat und an diesen Details arbeitet.

Diskussionsrunde

Diskussionsrunde, bestehend aus (vlnr.) Gerhard König, früherer Vorsänger der Ultras, Karl Brauneder, Legende (1983-1994, 332 Spiele, 26 Tore, 2 Meistertitel, 3 Cuptitel), Fredy Bickel, Direktor Sport, Michael Krammer, Präsident des SK Rapid, Christian Hackl, Sportredakteur beim Standard, Kersten Bogner, im Team von Forza Rapid.

Es herrschte eine durchaus konstruktive Stimmung und fast ein bisschen Ratlosigkeit über die augenblickliche Situation, denn eine klare Ursache für das sportliche Tief konnten auch die Spezialisten der Diskussionsrunde nicht herausarbeiten. Am besten hat mir „Fredys Postulat“ gefallen, dass wir heute eine ganz andere Situation erleben würden, hätten wir den Derby-Sieg geschafft. Es sind nicht ganz große Dinge, die nicht passen; es sind kleine Dinge, die sich derzeit, in einer von Rapid-Anhängern eher ungerecht empfundenen Art, gegen uns richten.

Eine richtige „grün-weiße Mischung“

aus Grün-Weiße Distel, Grün-Weiß Favoriten, Klub der Freund und EwkiL:Rapid.

Nächster Stammtisch: Do, 13. April 2017

Links

Von Luftballons und Schaumbechern

Das Thema „Fußball“ beherrscht unseren Alltag. Kaum eine Begegnung, bei der mir nicht so etwas die „Beileid“ ausgesprochen wird. Und weil es ein gar so tiefes Tief ist, in das wir da geraten sind, mag es auch erlaubt sein, die Ursachenforschung wieder einmal zu thematisieren.

Sonderbar sind folgende Beobachtungen

  • Unsere Mannschaft spielte in den ersten Wochen dieses Jahres, als gäbe es keinen Zweifel an einem Titel.
    Von wo kam diese Spielfreude?
  • Etwa ab dem Heimspiel gegen Trencin ging es aber kontinuierlich bergab.
    Woher kam der Einbruch?
  • Die Notbremse des zweiten Trainerwechsels brachte nichts; im Gegenteil, das Punktemittel erreicht historische Tiefststände.
    Warum hat auch ein Trainer, der von den meisten außer Streit gestellt wird, keinen Erfolg?
  • Die Kündigung von Zoki war ein Schock für uns alle.
    Wer fragt nicht, wie es wohl gewesen wäre, könnten wir noch auf Zoki zählen?
  • Was, wenn es einfach nur Zufall ist? (Diese These mag niemand so recht glauben aber es gibt Literatur mit sehr vielen konkreten Beispielen, etwa das neue Buch von Florian Aigner: „Der Zufall, das Universum und Du“. Wer sich für Zufall im Fußball interessiert, dem sei das Buch Metin Tolan „Manchmal gewinnt der Bessere“ empfohlen.)

Nun, es kann schon beim (jeweils) nächsten Spiel wieder aufwärts gehen und wir werden dieses Tal rasch vergessen. Aber die Fragen nach dem Warum bleiben. Und wenn die Fragen ohne Erklärung bleiben, hätte man nicht einmal etwas für die Zukunft gelernt.

Wenn man die verschiedenen Kommentare liest: Hast Du nicht auch den Eindruck, dass eigentlich niemand (und das meine ich vom Präsidenten abwärts alle Analytiker der Medien mit eingeschlossen) eine schlüssige Antwort für die Situation geben kann. Wahrscheinlich, weil es keine gibt.

Derzeit tendiere ich zu folgender (Kurz)Interpretation:

  • Das neue Stadion war wie ein Adrenalinschub, daher die Anfangserfolge
  • Der Einbruch war eine Reaktion des Teams auf den Verlust eines Kumpels
  • Wir wissen nicht, was alles einen Einfluss darauf hat, dass Schüsse nicht den Weg ins Tor finden und Spiele nicht gewonnen werden, aber die Ursachen können auch in scheinbar Zusammenhanglosem zu finden sein, daher die „Luftballons und die Schaumbecher“ – und im enormen Erwartungsdruck, dem die Mannschaft nicht standgehalten hat.
  • Um mit dem neuem Trainerstil wieder in die Spur zu finden, müssen alle Veränderungen der Jahre 2016 zur Selbstverständlichkeit werden und das braucht einfach Zeit. Lernen bedeutet Veränderung und die kann oft mühsam sein und daher wenden sich Lernende gerne unbewusst gegen solche Veränderungen.
  • Schließlich kann alles auch nur reinter Zufall sein.

Die etwa längere Interpretation

Adrenalin Stadion

Die Stadionerföffnung war wie ein Adrenalinstoß. Ein Ereignis, das alle – aber natürlich insbesondere die Mannschaft – sehnsüchtig erwartet haben. Und dieses momentane Glücksgefühl bescherte uns die tollen Spiele in der Anfangsphase, sicherte uns die Gruppenphase der Euro-League und wahrscheinlich auch den heurigen Klassenerhalt (aber angesichts der großen Zahl der noch ausstehenden Runden, ist das eine ziemlich verfrühte Behauptung). Und vor allem überdeckte die Stadionerföffnung alle anderen Zweifel über Entscheidungen, die sich uns und der Mannschaft in dieser Zeit gestellt haben.

Das Stadion spielte Fußball – aber nur kurz.

Wie das so bei Adrenalinausschüttungen ist, irgendwann sind sie verbraucht und die Realität wird mehr und mehr wahrgenommen wie sie ist.

Ausnahmesituation für den Verein

Andy Marek hat immer wieder erwähnt, dass er noch kein so intensives Jahr wie das das 2016 erlebt hat. Klar, es war das Jahr der Stadioneröffnung und es mussten extrem viele Dinge getan und extrem viele Dinge entschieden werden. Das betraf die ganze Belegschaft von Rapid. Und man hatte für diese punktuelle Herausforderung nicht den erforderlichen Personalstand. Also waren alle uns bekannte Akteure mehr als belastet, sie waren überlastet.

Entscheidungen über Rapid-Marie und Klopapier überdeckten das Sportliche.

Und durch diesen Handlungsdruck wurden gewisse Dinge, wie die Ablöse von Zoki, kurzerhand delegiert und wahrscheinlich wurde überhaupt die sportliche Seite als ein Selbstläufer betrachtet, was für die ersten Spiele sogar gestimmt hat. Selbstläufer deshalb, weil wahrscheinlich wir alle der Meinung waren, dass alles für einen Titel angerichtet war.

Neuer Besen

Die Trainerablöse im Juni bedeutete für das Team wahrscheinlich eine größere Umstellung, als man das im Juni 2016 hätte vermuten können.

Man muss bedenken, dass Zoki eine vergleichsweise lange Zeit Trainer war. Er gehört zu den 10 Trainern, die diesen Posten in der Rapid-Geschichte am längsten bekleidet haben. Dazu kommt, dass er vor dieser Zeit die meisten der heutigen Akteure auch in der Amateurmannschaft betreut hat und es gibt Spieler, die überhaupt nur Zoki als Trainer kannten.

Es kann nun nach einem solchen Urgestein kommen, wer will; das Vertrauen, das Zoki beim Team hatte, das kann ein Neuer nicht so ohne Weiteres erben. Ich weiß nicht, wie andere das empfinden aber ich habe das Gefühl, dass uns mit Zoki eine wichtige Vertrauensperson abhanden gekommen ist und das noch in einer Art und Weise, die ganz entgegen der vorgetragenen Kanzelpredigt, eine Rapid-Famile zu sein, gerichtet war. Dieses Gefühl hatten wahrscheinlich auch die Spieler.

Und der Nachfolger mag nun sympathisch, kompetent und korrekt sein aber die instinktive Ablehnung über den Verlust eines Kumpels wendet sich gegen den Neuen, und könnte ein Motiv für Misserfolg sein.

Ich erinnere mich an Freudenszenen nach Toren; dass Spieler auf Zoki zugelaufen sind und ihn spontan umarmt haben, so als würden sie zum Ausdruck bringen, dass sie dieses Tor für den Trainer geschossen haben. Und das ist kein geringes Motiv, weil jede Form von Arbeit immer für andere gemacht wird. Und die nächsten Personen sind das Trainerteam, allen voran der Cheftrainer und nicht von ungefähr gehen die Spieler nach jedem Spiel zu den Rängen, denn natürlich spielen sie auch für ihre Anhänger.

Diese Beziehung haben Zokis Nachfolger noch lange nicht aufgebaut.

Und weil Rapid eine sehr junge Mannschaft hat, ist der Umstand, dass die meisten der Jungen durch Zoki fußballerisch sozialisiert worden sind, ein ganz wichtiger Faktor, der für die Zeit ab dem Trencin-Heimspiel sehr wichtig geworden ist. Trencin war wie die erste Einsicht, dass es dieses Miteinander in der früheren Form nicht mehr gibt.

Nach meinem Eindruck war die Mannschaft der ersten Begegnungen noch die Mannschaft von Zoki und erst im Laufe der ersten Wochen wurde der Mannschaft bewusst, was alles sich eigentlich in ihrem Alltag verändert hat, etwa die eigentümliche Abhalfterung von Sonnleitner und Hofmann, zweier Spieler, mit hohem Ansehen. Die Trainingsmethoden dürften ein weiteres Teil dazu beigetragen haben, dass die frühere Spielfreude ziemlich rasch verschwunden ist und erst langsam (in den Spielen zuletzt, gegen RB und Sturm) wieder an die Qualität der Begegnungen im Jahr 2015 anschließt.

Der Trainer allein, kann’s nicht gewesen sein

Nehmen wir an, Büskens wäre ein schlechter Trainer gewesen. (Bitte nur als Hypothese zu verstehen.) Was in diesem Fall sehr irritiert, ist der Umstand, das bei einer tatsächlich schwachen Trainerleistung von Büskens sich die Situation unter Canadi nicht schlagartig verändert hat (im Sinne eines Trainereffekts), denn wenn Büskens einen großen Anteil an den Misserfolgen gehabt hätte, müsste doch der Wechsel eine Erleichterung in der Mannschaft bewirkt haben. Dass das überhaupt nicht der Fall war (die Ergebnisse von Canadi sind ja sogar schlechter als jene unter Büskens), kann man so interpretieren, dass die Mannschaft auch mit Canadi noch nicht zurechtkommt (oder umgekehrt).

Rapid kann nur ein Kumpel trainieren

Wir erinnern uns alle noch an die glücklose Zeit mit Georg Zellhofer und den damals prophetischen Sager von Pasching-Präsident Grad, „der Schurl kann nur Pasching trainieren“.

Könnte es nicht sein, dass diese Weissagung für Rapid in unangenehm umgekehrter Weise gilt: „Rapid kann (derzeit) nur von einem Kumpeltrainer trainiert werden“ und die Spieler gegen eine sachlichere, vielleicht professionellere, aber weniger kumpelhafte Behandlung instinktiv zurückhaltend reagieren und nicht zu früherer Spielfreude zurückfinden, einfach, weil sie zu ihrem jeweils neuen Trainer nicht denselben innigen Kontakt finden. Und die Zeit mit Zoki war eine sehr lange.

Unvorhersagbares Chaos

Wir fragen uns, warum Schüsse nicht ihren Weg ins Tor finden. Was dazu fehlt, sind Kleinigkeiten. Der Fuß müsste nur um Millimeter anderswie den Ball getroffen haben und schon wäre das Erfolgserlebnis da. Aber woher kommen diese Nuancen?

Zwischen allen Mikro-Ereignissen im Stadion und der Situation am Spielfeld besteht ein Zusammenhang. Ein völlig unbekannter Zusammenhang. Ganz besonders deutlich wurde es bei einem Spiel, bei dem sich ein Eichhörnchen auf den Rasen verirrt hat und den Spielfluss verändert hat (oder ein verirrter Luftballon, oder ein irritierender Böllerwurf…). Alles, was in einem möglichen kausalen Zusammenhang mit dem Geschehen am Spielfeld steht, beeinflusst. Aber wir wissen nicht wie.

Es sind wahrscheinlich überhaupt nur Kleinigkeiten, die zum Erfolg fehlen. Aber welche?

Das Spiel ist ein hoch-chaotisches Geschehen. Wie ein Krieg. Nichts ist vorhersagbar, speziell, wenn ein Gegner am Platz ist. Alles, was trainiert wurde, kann sich durch Cleverness des Gegners schon im Ansatz ganz anders entwickeln. Die Chaostheorie mischt kräftig mit. Was wir am Spielfeld erleben, würde so nicht passieren, wenn auch nur Kleinigkeiten im Umfeld anders wären; allein, wir wissen nicht, welche das sind. Und diese Kleinigkeiten sind Dinge die völlig unbemerkt passieren oder nicht passieren. Es sind ganz sicher nicht die großen Dinge, die man ändern muss; aber es sind viele Kleinigkeiten. Und im Falle unseres Umzugsjahres ist es einfach nur Zeit, die wir alle brauchen, um das neue Stadion so selbstverständlich als neue Heimat zu verstehen wie das im alten der Fall war. Und im Zuge dieses Zeitbedarfs müssen wir leider diese Saison abhaken.

In der Chaostheorie wird der berühmte Schmetterling zum Auslöser eines Wirbelsturms, im Fußball mögen es Luftballons oder Schaumbecher sein; oder dass Du und ich im Stadion sind – oder nicht sind. Niemand weiß.

Christian sagt oft, es wäre besser, ich würde bei Auswärtsspielen nicht mitfahren, denn dann würde Rapid vielleicht eher gewinnen. Und wer weiß, vielleicht hat er damit nicht unrecht. Allerdings hätte es im Spiel gegen Graz rein gar nichts gebracht:-)

Aber dadurch dass diese Kleinigkeiten passieren, verläuft das Spiel einfach anders. Zufälle passieren, aber zu unseren Ungunsten. Daher ist es so wichtig, dass alle „Zutaten“ stimmig sind. Dass Spieler gewinnen wollen. Wenn schon nicht für sich selbst (sie selbst brauchen das nicht, sie haben schon gewonnen, denn sie werden ja hoch bezahlt), dann wenigstens für den Trainer oder auch für die Fans. Aber wenn diese Schnittstellen zum Trainer oder zu den Fans nicht funktionierten, wofür solle man dann siegen?

Das folgende Video zeigt das Prinzip „Kleine Ursachen, große Wirkungen“.

2016, das Jahr der Veränderungen

Die Menge der Änderungen im Jahr 2016, die uns alle – und das Team ganz besonders – betraf, ist sehr groß. Von all diesen Dingen nenne ich nur zwei Kleinigkeiten: die Luftballons und die Schaumbecher.

Man wollte alles besser machen und die Gelegenheit der Übersiedlung dazu nutzen und um ja nicht als Umweltverschmutzer genannt zu werden hat man sich von der bisherigen Luftballon-Aktion distanziert, indem man die Protagonisten, den „Stehtisch Grün-Weiß“, einfach nicht mehr eingeladen hat. Ebenso hat die Catering-Firma nicht auf das bisherige, zwar bescheidenere aber in Details ziemlich einzigartige Angebot, wie eben jenes der Schaumbecher, geachtet.

Das folgende Bild zeigt im Hintergrund mehr als 600 Bilder der Luftballon-Aktion des „Stehtisch Grün-Weiß“ im Zeitraum 2004 bis 2016 sowie die leider nicht mehr erhältlichen Schaumbecher.

Es gehörte zu den Fixpunkten eines Spieltages, dass ich meiner Frau einen dieser Schaumbecher mitgebracht habe. Das ist lange vorbei. Und noch immer stört es mich.

Erst, wenn wie die Fahnenparade am Beginn eines Heimspiels und der Apfelstrudel an den Kiosken als mehr selbstverständlich gesehen werden als die Luftballons und die Schaumbecher, wird vielleicht auch die Leichtigkeit im Spiel von Rapid wieder zurückkehren.

Aber ich meine die Luftballons und Schaumbecher natürlich nur stellvertretend für viele andere Dinge, die alle Veränderung bedeutet haben, die wir als Zuschauer gar nicht wissen, und die alle auf die Mannschaft eingewirkt haben und immer noch einwirken.

Zoki nannte es „Kälte“.

Und es wird noch einige Zeit vergehen, bis uns alles das Neue so vertraut sein wird, wie es das im Hanappi-Stadion war und wie es für viele auch die Pfarrwiese noch ist. Es ist einfach die Zeit, die diese Veränderungen wieder zur Selbstverständlichkeit machen wird. Und erst, wenn sich diese Selbstverständlichkeit beim Umgang der Mannschaft mit dem neuen Trainerteam eingestellt hat, wird auch Erfolg zurückkehren.

Ein goldener Käfig

Die Vereinsverantwortlichen betonen, was man alles bereitet hat, um endlich den so ersehnten Meistertitel einfahren zu können. Die Finanzen sind geordnet, das Stadion ist neu, der Trainer natürlich auch und jetzt liege es nur mehr an der Mannschaft, die Ernte einzufahren. Man kann als Rapid-Anhänger gar nichts dagegen einwenden; es musste geradezu so sein. Aber alles das ist wie ein goldener Käfig – der keine Tore schießt.

Als Jacqueline, die Tochter des Baumeisters Lugner geboren wurde (etwa 1990), berichtete die Regenbogenpresse über einen vergoldeten Kinderwagen, der angeschafft wurde. Aber dieser Kinderwagen stärkte mehr das Ego der Eltern als dass er die Entwicklung des Kindes begünstigt hätte. (Ich erinnere mich deshalb an diese Begebenheit, weil damals unser Florian auch im Kleinkindesalter war und man sich natürlich als Eltern fragt, ob man eh alles richtig macht und bei dem vergoldeten Kinderwagen waren wir sicher, dass wir wenigstens diese Probleme nicht haben.)

So ähnlich ist es mit dem Stadion. Der Verein hat uns und dem Team ein Stadion errichtet (bei dem nirgendwo Wasser hineinrinnt) und erwartet ähnlich wie Lugner, dass ein vergoldeter Käfig genügt, um vom Kind/den Spielern die geforderte Gegenleistung in Form von Titeln postwendend geliefert wird, dabei aber vergessend, dass der Käfig nicht das ist, was ein Spieler zum Erfolg und ein Kind zum Glücklichsein braucht.

Das Gold am Kinderwagen ist – wie wir alle seit Asterix (Band I, „Asterix, der Gallier“) wissen – wie die Erdbeeren im Zaubertrank. Der Trank schmeckt nur besser; brauchen tut man die Erdbeeren nicht.

Ich denke, dass alle diese kleinen Dinge zwar nicht Fußball spielen aber immer irgendwie das Spiel beeinflussen, vielleicht mehr als wir meinen.

Gold spielt nicht Fußball

Die Sensationssaison 1995/96 fand vor dem Hintergrund einer Finanzkrise statt, es gab kein neues Stadion und dennoch wurde Rapid-Geschichte geschrieben. Auch die Qualifikationserfolge gegen Aston-Villa wurden ganz ohne Erdbeeren errungen.

So, als wäre das neue Stadion nicht genug der Verbesserungen, nein, man musste auch noch an der Trainerfront aktiv werden, um nur ja alles im Sinne eines „goldenen Kinderwagens“ herzurichten; und das Kind hat es uns nicht gedankt, das undankbare; weil es eben keines goldenen Käfigs braucht, um Erfolg zu haben aber sehr wohl eines guten Einvernehmens mit allen Beteiligten.

Es waren einfach zu viele Störfaktoren in diesem Jahr 2016 da, die unseren Erfolg beeinträchtigt haben und es wird eine Weile dauern, bis die Spieler wieder in die Spur finden.

Schuldgesellschaft

Und genau genommen ist es auch schwer, überhaupt einen Schuldigen zu benennen wie es zum Beispiel unser Goleador gerne in seiner Zeitungskolumne tut, wenn er in Richtung „der Funktionäre“ und auch Trainer polemisiert. Denn die getroffenen Entscheidungen für sich allein betrachtet, haben durchaus ihre vernünftigen Gründe, die aber das sensible Gefüge des Teams so beeinträchtigt haben könnten, dass man derzeit nicht mehr als ein solides Fußballhandwerk zustande bringt. Das Spiel ist nicht so schlecht aber es reich (noch) nicht für Siege.

Abgesehen von Superprofis des höchsten Spielniveaus in Europa sind wir mit Rapid im fußballerischen Mittelbau mit vielen sehr jungen Spielern viel sensibler bezüglich aller dieser Einflussfaktoren. Ich habe den Eindruck, als wären die letzten Spiele (und überhaupt „Erfolg“) geradezu ein Gradmesser für das Gesamtbefinden des Pakets Team-Verein-Anhänger. Der Trainer kann sich noch so anstrengen; wenn das Unbehagen von anderswo her kommt, dann muss man diese Ursache, die vielleicht gar nicht im Fußballerischen liegt, beseitigen – oder Gras drüber wachsen lassen. Aber natürlich weiß niemand genau, was das ist. Vielleicht sind es ja auch nur die Luftballons und die Schaumbecher. Geduld muss man eben haben, wie der Trainer sagt.

Was, wenn es einfach Zufall ist?

Wir lehnen den Zufall im Grunde ab; insbesondere das Pech; das Glück, das geht ja gerade noch. Allerdings müssen wir immer bedenken, dass Glück des Einen immer Pech für den anderen (meist für alle anderen) bedeutet. Pech ist die Regel, Glück die Ausnahme.

Wir wollen ein geregeltes, ein vorhersagbares Leben. Wenn wir uns morgen in der Rekordmeisterbar treffen, dann ist das ein Ereignis, das mit großer Sicherheit keine Überraschungen bieten wird. Zu groß ist die Routine von Andy und zu perfekt ist alles ausgeklügelt.

Was uns im Alltag fehlt, ist der Kick, das Abenteuer! Und nur wenige können die Zeit und auch den Mut erübrigen, sich auf Abenteuer einzulassen. Denn Abenteuer haben es so an sich, dass sie auch ein mehr oder weniger großes Risiko mit sich bringen.

Und genau dazu haben wir den Fußball. Das Abenteuer, das wir selbst nicht eingehen können, bestehen unsere Spieler und Trainer Woche für Woche für uns. Und auch sie tun es nicht mehr wie im alten Rom. Niemand stirbt mehr im Kampf. Und dennoch gibt es die kleinen Tode, in Form eines Gegentors, einer Niederlage oder gar einem Abstieg.

Aber dieser Kick besteht im Unbekannten und in der Möglichkeit einer Niederlage; auch von vielen Niederlagen.

Enormer Druck

Ich empfinde, dass insgesamt dieser enorme Erwartungsdruck, der gerade im letzten Jahr von uns allen aufgebaut wurde, die eigentliche Ursache für unser heuriges Scheitern ist.

Dazu möchte ich noch so einen „Schaumbecher“ nennen: Die Rekordmeister-Bar. Auch so ein Begriff, der keine Tore schießt, der aber die Akteure durchaus belasten kann.

Vor dem Hintergrund dieses Begriffs „Rekordmeister“, erscheinen die Ergebnisse der letzten Jahrzehnte ziemlich dürftig und es besteht ein eher krasser Widerspruch zwischen diesem Begriff, und der Realität.

Gregor hat gemeint, dass uns eine europacup-freie Saison gut tun würde, um ein stabiles und schlagkräftige Team zu formen. Die Vision „Top-50“ kann man gleich für die nächsten 5 Jahre begraben, denn sie wäre nur realistisch, wenn wir auch kontinuierlich punkten.

Vielleicht braucht es aber wirklich eine entspannte Phase, in der die Aufmerksamkeit der Medien anderswo den Druck aufbaut, dem Rapid derzeit dauernd unterliegt und in der sich die Mannschaft entwickeln kann.

Fußball ist Zufall – auf hohem Niveau

Unser Trainer und auch der Sportdirektor hören sowas nicht gerne, denn wer will schon, dass seine Arbeit nicht durch eigene Leistung sondern durch Zufall bewertet wird. (Und trotzdem trifft das für uns alle zu.)

Aber es kann auch sein, dass alles, was wir erleben, mit all dem vorher Gesagten nichts oder nur wenig zu tun hat und tatsächlich nichts anderes als reiner Zufall – auf hohem Niveau – ist. Eine so geringe Punktezahl wie wir heuer zustande bringen ist zwar eine ganz neue Erfahrung aber Zufall kann auch das, und für ihn ist das keineswegs etwas Besonderes; nur für uns.

Mit „hohem Niveau“ ist gemeint, dass natürlich nicht egal ist, wie eine Mannschaft zusammengesetzt ist, wie sie trainiert, wie die Kondition ist usw. Aber diese Voraussetzungen bringen alle Teams der Bundesliga mit und wenn man dann eine konkrete Begegnung betrachtet, sieht man, dass auch alle unsere Gegner gut gearbeitet haben, nicht nur wir selbst. Und da Fußballergebnisse äußerst knapp sind, und darüber hinaus von geradezu unglaublichen Zufällen begleitet sind, muss man damit zurecht kommen, dass der Wunsch, dass die bessere Mannschaft gewinnen möge, eben nur ein Wunsch ist.

Unsere Situation ist die eines Roulettespielers an einem Spieltisch mit hohen Einsätzen, der nach einer langen Serie von „Noir“ meint, dass ja endlich „Rouge“ kommen müsste, auf das er ständig setzt, doch der Zufall kann unerbittlich sein, denn was wir gerne übersehen ist, dass reiner Zufall kein Gedächtnis hat und jeder neue Versuch, jedes neue Spiel von der Vorgeschichte unabhängig ist. Das ist zwar beim Fußball nicht ganz so, denn die Vorgeschichte kann niemand von uns ausblenden; aber wenn Erfolg oder Misserfolg von oft nur wenigen Zentimetern abhängen, von denen wir nun wirklich nicht wissen, woher sie kommen oder warum sie fehlen, dann manifestiert sich in diesen Szenen der Umstand, dass im Fußball der Zufall regiert.

Und wenn jemand behauptet, man könne den Zufall „biegen“, dann irrt er. Leider. Denn es ist eben das Wesen dieser Unwägbarkeiten, dass sie nicht in unserer Macht liegen. Das Tor zum 6:1 von Barcelona hätte genau so gut nicht fallen müssen, so wie auch der Ausgleich im letzten Derby. Auch wenn wir die Gründe dazu genau kennen, wissen wir, dass alle diese Geschichten auch hätten ganz anders ausgehen können.

Zur Ehrenrettung der sportlich Verantwortlichen muss man ergänzen, dass man – um am Roulette-Tisch des Spitzenfußballs mitspielen zu können – einen enormen Aufwand betreiben muss, und Rahmenbedingungen schaffen muss, etwas, was die Wahrscheinlichkeit für Erfolg steigert; aber nur die Wahrscheinlichkeit, denn die „Wahrheit am Platz“ wird durch Dinge gesteuert, die nicht in unserer Macht liegen.


Leider passieren zu nächtlicher Stunde immer wieder Müdigkeitsfehler, auf die aufmerksame Leser freundlich hinweisen. Etwa wurde beim Sturm-Spiel das Ergebnis falsch angeschrieben und wurde statt „Kuen“ „Klien“ geschrieben. Beides ist in der Webversion korrigiert, leider aber nicht im Newsletter.

Sturm-Rapid

2:1 (1:0)

Die Schlüsselszene des Spiels war – für mich – das Interview von Steffen Hofmann nach dem Spiel. Ich habe Steffen noch nie so verzweifelt und abgekämpft gesehen. Trotz dieser aufopfernden Leistung der ganzen Mannschaft, vor der wir uns alle verneigen, war der wirkliche Fußballgott nicht auf unserer Seite.

Mich erinnert das an eine der ersten Szenen in der Bibel, als die Opfer des einen, Abel, angenommen und belohnt werden und die Opfer des anderen, Kain, nicht – mit den bekannten Folgen. Die Geschichte in der Bibel hat ihre eigenen Auslegungen, die uns hier nicht interessieren, aber unser Spiel in Graz hat mit diesen archaischen Figuren eines gemeinsam: die Tragik. Denn Kain hat alles getan, was er hat tun können, aber es war nicht sein Spiel.

Was man alles ins Treffen führen kann; dass man keinen „Knipser“ hat, dass es an der letzten Konsequenz fehlen würde, usw. Wo genau hätten denn die Grazer diese Konsequenz gehabt? Jemand der stürzt wie Kuen vor dem Elfer, verwendet seine Arme, um in dieser Situation die Balance zu halten und hat keine Ahnung, ob ihn dabei ein Ball trifft oder nicht. Wenn die Grazer vor das Rapid-Tor kommen, sind Schussbahnen eher frei als umgekehrt; und das war das 2:0.

Und dass Graz sich erfolgreich in die Reihe der Mannschaften einreiht, die keine Sekunde darauf verwenden, das Spiel zu machen, sondern nur auf eine Konterchance oder auf die Destruktion des Rapid-Spiels lauern, bedeutet, dass es sich nicht, wie die Sprecher von SKY zu Beginn gemeint haben, ein Derby wäre, auf das man da wartet, sondern Sturm reihte sich in die Reihe jener Teams ein, die um die Spielstärle vom Rapid wohl wissen und daher ihre Chance im Konter und in der Destruktion sehen – und gewinnen.

Es ist schon ein blödes Gefühl, wenn man wieder einmal „erhobenen Hauptes“ vom Schlachtfeld geschlagen nach Hause gehen muss.

Es gibt Zeiten, da verliert und gewinnt man, wie es eben das Spielglück oder -pech will. Dass man aber so vom Pech verfolgt wird, das ist sogar schon unserem Trainer Damir, der so wie sein Sportdirektor strikt Zufall im Fußball ablehnt (darüber werden wir noch gesondert philosophieren müssen), unheimlich und eine leichte Verzagtheit macht sich in den Interviews breit, denn es fällt ihm auch nicht mehr viel mehr als Durchhalteparolen ein.

Als ich Damir in der Fernsehübertragung sah, dachte ich, dass es Tage gibt, an denen man mehr altert. Und Damir dürfte bei solchen Spielen mehr noch als wir leiden. Er altert in einer Spielminute um viele Stunden oder sogar Tage – wir trinken unser Bier, das köstliche Rote Zwickl.

Was allein wir jetzt tun können ist – zusammenhalten. Insbesondere unser Block wäre jetzt gefragt, denn dass diese Mannschaft kämpft, das ist ja evident und daran liegt’s nun wirklich nicht. Ob Damir der richtige Trainer ist, das weiß natürlich niemand aber auch ihm kann man weder die Kompetenz noch das Bemühen absprechen. Auch das Präsidium ist gefordert, nicht die Panik entscheiden zu lassen. Aber bei dem tollen Spiel, das wir heute gesehen haben, könnte es genau so gut ganz anders gekommen sein. Zufall eben; denn ein Zufall, den man willentlich bezwingen könnte,  ist keiner.

Die Daheimgebliebenen:

Anmerkungen: Bei Sonneneinstrahlung ist die Bildqualität der Leinwand sehr schlecht; Abschattung wäre wünschenswert. In den Ecken wären zusätzliche Monitore wünschenswert (hinter der Bar).

Der Fall Steffen

Langsam begreifen wir angesichts der Fernsehbilder, dass eben für einen Fußballer dieses 35. Lebensjahr so ist wie für uns alle – sagen wir – das 70ste. Nichts geht mehr so wie früher und der Abschied kündigt sich irgendwie an.

Was würden wir uns alle für Steffen wünschen?

Wir werden wahrscheinlich nie mehr einen solchen Spieler bei Rapid haben. Es bedarf vieler Zufälle, dass sich ein Spieler eine so lange Zeit an einen Verein bindet. Und die heutige Zeit ist nicht nach solchen Schicksalen. Wer sich stark genug fühlt, geht ins Ausland und auch im Inland wird eher rotiert. Wir haben daher die einmalige Gelegenheit, Steffen den Status eines unvergesslichen Spielers zu verleihen, indem wir ihm so viel Spiele geben als er für einen ewigen Rekord braucht.

Und gerade die laufende Saison ist bestens dafür geeignet. Dass man über die Liga Sturm in der Tabelle überholen könnte, das ist wohl nur mehr eine Illusion. Wen stört es also, wenn Steffen in den verbleibenden Spielen, sagen wir ab der 60. Minute eingesetzt wird. Bei jedem Spiel. Dagegen spricht vielleicht der Intellekt eines Trainer-Strategen aber angesichts der Tabellensituation ist alles, was verbessert werden kann, nur mehr Kosmetik.

Wenn ich also unseren Trainer etwas bitten dürfte, dann bitte ich um den Einsatz von Steffen in allen Spielen; nicht vom Beginn, aber wenn es eben passt. Es wird nicht spielentscheidend sein. Vielleicht ist gerade diese verkorkste Saison eine Gelegenheit, ein Fußballmonument für die Ewigkeit zu schaffen.

Bilder von der Graz-Fahrt

Links

Rapid II-St. Pölten Juniors

Zu diesem tollen 5:1-Sieg kann man nur sagen, dass den Spielern von Rapid II „der Knopf“ etwas früher aufgegangen ist als ihren älteren Kameraden, denn bereits in Schwechat musste man sich fragen, warum sie es nicht schaffen, endlich zu siegen.

Also bleibt uns nur, dem Team zu gratulieren, uns über die Umstände zu beschweren, denn wir waren zum Zeitpunkt des Spiels in der Rekordmeisterbar.

Es wird gewichtige Gründe gegeben haben, dass man dieses Spiel zeitgleich mit dem Schlager in Graz angesetzt hat. Aber man kann es als Stammgast bei Rapid II leichter ertragen, wenn man wüsste, warum. So bleibt es den Veranstaltern nicht erspart, dass wir uns einfach ärgern; über den Zeitpunkt; darüber, dass der Rapid-Terminkalender auch noch wenige Tage vor dem Spiel noch den falschen Tag angezeigt hat; und darüber, dass man es nicht der Mühe Wert findet, uns zu sagen, warum dieser Zeitpunkt unbedingt am Sonntag um 16:00 sein musste. Hätte man beispielsweise um 14:00 angepfiffen, wäre sich noch ein gemeinsamer Besuch der Rekordmeisterbar ausgegangen.

Blick aus dem Fenster der Rekordmeisterbar

Rapid-Viertelstunde vom 10.3.

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