Rapid-St. Pölten

2:1 (1:1)

Die Buchmacher sahen das Spiel ziemlich ausgeglichen. Rapid noch nicht so richtig in Fahrt, St.Pölten, wäre normalerweise der klare Underdog, aber weil es ein extrem wichtiges Spiel für St.Pölten ist werden die Chancen für Sieg, Unentschieden und Niederlage sehr ausgewogen betrachtet.

St. Pölten hat zwar nicht schlecht gespielt, aber dass man dringend einen Punkt hätte brauchen können, das sah man auch wieder nicht. Zwar hat sich zur Pause herumgesprochen, dass Mattersburg in Ried 2:0 führt, aber im Fußball kann man sich nicht auf sehr viel verlassen und es waren schließlich 2 Tore der Rieder im Mattersburg-Spiel, die die St. Pöltner von einem möglichen Abstieg getrennt haben; ziemlich knapp!

Langsam nimmt Rapid wieder die Rolle ein, die wir von früher gewohnt sind (66% Ballbesitz). Auch unser Isländer kommt besser ins Spiel. Bezeichnend für unser Spiel ist aber, dass zwei Verteidiger die Tore erzielen.

Eine Erleichterung geht bei den Immer-Auswärts-Fahrern-Und-Im-Fanblock-Stehern um, weil man sich in der nächsten Saison der Ried-Käfig erspart. Wahrscheinlich hatten die Rieder einfach Mitleid mit ihnen…

Es ist natürlich kein Verein zu beneiden, der absteigen muss; aber wenn es schon die Regeln verlangen, dann ist es praktisch, wenn es einen kleinen Verein trifft, weil er mit den finanziellen Bedingungen in der zweiten Liga besser zurecht kommt als ein Unternehmen in der Größenordnung von Rapid. Ein utilitaristischer Ansatz… Aus utilitaristischer Sicht wäre es überhaupt immer praktischer, wenn Rapid gewinnen würde, denn es müssten dann weniger Fans leiden; ganz egal, wer in Österreich der Gegner ist. 

16 Jahre Steffen Hoffmann bei Rapid, 527. Pflichtspiel

Eine sehr emotionale Ehrung waren die Video-Grußbotschaften an Steffen anlässlich seines 527. Pflichtspiels für Rapid. Die Stadionzeitung widmete diesem Jubiläum viele Seiten.

15 Jahre Fanfreundschaft mit Nürnberg

Beim Block-West-Jubiläum „15 Jahre Fanfreundschaft mit Nürnberg“ war der Block bis auf den letzten Platz gefüllt. Und die Stimmung war, als würde es um den Meistertitel gehen. Das dürfte aber mit den Gästen aus Nürnberg zu tun gehabt haben, denn man wollte sich von der besten Seite präsentieren. Das bedeutet geschlossenes Auftreten, tolle Choreografie, Pyro und Rauch…

Ein bisschen erinnert mich eine solche Verbrüderung an das Fest bei „Asterix bei den Belgiern“, bei dem sich die Gallier und Belgier ausschnapsen, wer von ihnen der tapferere sei. Bei Asterix waren die Römer die Leidtragenden dieser „Freundschaft“. Und wie ist das „Rapid und FCN“?

Im Bild der „Feldherrnhügel“ des BlockWest mit einer Delegation aus Nürnberg.

Gegenüber den PS, die der Rapid-Fanblock beim Support aufbietet, erscheint die St.Pöltner-Delegation wie ein Seifenkistenauto:

Aber die meisten fangen klein an. Die Mobilisierung der Anhänger ist eine Kunst, die auch bei Rapid erst in vielen arbeitsreichen Jahren Früchte getragen hat. Es war keineswegs immer so, dass zu einem unbedeutenden Spiel 20.000 Zuschauer kommen. Das neue Fernsehgeldmodell wird die Vereine motivieren, mehr in Richtung Fanbetreuung zu unternehmen.

Links

 

Erinnerungen an das Rapid-Dorf

Das „Rapid-Dorf“ ist nicht mehr. Zwar hat man sich seitens des Vereins bemüht, den Bereich unter der Süd-Tribüne als „Rapid-Dorf“ zu deklarieren aber wegen anderer Entscheidungen blieb es beim guten Willen und das Dorf wurde nicht als solches erkannt und angenommen.

Zunächst dachte man, dieser etwas tiefere Bereich unter der Süd-Tribüne könnte ein Treffpunkt für alle Zuschauer werden, doch die von der Behörde verlangten geschlossenen Trennungstüren verhindern die Kommunikation mit Ost und Nord  – jedenfalls vor dem Spiel.

Das Verweilen unter dem Stadiondach ist eine frustrierende Sache. Man könnte sich eventuell die Pressekonferenz anschauen aber leider sind die Lautsprecher trotz Urgenzen nicht eingeschaltet oder einfach viel zu leise. Da von ist aber auch die immer wieder zu sehende Werbung betroffen und es ist verwunderlich, dass den Werbepartnern das nicht auffällt.

Aber auch nach dem Spiel will dort keine Stimmung aufkommen. Es ist löblich, dass die Kioske auch nach dem Spiel geöffnet haben (ganz anders als in England); aber man spürt, dass der Gast nach Spielende eher ein Störfaktor ist und es f+r ihn besser wäre, zu gehen.

Die Vermarktungsart im Stadion ist für diesen Gastronomietypus „Dorf“ nicht geeignet. Ein kleiner Kiosk ist bezüglich des Getränkeangebots flexibler als das feste Angebot im Stadion. Manche unserer Spiele verarbeitet man einfach besser mit mehr Alkohol danach und das gibt es im Stadion einfach nicht.

Aber diese Entscheidung ist so gefallen, und sie steht einem „Dorf“ im Wege. Der als Rapid-Dorf vorgesehene Bereich wird nicht wirklich angenommen. Es gibt aber einen Bedarf dafür. Das kann man an den Menschentrauben beim West-Imbiss (früher St. Hanappi-Imbiss) und vor dem Stags-Head ablesen.

Dorf I (bis 2004)

Das erste „Rapid-Dorf“ war an der Stelle der früheren Geschäftsstelle in der Keisslergasse 3, wo sich heute das Stag’s Head befindet. Es war das populärste, weil es am Hauptzugang zum Stadion liegt. Es musste nach dem Baubeginn für das Gebäude der Geschäftsstelle aufgegeben werden. Hier ein Bild vor dem Spiel Rapid-Tirol am 21.7.2007

Dorf II (2005-2013)

Das Areal an der Nordwest-Ecke des Stadion war der Nachfolger und diente auch als Veranstaltungsort für den Tag der offenen Tür, so wie im Bild am 15.7.2006 als frisch gebackener Meister:

Wir haben das Rapid-Dorf II nur selten benutzt, weil der Weg zur Süd-Tribüne – wo unsere Sitzplätze waren – doch ziemlich lang war.

Da in diesen Jahren Rapid über keine eigene Gastronomie verfügte, war die Kooperation mit den Kiosk-Unternehmern sehr praktisch und zu gegenseitigem Vorteil. Das hat sich aber mit dem neuen Gastro-Vertrag schlagartig geändert und die früheren Kiosk-Betreiber müssen andere Geschäftsbereiche suchen.

Diese derzeitige Situation motiviert auch den Verein nicht sonderlich, sich um diese kulinarische „Erste und Vierte Halbzeit“ zu bemühen, denn man ist ja dem Gastro-Vertragspartner im Wort.

Was also bleibt, sind die Privat-Initiativen rund um den KiK-Parkplatz und das Stags Head.

Im Tagebuch gibt es eine kulinarische Landkarte für Hütteldorf (rund um das Stadion)

und kann auf der Webseite interaktiv untersucht werden; inklusive der Öffnungszeiten, Webadressen und Telefonnummern.

Dorf III ?

Der Raum unmittelbar vor dem Stadion dürfte aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht mehr – so wie früher – zur Verfügung stehen, also wich der dortige Würstelstand*) (hier ein Bild vom 21.7.2004)…

…zunächst auf den Zielpunkt-Parkplatz aus hieß Anfangs „St. Hanappi Imbiss“ und hatte eine eigene Facebook-Seite. Hier im Bild vor dem Altach-Spiel am 15.10.2016.

Der Würstelstand musste aber auf den KIK-Parkplatz ausweichen und heißt dort jetzt „West Imbiss“ mit Facebookseite. Hier ein Bild vom 18.3.2017. Dieses Bild täuscht, denn an diesem Tag war es kalt und regnerisch. Im Normalfall findet man dort nicht einmal einen Stehplatz.

Da der Betrieb in den Stadion-Kiosken nach Spielende eingestellt wird und es auch kein attraktives Getränkeangebot gibt, stehen die Kioske außerhalb des Stadions vor und nach dem Spiel praktisch nicht in Konkurrenz zu dem Rapid-Vertragspartner. Eigentlich könnte sich derselbe Unternehmer um die Organisation einer solchen „Ersten und Vierten Halbzeit“, vor und nach dem Spiel in Form eines Rapid-Dorfes bemühen; auch der Stags-Head-Betreiber wäre ein Kandidat.

Links

*) es dürfte nicht derselbe Stand und vielleicht auch nicht derselbe Betreiber sein.


Neulich wurde ich in Facebook gefragt, ob ich Bilder vom Rapid-Dorf hätte. 51 Bilder habe ich gefunden und an Hand des Artikels diese Zeit Revue passieren lassen.

Rapid II-Traiskirchen

2:2 (0:0)

Es hat gut ausgeschaut für Rapid II, denn man konnte die Führung der Traiskirchner ausgleichen und sogar in Führung gehen. Doch nach der Pause haben die Traiskirchner mit dem ersten Angriff die Rapid-Abwehr beim Schlafen erwischt und der Angriff führte ohne bedeutende Gegenwehr zum Ausgleich, bei dem es dann auch blieb.

Sehr auffällig war Kelvin Arase, der sein Spiel auch mit dem Führungstor krönte, später aber gegen Julian Küssler ausgetauscht wurde. Die Freude nach dem Tor ist groß:

Links

Saison 2016/17

Schade, dass gegen Traiskirchen nicht gewonnen wurde, denn mit einem Sieg wäre Rapid II auf den 7. Platz vorgerückt. So ist es dann aber beim 10. Tabellenplatz geblieben.

Gesamt Heim Auswärts

Interessant ist, dass Rapid II bei den Auswärtsspielen einen besseren Platz belegt als zu Hause. In Punkten ausgedrückt macht man auswärts fast genau so viele Punkte (17) wie zu Hause (19).

Wenn man die beiden letzten Spiele in Dornbach (2000 Zuschauer) und dieses auf West I vergleicht, neigt man dazu anzunehmen, dass es einfach das geringe Interesse ist, das motivatorisch in das Geschehen eingreift. Es macht mehr Spaß, von einem tollen Publikum zu spielen; es gibt das Gefühl, dass das Spiel wichtig ist. Hier ein Blick auf die „Haupttribüne“:

Bei Rapid I ist das nicht so, dort sind Heimspiele deutlich erfolgreicher, wie wir nach dem morgigen Spiel sehen werden.

Auf der Homepage von EwkiL:Rapid ist die tagesaktuelle Tabelle der Regionalliga-Ost zu finden.

Ausblick

Da in der kommenden Saison erstmals die Möglichkeit bestehen wird, dass eine Amateuermannschaft in die zweite Leistungsstufe aufsteigt, fragen sich natürlich alle Zuseher, ob Rapid II das schaffen wird und ob es überhaupt ein erstrebenswertes Ziel wäre.

Der Verantwortliche für den Nachwuchs Willi Schuldes  berichtete in einer der letzten Rapid-Viertelstunden, man wolle sich nicht weiter in der Aufbauarbeit beirren lassen, alles bleibe wie es ist, man werde wegen diesem möglichen Aufstiegsszenario keine Änderungen vornehmen.

Das neue Rapid-Trikot vor dem Stadion

Rapid-Viertelstunde vom 27.5.

  • Marek bei Senf und Ketchup
  • Djuricin bleibt Rapid-Trainer
  • Der Gerhard Hanappi-Hof
  • Vorschau zum Rapidlauf
  • Drei besondere Wimpel
  • Stimmen von Cup-Finale
  • Link zu Video

Mattersburg-Rapid

1:3 (1:1)

Es ist schon lange her, dass Rapid ein Auswärtsspiel gewonnen hat (29.10. Admira), und dass Rapid zwei aufeinander folgende Meisterschaftsspiele gewonnen hat, war nur zwei Mal der Fall  (7.8. Austria, 13.8. Admira und 3.12. St. Pölten, 11.12. Ried). Für uns, die wir mit der Mannschaft mitfühlen, war das schon eine außergewöhnliche Wohltat, dieses Spiel in Mattersburg.

Mit jedem dieser Erfolge steigt das Selbstvertrauen und kehrt wieder Ruhe ein. Dazu hat auch die weise Entscheidung des Sportdirektors beigetragen, der Mannschaft nicht noch eine weitere Veränderung anzutun. Die Mannschaft kann sich ohne weitere Umstellung auf den kommenden Donnerstag vorbereiten. Rapid-Herz was willst Du mehr.

Als Beitragsbild verwende ich ein Bild vom Beginn der Aufwärmphase, weil es ein Spiel war, bei dem Steffen Hofmann die Mannschaft aufs Spielfeld führte und auch 90 Minuten spielte. Wer weiß, wie lange wir das noch genießen können.

Gegen Mattersburg hatten wir in dieser Saison mit 8 Punkten die beste Bilanz von allen Gegnern. Am Sonntag könnten wir das mit einem Sieg gegen St. Pölten noch egalisieren.

Eindrucksvoll ist die Anzahl der 100 Ballkontakte von Stefan Schwab (siehe Statistik im Bericht von der Mattersburg-Homepage).

Wenn Du nichts zu sagen hast, dann schrei es hinaus!

Das scheint das Motto der provinziellen Stadionsprecher zu sein. Unser Hannes (nicht der aus Wien, der aus Mattersburg! Und „unserer“ ist es, weil wir ihn schon jahrelang genießen dürfen), beschränkt seine Ansagen auf die Aufstellung. Als in der zweiten Spielhälfte vor uns auf einmal Traustason auftaucht, wird uns bewusst, dass er das mit keinem Wort erwähnt hat, auch die Nachspielzeit  ist für ihn keines Kommentars wert, dafür lassen seine alles übertönenden Schreie alle Lautsprecher hoffnungslos übersteuern.

Aber angesichts der positiven Ausbeuten nach diesem Spiel, nehmen wir diese Ohrenbeleidigungen gerne mit nach Hause.

Ambiente

Lange Schlangen vor den Kassen schon zwei Stunden vor Spielbeginn lassen einen guten Besuch dieses Spiels vermuten. Es sind dann schließlich 9.500 Besucher. Diese 9.500 Zuschauer sind aber immer noch deutlich unter dem Besucherschnitt aller bisherigen 27 Rapid-Auswärtsspiele in Mattersburg und der liegt bei 11.050 (Aktuelle Gegner Zuschauerzahlen pro Spiel).

Das gemütliche Sport Cafe unter der Tribüne bietet neben dem üblichen Fußball-Tratsch auch eine Rückschau auf die letzte Runde. Es wird uns bewusst, dass es noch eine Weile dauern wird, bis Rapid wieder „Rapid“ ist, denn der letzte Sturm-Sieg war doch eine ziemliche Glücksache.

Support

Der Nordwestwind ließ zu Spielbeginn die Fahnen eindrucksvoll flattern.

Es sind immer wieder neue Fangruppen dabei. Gesehen haben wir die „Grüne Szene Weinviertel“ und „Silberfüchse Hütteldorf“.

Lesestoff bieten die verschiedenen Fangruppen auf Transparenten und Doppelhaltern. Das Angebot liegt zwischen extremer Zuwendung zur eigenen Mannschaft bis zur extremen Verächtlichmachung des Gegners. Nicht alles, was da zu lesen steht, muss man unbedingt aufschreiben und in die Höhe halten aber irgendwo zwischen diesen Extremen zwischen Innen und Außen, Kollektiv und Individualismus, zwischen Freund und Feind zwischen Inklusion und Abgrenzung spielt sich unser aller Leben ab.

Auf einem Fiat-Doblo liest man: „Deutscher Meister 1941“, „Rotterdam 85 Bartl, Hermann, Franz und Leo waren dabei“, „Bremse auch für Austrianer und Salzburger“.

Bei dieser Fahrt wurden Christian und Florian durch Mario verstärkt, der sich bemüht hat, für gute Laune zu sorgen; manchmal auch ein bisschen viel.

Beim Nachhauseweg stellt uns Christian(rechts) in seiner unnachahmlichen Direktheit Brucki vor, dessen Blog mich immer schon beeindruckt hat, weil seine Erlebnisse in der Fußballwelt weit über den grün-weißen Tellerrand hinaus gehen und er seine Berichte mit eindrucksvollen Bildern dokumentiert. Schaut Euch in Bruckis Blog um. Bruckis Posts sind auf der Seite EwkiL:Rapid -> News -> nach Kanal -> Brucki zu finden.

Links

Rapid-Sturm

1:0 (1:0)

Nach dem „Gesetz der Serie„*) wäre ein Sieg am Programm gestanden. Und so war es auch. Es wurde ein Sieg (ein Arbeitssieg, wie viele meinen); nach dem Spiel in der ersten Halbzeit ein verdienter, nach der zweiten eher ein glücklicher.

Die Spielzüge in der ersten Halbzeit waren sehenswert und machten Hoffnung. Die Freude nach dem schönen Tor von Tamás Szántó war entsprechend groß:

Wo sind aber die Zeiten, dass es eine Tugend von Rapid war, in der zweiten Halbzeit nachzulegen? Gut, man kann sagen, dass dieser Sieg so extrem wichtig war, dass das Ergebnis mehr zählt als ein schönes Spiel. Fast wäre uns ja dann in der zweiten Halbzeit sogar das 2:0 gelungen aber die Latte hat das zu verhindern gewusst.

Während unser Gegner drei taktische Wechsel ausführen konnte, setzte sich bei Rapid das Verletzungspech fort. Gleich drei Ausfälle – Kvilitaia, Szántó, Schaub – mussten verkraftet werden, wobei Kvilitaia bis Mitte Juli ausfallen wird. Damit im Zusammenhang steht, dass Steffen Hofmann nicht zum Einsatz kam und auf seinen Einsatz für einen neuen Vereinsrekord in den verbleibenden drei Spielen hoffen muss.

Aufwärmen

Choreografie

Die Choreografie zeigte den Schriftzug „Ultras 1988“ und den Untertitel „…solange noch ein Tropfen Blut durch unsere Adern zieht“.

Der Sturm-Bock textete „Sportklub Sturm Graz“, goldene Schrift auf schwarz-weißem Grund, eingerahmt von weißen (oben) und schwarzen (unten) Luftballons.

Geschafft, Abstiegsgefahr endgültig gebannt! Das alles hätten wir billiger, viel billiger haben können.

Ein bisschen ist die Situation wie seinerzeit, als Zoki als kurzzeitiger Interimstrainer nach dem Abgang von Peter Pacult erste Bundesligaerfahrung sammeln konnte. Da sich aber der neue Cheftrainer Peter Schöttel nicht bewährt hat, kam dann doch wieder Zoki zum Zug – und gut wars.

Aber eigentlich wollen wir gar nicht, dass sich das wiederholt, es soll doch besser werden, also wünschen wir dem neuen Trainer – wer immer es sein wird – viel Erfolg. Gogo wird uns ja in jedem Fall erhalten bleiben – wie kolportiert wurde.

Was wäre, wenn…

…wir gleich mit Gogo gespielt hätten? Immerhin leitete er seit April bereits 8 Spiele. Nehmen wir an, er hätte diese Ergebnisse über die ganze Saison aufrechterhalten können, hätte wir jetzt 1,67*36 = 49 Punkte und wären auf dem 5. Platz.

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*) Gesetz der Serie

Den Begriff „Gesetz der Serie“ wurde 1919 von Paul Kammerer geprägt, damals aber eher aus den Bereich der Esoterik definiert, dass sich Dinge aus uns unbekannten Ursachen wiederholen.

Bei zufälligen Ereignissen gilt nur das Gesetz der großen Zahl, also des Mittelwerts. Aber viele Vorgänge mit durchaus zufälligem Charakter zeigen auffällige Häufungen.

In natürlichen zufälligen Ereignisse, wie zum Beispiel dem Wetter, wissen wir, dass das Wetter nicht stündlich oder täglich wechselt sondern die Tendenz hat, längere stabile Perioden zu haben, dass also die Wahrscheinlichkeit, dass eine Wetterlage einige Zeit Bestand hat, größer ist als eine Änderung. Es gibt auch andere Beispiele in der Technik, die trotz aller sonstigen Zufälligkeiten solche Gesetzmäßigkeiten zeigen.

Im Fußball ist das nicht unähnlich; wir nennen das gerne einen „Lauf“ – oder dessen Gegenteil, eine Negativspirale.

Gerade die abgelaufene Rapid-Saison hat uns gezeigt, dass ein bisschen Pech leicht dazu führen kann, dass Selbstvertrauen abgebaut wird und man sich in einer Negativspirale wiederfindet, und die Ergebnisse dann ebenso den Charakter einer gesetzmäßigen Serie haben.

Seit Abgang von Damir Canadi haben die Ergebnisse von Rapid einen neuen Charakter; sie sind „durchwachsen“. Es folgte nach jedem Sieg eine Niederlage und zwar ohne Ausnahme, beginnend beim Cup-Viertelfinal-Spiel gegen St. Pölten:

S N S N S N S N S

und man wäre geneigt anzunehmen, dass sich dieser Trend auch für das heutige Spiel fortsetzt. Und mit diesem Spiel haben wir das bisherige Punktemittel von 1,5 etwas überschritten und sind nunmehr bei 1,67 Punkten pro Spiel und erstmals seit November des Vorjahres ist das Leistungsmittel wieder über die 50% Marke geklettert. Siehe Grafik auf der Seite 123.ewkil.at.

Wenn sich die Serie fortsetzt, würden wir das nächste Spiel gegen Mattersburg verlieren. Aber natürlich gehen alle diese Serien wieder zu Ende und das wäre gut, denn was wir brauchen, ist Selbstvertrauen für das Cup-Finale und daher wären noch Punkte in den letzten Spielen wünschenswert, um diesen 6. Platz auch in der Schlusstabelle halten zu können und mit Zuversicht nach Klagenfurt fahren zu können.

TORNADOS Spezial, Ausgabe 39

Die Menge an Rapid-Lesestoff, die Fangruppierungen in Form von Zeitschriften zur Verfügung stellen, ist beachtlich. Die heute erstmals zum Verkauf angebotene Spezialausgabe der Tornados hatte das Schwerpunktthema „Böhmen, Mähren und Rapid“ und übersetzte auf der Titelseite das Motto des Rapideum „Gemeinsam – kämpfen – siegen“ ins Tschechische als společně – bojovat – zvítězit„.

Zu dieser Ausgabe habe ich eine besondere Beziehung. Im April traf ich zwei Redakteure der Tornados im Cafe Dresdnerhof und wir plauderten über die Tschechen in Wien und über die Tschechen bei Rapid. Vieles davon wurde in diesem Artikel verwendet. Ich musste mich auf dieses Treffen vorbereiten und habe dazu einiges in einem persönlichen Artikel „Tschechen bei Rapid“ zusammengefasst.

Dazu möchte ich einige Ergänzungen anbringen, denn anders als dem drucktechnisch bedingten begrenzten Platzangebot einer Zeitschrift, haben wir hier im Internet Platz genug.

Warum Turnen bei den Tschechen so wichtig ist

Gleich auf Seite 5 im Tornado-Spezial steht, dass die Tschechen eine größere Begeisterung für Sport. besser gesagt Volkssport, haben. Wer das als Wiener liest, könnte vielleicht der Meinung sein, dass das doch nicht sein könne, weil wir ja Rapid und die Donauinsel haben. Es ist aber so, dass es – zumindest bei den Wiener Tschechen – ganz normal war (und ist), einem Turnverein anzugehören; passiv – also nur Mitglied – sowieso, das ist Ehrensache, aber in vielen Fällen durchaus auch aktiv; nicht nur als Leistungssportler sondern – und das ist eben der Unterschied – praktisch alle vom Kleinkind bis zu den Ältesten. Die bekannteste dieser Turnvereine ist der Sokol (Falke).

Das sind seit dem 19. Jahrhundert gewachsene Strukturen, die eine starkes Zusammengehörigkeitsgefühl dieser autochtonen Volksgruppe zur Folge haben. Vermutlich stärkten diese Bewegungen in Böhmen das Nationalbewusstsein der Kronländer und halfen dabei, als Volksgruppe in Wien bis heute zu bestehen.

Diese Sokol-Turnvereine sind über die ganze Welt verstreut, überall dort, wohin es eben Tschechen verschlagen hat. Und diese Vereine treffen alle vier Jahre zu einem großen Schauturnen zusammen. Hier seht Ihr ein Bild eines dieser Schauturnen im Gerhard-Hanappi-Stadion aus dem Jahr 1983:

Wenn man das so sieht, wird man an Aufmärsche des Tausendjährigen Reichs erinnert und so ganz falsch ist das nicht, denn die nationale Ausrichtung ist nicht zu übersehen.

Ein Sokol-Turner wird auch – wenn es soweit ist – mit militärisch anmutender Ehrenwache verabschiedet:

Diese Uniformen haben aber mit Militär nichts zu tun; es sind Phantasieuniformen, die tschechischen Trachten als Vorbilder haben.

Links zu Sokol

Zeugnis von Walter Zeman

Noch eine Kleinigkeit zu dem auf Seite 9 abgebildeten Zeugnis von Walter Zeman. Das Bemerkenswerte ist, dass es in deutscher Sprache abgefasst ist „Deutsches Reich, Reichsgau Wien“. Bis 1938 und ab 1945 waren diese Zeugnisse der (vor 1938 32) tschechischen Schulen in Wien immer in tschechischer Sprache abgefasst. Hier seht Ihr mein eigenes Zeugnis aus dem Jahr 1958:

Das Zeugnis ist vom selben Schulverein „Komenský“ bei dem auch Walter Zeman zur Schule ging. Dieser Johann Amos Comenius („Komenský“) war ein bedeutender Pädagoge im 17. Jahrhundert, der ein gesamtheitliches Lernen vorgeschlagen hat, das in tschechischen Schulen bis heute Bestand hat. Was man in Österreich heute gegen viel Widerstand versucht als „Ganztagssschule“ einzuführen, heißt in Tschechien einfach nur „Schule“ und funktioniert tatsächlich den ganzen Tag, bis eben die Eltern Zeit haben, die Kinder wieder abzuholen. Straßenschuhe gibt es nicht, auch keine Überkleider in den Klassenräumen.  In der Schule ist es wie zu Hause.

Einladung zum Vortrag „Bitcoin“

Nicht zuletzt durch die letzte weltweite Attacke durch Erpresser-Viren kam auch die digitale Währung, „Bitcoin“ ins Gerede, weil Bitcoin als Zahlungsmittel für die Erpressergelder vorgesehen war; und das, weil man damit den Geldfluss (fast) nicht mehr nachvollziehen kann. Aber Bitcoin und die Blockchaintechnologie sind deshalb nicht besser oder schlechter als andere Erfindungen, sie zeigen nur, dass man in der digitalen Welt Technologien entwickeln kann, die eben keine besonderen Spuren hinterlassen. Es ist ein bisschen so wie der Geldkoffer von KHG.

Wir haben bereits lange vor diesem Hackerangriff unsere Abschlussveranstaltung im Juni dem Thema „Bitcoin“ gewidmet. Wenn jemand aus dem Kreis der Leser einen Einführungsvortrag von einem wirklichen Profi hören will, kann er sich diesen Termin vormerken. Aber eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich, weil wir mit vielen Besuchern rechnen und die Anzahl der Plätze beschränkt ist.

  • Vortrag „Bitcoin“
  • Vortragender Max Tertinegg, Coinfinity, Graz
  • Dienstag 2017-06-13, 18:00, Vortrag ab 18:30
  • Digital Society, Graben 17/10, 1010 Wien
  • Anmeldung zum Vortrag Bitcoin
  • Veranstalter: ClubComputer, Vereinigung von Computer-Benutzern

Walter Zeman, 90 Jahre

Anlässlich des 90. Geburtstags der Tormann-Legende fassen wir Wissenswertes über diesen Ausnahmespieler zusammen. An Hand der Seite 123.ewkil.at lassen wir die Rapid-Karriere des Walter Zeman Revue passieren.

Walter Zeman spielte von 3.9.1945 bis 28.9. 1960 bei Rapid. Er absolvierte 259 Pflichtspiele. In diesen Spielen schoss Rapid 982 Tore und Walter musste 401 Mal den Ball aus dem Netz holen. Er hat also 1,55 Tore pro Spiel kassiert. Das ist relativ viel, man muss aber bedenken, dass seine Vorderleute in diesen Spielen sagenhafte 3,89 Tore geschossen haben. Der damalige Fußball war deutlich torreicher. Berücksichtigt man also diese Relation der erhaltenen und erzielten Tore, dann liegt Walter Zeman an der Spitze aller Keeper (ausgenommen Torleute mit wenigen Spielen).

Seine Trainer waren Viktor Hierländer, Rober Körner, Rudolf Kumhofer, Max Merkel, Hans Pesser, Josef Uridil und Franz Wagner.

Seine Mitspieler waren Lukas Aurednik, Johann Bauer, Josef Bertalan, Lothar Bilek, Franz Binder, Friedrich Csarmann, Robert Dienst, Karl Domnanich, Durlach, Josef Eder, Leopold Eineder, Wilhelm Fitz, Rudolf Flögel, Herbert Gartner, Leopold Gernhardt, Helmut Geyer, Karl Gießer, Walter Glechner, Franz Golobic, Paul Halla, Gerhard Hanappi, Ernst Happel, Josef Hartl, Franz Häusler, Franz Hofer, Josef Höltl, Karl Hönig, Ludwig Huyer, Karl Jestrab, Robert Kaffka, Franz Kaspirek, Adalbert Kaubek, Josef Kirner, Roman Knor, Franz Knor, Siegfried Kometer, Alfred Körner, Robert Körner, Lambert Lenzinger, Kurt Linder, Franz Lukas, Bruno Mehsarosch, Max Merkel, Erich Müller, Josef Musil, Johann Neuhold, Milan Nikolic, Rudolf Nuske, Karl Osicka, Alfred Pavuza, Dieter Pflug, Franz Prak, Erich Probst, Manfred Reiter, Peter Reiter, Franz Ribitzky, Johann Riegler, Herbert Schaffranek, Walter Schiff, Kurt Schindlauer, Bruno Schlager, Georg Schors, Walter Seitl, Walter Skocik, Ferdinand Smetana, Engelbert Smutny, Johann Steup, Leopold Ströll, Alfred Teinitzer, Walter Traube, Alfred Vuga, Walter Vybiral, Franz Wagner, Stefan Wagner, Friedrich Wolfsbauer, Wilhelm Zaglitsch, Stefan Zajic.

Walter Zeman im Tagebuch

Über die Tschechen

„Zeman“ scheint einem Uneingeweihten ein nicht untypischer Wiener Name zu sein; es gibt auch eine gleichnamige Fahrschule und einige andere Unternehmen; alle sind sie Überbleibsel einer längst vergessenen Welt. Sie legen Zeugnis ab von der Zuwanderung bis 1914 und zeigen, dass alle diese ehemals gar nicht so willkommenen Ziegelböhm – auch Walter Zeman war ein solcher, wohnhaft in Vösendorf – das Wien mitgeformt haben, wie wir es heute kennen.

„Zeman“ ist eines jener – eher seltenen – tschechischen Wörter, die ganz ohne Hatscheks auskommen. Es heißt auf Deutsch „Edelmann“. Die typisch wienerische Aussprache, etwa wie ‚tséman‘ ist nicht korrekt, denn das ‚z‘ im Tschechischen ist im Deutschen unbekannt; es ist ein tief summendes ’s‘. Ein ’s‘ summt irgendwo auf der Zungenspitze, das tschechisch ‚z‘ aber bringt den ganzen Rachen ins Summen.

Hier findest Du eine Darstellung der „Tschechen bei Rapid“.


Auch die Rapid-Viertelstunde hat dieses Jubiläum in seiner Ausgabe gebührend festgehalten:

Rapid-Viertelstunde vom 19.5.

  • Die Zeman-Vitrine
  • Bei Zemans Familie 1
  • Special Needs Turnier
  • Nachwuchs-Turniere
  • Fredy Bickel Geburtstag
  • Bei Zemans Familie 2
  • Fan-Umfrage Hofmann
  • Link zum Video

Sportklub-Rapid II

1:2 (0:0)

Es war ein interessantes Spiel zwischen grün-weiß und schwarz-weiß, zwischen Hütteldorf und Dornbach und unser Eindruck war, dass Rapid insgesamt mehr vom Spiel hatte. Insbesondere Arase, der einige Male die Seite gewechselt hat, war sehr auffällig. Sowohl er als auch Kovacec haben ihren Treffer jeweils in sehenswerten Aktionen eingeleitet und dann – statt abzuschließen – den Ball zunächst abgegeben und ihn postwendend zurück bekommen – und gepasst hat es.

Warum in die Ferne schweifen, denn die guten Spieler sind so nah!

Man sollte nicht unerwähnt lassen, dass Aluminium auf beiden Seiten Treffer verhindert hat. Warum der Schiedsrichter am Ende mehr als 7 Minuten hat nachspielen lassen, ist nicht ganz klar, den Gründe gab es keine besonderen. Jedenfalls machte die Stadionuhr nicht mehr mit und ging bereits wieder in die Grundstellung – obwohl das Spiel noch in Gange war.

Eine Begegnung auf dem Sportklub-Platz verspricht Fußballatmosphäre; ganz anders als die – eher – Trainingsatmosphäre von West 1. Mehr als 2000 Besucher fanden sich am Sportklubplatz ein; vor dem Spiel bei einem der gemütlichen traditionellen Straßenfeste in der Alszeile (Rapid-Dorf schau obe).

Bei Spielbeginn wurden verdiente Spieler des Sportklub geehrt und es wurde auch darauf hingewiesen, dass man kurz davor stehe, den Buchstabenstreit über das ‚C‘ und ‚K‘ endgültig beizulegen. Die Friedhofstribüne meinte auch in einem Spruchband: „2wei Vereine sind einer zu viel!“

Es ist beachtlich, mit wie viel Aufwand die Stadionzeitung hergestellt wird (siehe Links).

Auf der Hernalser Hauptstraße fanden wir eine Ehrentafel, die an den verdienstvollen Sportklub-Spieler und späteren Teamchef Erich Hof erinnert. (Sein Bruder Norbert spielte zwischen 1971 und 1976 bei Rapid.) Auch an dieser Tafel geht der Namensstreit zwischen WSK und WSC nicht spurlos vorüber, ein Pickerl meint, dass WSC der richtige Name wäre: wir werden sehen!

Links

Offenbarungen der hiesigen Seele

Offenbarung 1

Offenbarung 2

Reaktionen

Auffällig ist, dass Rapid innerhalb von drei Tagen auf das Ereignis reagiert hat; was mit den Herren Studiosi geschieht, weiß man nicht so genau und es beschleicht uns ein beklemmendes Gefühl, wenn man sich vor Augen führt, dass diese Personen in einigen Jahren als Juristen über Sachverhalte zu entscheiden haben, dieses Gedankengut im Hinterkopf habend. Wäre da nicht mehr zu tun?

Ein interessanter Aspekt der Fernsehdokumentation wäre aber auch für den Bereich „Fußball“ überlegenswert. Die 32 Personen, die der sonderbaren Facebook-Gruppe angehörten, wurden von Danielle Spera (Direktorin des jüdischen Museums) eingeladen, an einem Workshop teilzunehmen und tatsächlich haben sich zwei dieser 32 Personen dazu bereit erklärt. Mein Vorschlag dazu am Ende des Artikels.

Symbolisch für dieses Thema verwende ich ein Bild des Holocaust-Mahnmals in Berlin. (Quelle pixabay)

Obwohl hier zwei „Offenbarungen der hiesigen Seele“ zufällig zusammentreffen, möchte ich als langjähriger Beobachter der Fußballs in der Variante „Rapid“ darauf hinweisen, dass der Schweregrad der Verfehlungen sehr verschieden ist – auch die Konsequenzen.

Bei den Studiosi bleibt einem einfach die Spucke weg, man findet weder eine Erklärung, noch eine Entschuldigung – aber Konsequenzen bleiben aus. Laut Fernsehreport kann man sie nicht etwa von Studium ausschließen.

Die Rufe am Fußballplatz sind erlernt und tradiert „am Platz“, sind Teil einer Ausdrucksforn des ewig scheinenden Konflikts zwischen Grün-weiß und Violett. Anders als bei den Akademikern sind diese Rufe öffentlich und geben uns die Chance, etwas zu verändern. Aber die Rufer sind keine praktizierenden Antisemiten wie die Zeitungen meinen. Konsequenzen folgten auf dem Fuß.

Wenn diese beiden Verfehlungen gleich gewichtet wären, müssten doch auch die Konsequenzen dieselben sein – oder nicht?

Dabei ist es aber genau umgekehrt. Jene, die trotz vorhandenem Verständnis für die Rechtslage gegen jede Moralvorstellung handeln, müssen praktisch keine Konsequenzen erwarten; warum eigentlich? Sind sie etwas Besseres? Und die anderen, die etwas wiederholen, was sich seit Jahrzehnten ungeahndet im Bereich des Wiener Derby wiederholt, werden zukünftig nicht mehr das Stadion betreten dürfen. Aber sind wir daran nicht alle ein bisschen mitschuld, indem wir in all den Jahren vorher dieselben Rufe geduldet haben und zu wenig dagegen unternommen haben?

Meine Wahrnehmung

Wir waren bei dem Spiel von Rapid II gegen die Austria Amateure auch anwesend und haben gegen Spielende einen Tumult wahrgenommen, haben aber die besagten Rufe nicht erkannt. Auch die in größerer Nähe stehenden Rapid-II-„HardCore“-Anhänger haben es nicht unmittelbar gehört aber so nach und nach wurde bekannt, um welche Gruppe es sich gehandelt hat.

Besucht man Fußballspiele, dann gehört man nach einigen Jahren irgendwie „dazu“. Ich fürchte, ich selbst bin da mittendrin in „der Szene“. Nicht im Zentrum des Blocks, eher in der Peripherie, aber durch die große Anzahl unserer Begegnungen mit dem Publikum bei Spielen von Rapid II wissen wir, wie groß die Abneigung gegenüber dem jeweiligen Gegner und ganz besonders gegen den Stadtrivalen ist.

Am Fußballplatz gibt es ein Vokabular, das mir persönlich überhaupt nicht behagt, und ich habe mir angewöhnt, das Gehörte dort zu belassen, wo ich es gehört habe: am Fußballplatz und man darf es nicht in den Alltag stellen und aus dem Zusammenhang. Und ganz besonder aber haben – nach meiner Ansicht – diese Rufe im Fall der betroffenen Gruppe – nichts mit Antisemitismus zu tun, auch, wenn es sich so anhört.

Einzelne Fans wurden mehr durch den Fanblock denn durch ein intaktes familiäres Umfeld sozialisiert. Dieses Umfeld im Block ist es, das man behutsam beeinflussen muss. Behutsam deswegen, weil es nicht darum gehen kann, jemanden auszusperren, sondern darum, Mängel der Sozialisierung zu korrigieren.

Beispiel 1: Eine sehr freundliche Besucherin von Rapid-Spielen, die sich abseits des Spiels durchaus gepflegt auszudrücken pflegt, verwandelt sich während eines Spiels zu einem Hardcore-Fan der Extraklasse. Sie gerät dabei so in Fahrt, dass sie in jeden gegner-verachtenden Chor einstimmen würde, der sich anbietet; ganz egal, mit dem man den Gegner jeweils vergleicht. Das ist völlig irrational aber auch das kann Fußball. Wahrscheinlich ist ein Fußballspiel sogar ein wichtiges Ventil, die Mensch auslebt, wenn er sich die ganze Woche diszipliniert betragen muss. Die Bekannten dieser Besucherin würden sich wundern, wenn sie die Kommentare hören würden.

Beispiel 2: Ein außergewöhnlich treuer Rapid-Fan bezeichnet unsere violetten Freunde manchmal „die Juden“, speziell, wenn wir verlieren. Glaubt es mir, er hat keine Ahnung, was er da sagt. Er spricht nur etwas nach, was er in seiner sonstigen Umgebung aufgeschnappt hat und weil es im Zusammenhang mit der Austria verwendet wird. Von seinem Elternhaus hat er es nicht. Es könnte durchaus passieren, dass er das bei einem Rückstand von Rapid hinausschreit und irgendwo eine Kamera das aufnimmt – und dann haben wir den Salat; er wir möglicherweise wie die vier anderen von Rapid-Veranstaltungen ausgeschlossen. Eine schwerere Bestrafung kann es für ihn gar nicht geben. Es wäre so wie Einzelhaft unter verschärften Bedingungen. Noch einmal: er hat keine Ahnung, was er da sagt – ganz im Gegensatz zu den eingangs erwähnten Juristen.

Und es genügt nicht, ihm zu sagen, dass man das nicht sagt; dazu gehört viel mehr. Bedenkt, er verbring jede freie Minute am Fußballplatz und der Fußballplatz ist seine verlängerte Kinderstube. Ich kann ihn vorsichtig korrigieren aber mit mir verbringt er wenige Minuten aber mit dem Block viele Stunden. Seine Umgebung muss sich ändern, erst dann hat er eine Chance. Und hier wieder ist der Verein gefordert. Angesichts der neuen Massen im Fanblock hat ein Fußballverein eben auch die Aufgabe, seine Anhänger in einer Art Späterziehung zu beeinflussen. Strafen sind aber nur eine Möglichkeit; eine ziemlich hilflose und unwirksame . wie mir scheint.

Rapid hat dabei den Vorteil eines sehr heterogenen Fanblocks, der sich darüber hinaus auch als unpolitisch erklärt hat und von dem bekannt ist, dass er innerhalb der Spiele von Rapid solche Äußerungen wie sie auf West 1 zu hören waren, von sich aus unterbindet.

Es dürfte schon Gruppen innerhalb des Blocks geben, denen man extremes Gedankengut zuschreiben kann. Aber die Gruppe auf West 1 war das vermutlich nicht. Es wurden hier Slogans gerufen, die sich über Jahrzehnte hartnäckig in den jeweiligen Fanblöcken gehalten haben (betrifft die Austria wegen der Kleinheit des Fanblocks noch mehr), ohne dass man das seitens der Vereine ausreichend bekämpft hätte.

Die Maßnahmen, die der Verein zur Aufarbeitung beigetragen hat, also das Museum, die Aufarbeitung der Kriegsjahre durch eine Historiker-Kommission, zusammengefasst im Buch „Grün-weiß unter dem Hakenkreuz“, beeindrucken mich als Leser aber kaum jene, die es betrifft, weil das alles in einer Sprachwelt stattfindet, die eine ihnen fremde ist. Wer von den eigentlichen Adressaten sitzt bei der Sendung „Thema“ vor dem Fernseher und ist betroffen? Wahrscheinlich keiner.

Wanderer kommt Du zu einem Wiener Stadtderby…

…und nehmen wir an, Du kommst aus Deutschland. Dann wirst Du Dich wundern, was hierzulande alles „einegeht“, was westlich von Salzburg eventuell mit einer Strafe belegt wäre. Es geht um die Texte auf Transparenten, Fahnen und Doppelhaltern und die Gesänge zweifelhaften Inhalts.

Ich bedanke mich an dieser Stelle für Links aus der deutschen Presse, die mir ein treuer Leser des Tagebuchs vor einiger Zeit zugesendet hat und die zeigen, dass ein Fußballverein auch anders reagieren kann als es bei Rapid der Fall ist.

„Scheiß xyz“

Die Verbände und Vereine versuchen, die markige Sprache am Fußballplatz zurück zu drängen.

Für einen Doppelhalter mit der Aufschrift „Scheiß Red Bull“ wurde der betreffende Verein vom DFB bestraft; ein Ausspruch, der – laut Portal Faszination-Fankurve – in jedem Bundesligastadion zu hören wäre, auf vielen Fanschals, Trikots und Plakaten aufgeschrieben steht und praktisch Teil der Fußballszene geworden ist.

Die Vereine versuchen, Strafen auf die Verursacher abzuwälzen.

Ein Böllerwerfer des 1 FC Köln aber auch der Fangesang „Dietmar Hopp du Sohn einer Hure“ oder „BVB Hurensöhne“ mit Strafen belegt.

Zwar wird in den Beiträgen eine unklare Haltung des DFB kritisiert, aber diese Links sollen zeigen, dass man sich auch beim Nachbarn mit diesen Auswüchsen auseinander setzt.

Die Kinder sind immer aus Wien

Wählerversammlung der NSDAP 1932

Etwa „begrüßen“ uns die Austria-Anhänger mit „Rapid verrecke“, worauf sich die Rapid-Anhänger geradezu als Literaten betätigen und rufen ihrerseits „Man liest an jeder Ecke, Austria verrecke.“ Unappetitlich, oder?

Wer ganz genau hinhört, weiß, dass es auch den zwischen den eigentlich verfeindeten Fangruppen abgestimmten Ruf „Rapid“ aus dem Rapid-Sektor gibt, auf den der Austria-Sektor konzertiert „verrecke“ antwortet. Die Gruppen sind einander ähnlicher als man das auf Grund der Farben meinen würde. Es findet eine Art Scheingefecht statt. Und wozu dieses? Es dient dem Zusammenhalt der Gruppe!

Und zu diesem Zusammenhalt gehört auch das Übertreten von Grenzen. Sei es gegen unbequeme Gesetze wie jenes über die Pyrotechnik, sei es in Form antisemitischer Rufe. Nach meiner Ansicht überwiegt der Aspekt der Grenzenübertretung gegenüber dem Aspekt tatsächlichen Antisemitismus.

Ich habe mich anlässlich eines in dieser Hinsicht besonders auffälligen Auswärtsspiels im Jahr 2009 an den Fanbetreuer der Austria gewandt (damals gab’s einen solchen, später nicht mehr; wie es heute ist, weiß ich nicht) und wir waren beide einer Meinung, dass man da was tun müsse. Nun sind aber viele Jahre vergangen und es wird nicht besser.

Wir erleben, dass diese markige Ausdrucksweise zu einem Teil des Spiels geworden ist und dass weder die wechselseitigen Beleidigungen noch die antisemitischen Rufe denselben Stellenwert haben wie wenn sie in auf anderem Boden in derselben Form verwendet werden würden.

In einem Artikel in der „Tagespresse“ wurde dem Sprayer „Puber“ vom Richter ein einjähriger Kalligrafiekurs zur Verbesserung seiner grafischen Kompetenz verordnet. Das wirkliche Urteil fiel natürlich anders aus. Aber so schlecht war die Idee gar nicht.

Was wäre, wenn man die Texter des Fanblocks dazu einlädt, gemeinsam mit realen Autoren (Franzobel wäre ein solcher, der eine große Affinität zu Fußball hat) zu einem Workshop einlädt, dessen Ziel es ist, Texte zu erarbeiten, die sowohl die Aggression gegen den Gegner zum Ausdruck bringen und auch einer moderaten moralischen Kritik standhalten?

Nicht strafen, informieren!

Ja, man muss etwas tun, aber vergesst Stadionverbote, die ändern gar nichts, die beruhigen nur die Öffentlichkeit.

Verlangen wir von den Betroffenen die Teilnahme an einem verpflichtenden Kurs, der die Sachverhalte so aufarbeitet, dass es „unter die Haut“ geht. Dazu gehört eine mehr als erklärende Führung im Rapideum mit dem Thema „Fußball im Nationalsozialismus“ und eine Schulung „Judentum für Fußballfans“ im jüdischen Museum.

Die Betroffenen sollten sich nicht nur einen Vortrag anhören müssen. Es gehören harte Filme und audiovisuell aufbearbeitetes Anschauungmaterial über die damalige Zeit dazu und über diese Filme müsste verpflichtend diskutiert werden. Jeder Teilnehmer muss in einer mündlichen und/oder schriftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema zeigen, dass es ihm bewusst ist, was es bedeutet, im historischen Kontext jemanden als „Juden“ zu beschimpfen. Ein geschickt ausgearbeiteter Multiple-Choice-Test könnte so eine Auseinandersetzung- unabhängig von der Bildungsstufe – sein, wir kennen das ja vom Führerschein.

Aktionismus

Die belehrende Art, gegen Antisemitismus aufzutreten, ist möglicherweise bei den eigentlichen Adressaten nicht sehr effizient, weil man mit Ablehnung rechnen muss. Vielleicht können aber außergewöhnliche Methoden helfen, Fußballfans zu beeinflussen?

Ich bin nicht mehr in dem Alter, aktionistisch in einer Fankurve stehen zu wollen. Anderseits beobachte ich aber, dass die „große Gruppe“ sehr anziehend für junge Rapid-Fans ist. Vielleicht könnte man diese Anziehungskraft nutzen, um bei Spielen gezielt Aktionen durchzuführen, die auf Dinge hinweisen, die man beeinflussen will. Als Techniker bin ich zu wenig phantasiebegabt aber für Künstler könnten das willkommene Projekte sein.

Der Block ist während des Spiels „unter sich“. Die Aktionisten brechen dieses „unters sich“ auf.

Ich meine mit diesem Aktionismus, dass Teilnehmer eines (Kunst-)projekts auf den Rängen auftreten. Ein paar Minuten genügen vielleicht. Die wichtigste Botschaft – ganz egal, was sie sonst tun – ist, dass die Kurve nicht der Kurve allein gehört, sondern ein öffentlicher Ort ist und nicht ein „rechtsfreier Raum“, wie das gerne gewollt wird.

Nehmen wir zum Beispiel an, dass diese Aktivisten im Block „Andersartigkeit“, „Judentum“, „Verfolgung“ oder „Aggression“ darstellen, etwas, was die Fans eine Zeitlang aushalten sollen.

Man müsste solche Vorschläge nur einmal einer Künstlergruppe unterbreiten, Künstler sind sicher erfinderischer.

Von verbalen Verfehlungen ist ja nicht der Fanblock allein betroffen, alle Tribünen gehören dazu (wie ich mich überzeugen konnte) , und daher könnten solche Aktionen durchaus stadionweit durchgeführt werden, indem die Künstler durch alle Tribünen wandern.

„Wiener Zucker“ leistet sich solche Aktionen – für höhere Umsätze und gegen die Volksgesundheit. Den Aktionismus können wir vom „Wiener Zucker“ abschauen und in den Dienst der guten Sache stellen.

Links

MV Gregorits Krammer Peschek

Dass auch ein Abstiegsgespenst anwesend gewesen wäre, davon war nichts zu bemerken, als die Präsidiumsmitglieder Petra Gregorits, Michael Krammer und Geschäftsführer Christoph Peschek die Lage von Rapid schilderten.

Ein Blick auf das Auditorium:

Ehrungen

Der formale Teil, die diesjährige Generalversammlung, war schnell absolviert, wichtigster Teil waren die Ehrungen altgedienter Mitglieder, allen voran die Ehrung von Ernest für 50 Jahre Mitgliedschaft beim Klub der Freunde! Wir gratulieren! Hier im Bild mit Präsident Krammer.

Abstiegskampf

Wenn am kommenden Wochenende St. Pölten gegen Ried gewinnt, dann wäre Rapid „aus dem Schneider“ meinte sinngemäß Gerhard Niederhuber, und wir alle wünschen das natürlich, aber mehr noch wünschen wir, dass Rapid im Spiel gegen Sturm seine eigenen Hausaufgaben erledigt, denn mit einer guten Leistung kann sich auch das immer noch nicht regenerierte Selbstvertrauen wieder aufbauen.

Auf das eventuelle Schreckensszenario „Abstieg“ gibt es nicht wirklich eine Antwort und hoffentlich müssen wir uns nicht auf so etwas einstellen.

Was wäre wenn…

Der wichtigste Satz des Abends war aber, dass wir aus allen diesen Ereignissen der abgelaufenen Saison lernen sollen und jeder der Akteure manche Entscheidungen mit dem heutigen Wissensstand anders treffen würde. Aber um eine Entscheidung in der Vergangenheit zu verstehen, muss man sich auf das Informationsniveau von damals begeben, und dann ist vieles wieder verständlich und nachvollziehbar.

Ich ergänze, dass wir alle nicht wissen, was aufgrund einer anders getroffenen Entscheidung in der Vergangenheit passiert wäre. Wenn nämlich die Verletztenserie tatsächlich etwas mit dem allgemeinen Druck im Herbst zusammenhängt („psychosomatisch“), dann hätte sie wohl jeden Trainer getroffen, egal, wer es gewesen wäre.

Wenige Eigenbauspieler

Eine Beobachtung, die Michael Krammer analysierte war, dass wir einige Spiele in unseren Reihen hatten, die später in höheren Ligen durchaus erfolgreich waren, wie etwa Beric, Kainz, Burgstaller und andere. Aber alle diese erfolgreichen Spieler benutzten Rapid allesamt als Sprungbrett aber keiner von ihnen stammte aus dem eigenen Nachwuchs. Dieser Umstand gibt zu denken und daran wird gearbeitet.

Befremdlich war auch die Schilderung des Verhaltens von Nachwuchsspielern, die bei der Frage nach Idolen und Zielen sehr selten bis gar nicht die eigene Kampfmannschaft als Vorbild und auch als erstrebenswertes Ziel genannt haben, sie sahen ihre Zukunft (ein ‚bisschen‘ unrealistisch) „in Barcelona“, ohne zu bedenken, dass jeder Weg dorthin immer ihren Anfang in der eigenen Kampfmannschaft liegen muss.

Das ist auch eine wichtige Aufgabe von Petra Gregorits, durch die bereits eingeführte Patenschaft von Stammspielern der Kampfmannschaft mit einer der Jugendmannschaften, die Bindung der Schüler an den Verein zu stärken.

Trainingszentrum

Es ist ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt, den Standort und die Bedingungen für ein Trainingszentrum zu finden und zu optimieren. Man benötigt dafür mindestens 8 Plätze. Es sei nicht einfach, im derzeitigen Bauboom eine solche Fläche zu finden.

Ein wichtiger Punkt ist die Kommunikation zwischen allen Schüler-, Jugend-, Amateur- und Profimannschaften, denn gerade diese Kommunikation zeigt den jüngeren Spieler die Ziele auf, wohin ihr Weg führen kann. Durch die derzeit örtliche Aufteilung fänden zu wenige solcher Kontakte statt.

Der von Damir Canadi angesprochen Umstand, dass man die Bedingungen am gegnerischen Platz derzeit nicht nachbilden kann (es geht um die realen Maße anderer Spielfelder), wird am Platz 8 im Happel-Trainigszentrum realisiert werden. Dieser Platz hat als einziger die Abmessungen realer Spielfelder und wird in einen Rasenplatz umgewandelt werden.

Die Bildung einer Damenmannschaft hängt mit dem funktionierenden Trainingsgelände zusammen und kann derzeit noch nicht realisiert werden. Man wisse aber von diesem Wunsch und werde darauf nicht vergessen.

Bedingungen bei RedBull

Es wurde berichtet, dass bei RedBull 16-jährige Talente um hohe Summen eingekauft und ausgebildet werden; alles das sind Dinge, die bei allen anderen Bundesliga-Vereinen nicht möglich sind. Ganz abgesehen davon, dass RedBull nicht eine Kampfmannschaft mit nachgelagerten Nachwuchsteams betreibt, sondern ein ganzes Netzwerk von Vereinen auch in höheren Ligen, wie zum Beispiel Liefering in Österreich anderen Mannschaften in anderen Kontinenten.

Schließlich wurde auch auch aus einem Bericht im „Kicker“ zitiert, dass etwa bei RedBull/Rasenball Leipzig nicht mehr als 17 stimmberechtigte Mitglieder gibt, man dort also eine Mitgliederverein vortäuscht, wo keiner ist.

Wir können gespannt sein, wie die UEFA diese Situation bewertet und ob sie beiden Mannschaften, Salzburg und Leipzig die Spielberechtigung erteilen wird. Mein Tipp: ja, sie wird das tun, weil es ihr nicht um faire(re) Bedingungen für den Wettbewerb sondern um maximale Gewinne geht.

Finanz

Dass bei Rapid ein Zuschauerschnitt von über 20.000 trotz der verpatzten Saison erzielt wird, spricht für den Zusammenhalt der Rapid-Familie und man kann durchaus stolz darauf sein, dass man das schafft. Mehr noch, man schafft trotz der überraschenden Ausgaben für gekündigtes Personal ein ausgeglichenes Budget.

Immer wieder wird von 10 Millionen gesprochen, die dem Laien suggerieren, dass man diese „im Talon“ hätte. Das ist aber nicht so, denn dieses „Eigenkapital“ besteht größtenteils aus Anlagenwerten.

Geld spielt nicht Fußball…

…wird gerne Richtung RedBull skandiert. Aber ohne Geld schaut es ziemlich traurig aus, wie wir aus mageren Jahren der Vergangenheit wissen. Gar nicht auszudenken, wenn uns diese Horrorsaison ohne den Einnahmenzuwachs der heurigen Saison getroffen hätte.

Die immer wieder vorgetragene Kritik, dass man sich zu viel um die Vermarktung kümmert aber zu wenig um den Sport, können wir an dieser Stelle ein letztes Mal erwähnen aber auch gleich vergessen, weil wir das erwirtschaftete Geld einfach brauchen und sei es, um vorzeitig beendete Verträge auszuzahlen.

Christoph hat erwähnt, dass seit Saisonbeginn 13 (!) neue Sponsoren gewonnen werden konnten; eine beeindruckende Zahl.

Neue Spieler

Wir spielten in der vergangenen Saison im Prinzip mit demselben Kader. Veränderungen gab es nur bei Kainz (ersetzt durch Traustason). Prosenik (erstzt durch Kvilitaia) und Petsos (ersetzt durch Mocinic. Wer hätte vor der Saison die hartnäckigen Verletzungen geahnt, zu der dann auch die von Schwab und Schobesberger dazukam.

Da es in der heurigen Saison keine „natürlichen“ Abgänge gibt, werde man versuchen, durch Einbindung der Spielerberater einen gewissen Druck auszuüben, um Spieler zu einem Wechsel zu bewegen, weil sie mit keinen Einsatzminuten rechnen können. Ob diese Möglichkeit aber in allen Fällen erfolgreich sein wird, werden wir sehen.


Wir bedanken uns für den lehrreichen Besuch und wünschen der Führungsriege viel Erfolg bei der bevorstehenden Nominierung des neuen (alten?) Cheftrainers; wir alle könnten „ein kleines bisschen Glück“ brauchen.

Petra Gregorits, Florian, Michael Krammer

Peter, Christoph Peschek, Janine

Christian, Christoph Peschek

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