Bei Freunden in der Wachau

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So ist es, wenn Du in Emmersdorf als Rapidler begrüßt wirst.

So wirst Du in Emmersdorf begrüßt
So wirst Du in Emmersdorf begrüßt

Und diese Fahne weht nicht immer. Sie weht an besonderen Rapid-„Feiertagen“, wie zum Beispiel am 8. Jänner oder auch einmal 32 Tage lang, damals als Rapid den 32. Meistertitel eingefahren hat, oder eben, wenn Gäste kommen.

Dieses Haus war einmal ein Schweinestall mit einem Heuboden. Heute ist es die Heimstätte für eine riesige Zahl von Erinnerungen an ein Leben mit Rapid, welches – begünstigt durch die besonderen Bezüge zu Rapid – uns mit offenem Mund dastehen und einfach staunen lässt.

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Ich habe an der sinkenden Batterieladung an der Kamera bemerkt, dass wir da etwas ganz Besonderes besucht haben. Mehr als 350 Bilder illustrieren unseren Besuch und einige davon haben wir in diesem Bericht herausgegriffen.

Kein Detail ist ohne irgendeinen Bezug zu Rapid. Der Gitterrost am Eingang enthält Rasen der Pfarrwiese, des Hanappi-Stadions und auch des Happel-Stadions.

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Der ursprüngliche Licht-Schalter am Eingang zum Schweinestall wurde mit einem grünen Kontroll-Licht versehen;

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ein Schild zeigt die Entfernung zum Hanappi-Stadion;

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jede Ecke ein Altar…

Familiäres

Andreas, oder Andy, wie ihn alle nennen, ist der Bruder des um zwei Jahre jüngeren „ersten“ Rapid-Masseurs Wolfgang Frey. Andy erzählte uns von der Zeit als sein Bruder noch „zweiter Masseur“ bei der Vienna war und damals ein Angebot von Rapid bekam, „erster“ Masseur werden zu können. Seit dieser Zeit begleitet Andy seinen Bruder als ein intimer Anhänger und ist den Spielern dadurch näher als andere das sein können.

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Andy Frey in seinem Reich. Rechts hinten ein Original-Spind aus dem Hanappi-Stadion

Wie eng die Bindung von Andys Familie an die Rapid-Familie ist, kann man daran erkennen, dass Andy der Trauzeuge bei der Hochzeit von Steffen Hofmann war und Steffen seinerseits Trauzeuge bei Andys Hochzeit.

Andy ist Obmann des Rapid-Fanklubs „Grüne Reblaus Wachau“. Der Fanklub hat mehr als 200 Mitglieder aus dieser Region. Zu einer vorgeschlagenen Vergrößerung des Fanklubs um den Raum Erlauftal/Wieselburg kam es nicht, weil man damit den familiären Rahmen für gemeinsame Fahrten mit einem Bus verlassen hätte.

Mir scheint aber das Wesentliche gar nicht die unglaubliche Zahl von Ausstellungsstücken sondern der Umstand, dass in all der Pracht gelebt wird, Feste gefeiert werden und vor allem, dass Andy zu jedem der Ausstellungsstücke eine Geschichte erzählen kann, wie weiter hinten gezeigt wird.

Die Gäste

Wir, das waren Christoph, Florian und Franz.

Christoph ist Obmann des Rapid-Fanklubs „Grün Weiße Distel“ und wir, Florian und Franz sind die Gründer von „EwkiL:Rapid“, Gleichzeitig sich wir drei auch Mitglieder vom „Klub der Freunde des S.C. Rapid“. Ursprünglich hätte auch Jürgen von Forza Rapid mitfahren wollen, aber die Arbeiten an der neuen Ausgabe haben ihn daran gehindert.

Im Bild sitzen wir im Steffen-Stüberl (vlnr. Christoph. Florian, Franz).

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Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus:

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Unser Samstagprogramm war der Besuch der Rapid-Sammlung von Andy, danach ein gemeinsames Mittagessen in der „Herberg zum schwarzen Bären“ in Emmersdorf

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und schließlich der Besuch des Ligapiels St.Pölten-Rapid.

Was, da kommt noch was?

Man betritt das Steffen-Stüberl, den früheren Schweinestall. Die Sitzecke ist nach den Tribünen bekannt. Schon dieses Stüberl ist imposant. Dichtest angefüllt mit „Rapid“. Man meint, das wäre die Sammlung von Andy. Aber zwischen all den Devotionalien versteckt sich eine leicht zu übersehende Holztreppe, die den Aufgang zur eigentlichen Kathedrale im Dachboden eröffnet:

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Der Plafond

Ein normalerweise weniger genutzter Bereich ist der Plafond. Nicht so in Andys Rapid-Refugium. Denn der Plafond bietet Raum für Hunderte Schals, Wimpeln und Fahnen.

Bei geringer Deckenhöhe, wie im Steffen-Stüberl, sind die Schals horizontal angeordnet,

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am Dachboden hängen sie senkrecht und das verstärkt das Kathedralenhafte dieses Gebäudes.

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Spind und Sessel aus St. Hanappi

In Andys Rapid-Reich gibt es nicht einen Sessel aus St. Hanappi sondern eine große Zahl solcher Sessel, von jeder Tribüne einer, manchmal auch zwei. Und auch den Nachbarspind von Steffen Hofmann, die Nummer 8,  nennt Andy sein eigen.

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Logo im Dachgiebel

Jedes Stück hat so seine Geschichte. Das Logo im Dachgiebel etwa stammt vom Stadthallenturnier 2007 und war am Boden vor dem Rapid-Stand aufgeklebt.

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Die zahlreichen Besucher haben darauf schon ihre Spuren hinterlassen als Andy es nach der Veranstaltung vom Boden gelöst hat und an den Ordnern vorbei nach Emmersdorf gerettet hat.

Rapid in jedem Kontext

Andy ist weit gereist. Und wenn ihm das Wort „Rapid“ auffällt, dann nimmt er den betreffenden Gegenstand mit. Im Bild eine Fahne vom Mount Rushmore und „Rapid-City“.

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Erinnerungsnadel an Santillana

Eine ganz besondere Geschichte erzählt eines der kleinsten Ausstellungstücke vom Spiel Rapid – Real Madrid (0:1), eine Real-Anstecknadel:

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Damals gab es noch keine Absperrungen und Trennung der Fangruppen. Rapid-Fans bewarfen den Bus von Real Madrid mit Steinen und Andy hat in dieser Situation erfolgreich vermittelt. Als Dankeschön bekam er von dem damaligen Spitzenspieler Santillana eine Anstecknadel und vom Trainer ein Real-Madrid-Abzeichen. Auch Vicente Del Bosque, der spätere Trainer, war damals im Team von Real.

Rebläuse in Bayreuth

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Anlässlich einer Werbeaktion der Bundesliga zu einer Saisoneröffnung wurden die Rebläuse zu einem Fotoshooting in eine Kirche in Bayreuth eingeladen. Leider gibt es davon keine Audio-Aufnahme, es soll sensationell geklungen haben.

Erinnerung an nicht stattgefundenes Spiel

Eine Kuriosität ist ein Silberteller der aus Anlass des Hinspiels gegen Partizan Belgrad graviert wurde. Am Teller ist als Spieltag der 13.9.2001 eingraviert, doch mit Rücksicht auf die dramatischen Ereignisse rund um den 11.9. in New York wurde das Spiel auf den 20.9. verschoben. Rapid verlor das Hinspiel 0:1, gewann aber das Rückspiel am 27.9. sensationell 5:1.

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Wo ist das Tornetz von St. Hanappi?

Wie  könnte es anders sein, es ist in Emmersdorf. Und zwar im Dachfirst des Bauernhauses:

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Violettes WC

Was wäre ein Rapid-Stüberl ohne ein WC. Gibt es in Andys Reich natürlich auch, aber was für eins! Es ist – wie könnte es anders sein – in violett gehalten. Begrüßt wird man vom Spruch: „In Wien gibt es zwei Vereine, Rapid und die Austria-Schweine“.

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Bei Betätigung der Spülung ertönt die Austria-Hymne.

Das Montage-Trikot

Was ein richtiger Finne ist, braucht natürlich auch in Wien finnisches Fernsehen. Die ortsüblichen Einstellungen für die Satellitenschüssel helfen da nichts. Andy & Friends sind die Spezialisten für diese Fälle. Bei strömendem Regen bringen sie es zustande, den richtigen Satelliten anzuvisieren und Finnisch im Fernseher zum Sprechen zu bringen. Der Lohn: ein Original-Trikot der finnischen Nationalmannschaft , original signiert von Markus Heikkinen.

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Slibovitz*) von René Wagner

Eine ganz besondere Gegenleistung für einen Freundschaftsdienst für René Wagner ist eine (noch immer nicht leere) Fünf-Liter-Flasche, die René von seinem Vater in Tschechien aus eigener „Ernte“ als Dankeschön gebracht hat.

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Da die Handhabung der Riesenflasche nicht so einfach ist, wird sie bei entsprechenden Anlässen in eine kleiner „René-Wagner“-Flasche umgefüllt:

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*) Es gibt eine Menge Schreibweisen für diesen Zwetschkenschnaps.

Prominenz zu Gast

Viele Rapid-Spieler haben im Rapid-Haus von Andy einen benannten Ehrenplatz. Es beginnt mit dem „Steffen-Stüberl“, weiters haben wir ein „Wettl-Treppl“, einen „Krankl-Corner“ und einen „Hatz-Platz“ gefunden. Auf einer weißen Wandfläche haben sich alle prominenten Besucher verewigt.

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Jeder Besucher bekommt seinen Platz im Gästebuch. Über die Spieler, die bereits in Emmersdorf zu Gast waren, wird penibel Buch geführt.

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In den „Neuen Rapid-Wuchteln“ (2004)

…durfte eine Beschreibung von Andys Rapid-Welt nicht fehlen.

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Und es ist interessant zu sehen, wie sich das Inventar in diesen 12 Jahren seit der Veröffentlichung des Buchs vergrößert hat.

Rapid-Stüberl?

Andy nannte sein Rapid-Refugium das „Rapid-Stüberl“. Aber das ist tiefgestapelt. Sowohl was die Größe des Sammelsilos anlangt als auch die Menge der gezeigten Objekte.

Aber ist es ein Museum? Dazu habe ich im Zuge eines Museums-Vorschlags 2011 Definitionen gesammelt (Link). Demnach besteht ein Museum aus einer Sammlung und einer öffentlich zugänglichen Ausstellung, und nach dieser Definition ist es dieses „Stüberl“ kein Museum, denn der öffentliche Zugang fehlt. Obwohl man das Andy schon vorgeschlagen hat, konnte er sich wegen der dann erheblichen persönlichen Einschränkungen nicht dazu entschließen.

Das „Stüberl“ ist also jener Teil eines Museums, denn man „Ausstellung“ nennt und diese „Ausstellung“ ist in diesem Fall identisch mit der „Sammlung“, weil alles, was gesammelt wurde auch gleichzeitig ausgestellt wird.

Das Rapideum, eine Filiale der Emmersdorfer Sammlung?

Andy hat dem Rapideum etwa 20 Objekte für Ausstellungszwecke geliehen. Dass diese aber irgend wo fehlen würden, kann man wegen der unglaublichen Größe der Sammlung nicht wahrnehmen. Es gibt hier nicht ein einzelnes paar Fußballschuhe von Krankl, Hofmann oder Heikkinnen sondern gleich mehrere davon.

Hier zum Beispiel ein Paar Schuhe von Steffen Hofmann mit den aufgedruckten Namen seiner Töchter.

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Der Rapid-„Live“-Kalender

Das sind jene Tage in einem Monat, an denen Andy bereits ein Rapid-Spiel besucht hat. Es ist fast alles grün. Lediglich Dezember/Jänner und Juni sind etwas lückenhaft. In allen anderen Zeiten ist Rapid an allen Tagen präsent.

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Eine ähnliche Auswertung von Spielen habe ich auch einmal durchgeführt, allerdings beschränkte sich diese Auswertung auf Bewerbspiele, die an einem bestimmter Kalendertag stattgefunden haben und natürlich war ich bei den wenigsten Spiel selbst dabei.

Die persönlichen Highlights aus diesem Kalender werden in eigenen Seiten angeführt. Diese Highlights sind jene Spiele, die nach Andys Einschätzung die dramatischsten und besten Spiele von Rapid sind.

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Gemeinsames Bild

Bei der Suche nach einem gemeinsamen Bild der beiden Trauzeigen Andy und Steffen, eventuell von der Hochzeit habe ich in der Google-Bildersuche eingegeben „andreas frey“ „steffen hofmann“. Die Bilder im Ergebnis kamen mir irgendwie bekannt vor und es stellte sich heraus, dass praktisch alle Bilder aus diesem Tagebuch stammen. Lediglich die Bilder aus der letzten Reihe sind von Rapid. Es finden sich kein Bilder der Ultras, der Tornados oder von einem anderen Blogger, es sind ausschließlich Bilder aus dem Tagebuch. Warum das so ist, kann man nur spekulieren. Meine Hypothese ist, dass das Tagebuch nicht einfach nur unbeschriftete Bilder zeigt, sondern eine Verbindung einer Bildergalerie mit einem Text mit Nennung von Namen ist und das durch zahlreiche Links auf einschlägige Quellen bei jedem Spiel vertieft wird. Diese klare Positionierung auf Rapid-Begriffe bringt diese Popularität mit sich.

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Aber auch wenn man diesen Suchbegriff allein in der Google-Suchmaske eingibt, landet man immer zuerst im „tagebuch“ und zwar vor allem beim Bericht vom Spiel gegen Red Bull. Und dort sieht man auch, warum. Dieser Artikel ist der einzige, bei dem die Namen „Andreas Frey“ und „Steffen Hofmann“ gemeinsam auf einer Seite vorkommen. Daraus dürfte die Google-Bildersuche die Relevanz der Tagebuch-Bilder geschlossen haben.

Das war jetzt nur ein Ausflug in die Tiefen des Internets, die uns aber zeigt, dass das Tagebuch eine beachtliche Relevanz bei der Suche nach Rapid-Details hat.

Ein gemeinsames Bild von Andy und Steffen habe ich nicht gefunden aber vielleicht bekommen wir das ja noch einmal.

Andy im Internet

Na, wenn schon nicht Andy und Steffen, dann vielleicht wenigstens Andy allein?

Na, probier‘ das und gibt in der Bildersuche ein „andreas frey“. Das, was Du dort findest, ist nicht unser Andy, das ist ein gleichnamiger Bodybuilder. Schränkt man ein mit „andreas frey wachau“ ist’s auch nichts, denn dann findet man einen Namensvetter oder vielleicht sogar Verwandten, der ein Gasthaus betreibt.

Der einzige Bezug zu Andy im Internet bleibt die Erwähnung im Tagebuch über das Spiel „Rapid-RB“.

Mit dem vorliegenden Beitrag aber wird sich aber die Trefferquote schlagartig erhöhen.

Daaaanke!

Wir bedanken uns mit diesem Bericht bei Familie Frey für die Gastfreundschaft und freuen uns auf eventuelle weitere gemeinsame Unternehmungen!

Ausblick

Diese Ausflug hat unsere Sicht von dem, was ein Rapid-Anhänger ist, ziemlich berichtigt. Wie die Werbung sagen würde: „Sooo muss Rapid!“

Es ist nicht möglich, alle Bilder in diesem Text unterzubringen. Bei Interesse schaue Dich in der Bildergalerie um.

Ein Tipp an das Team von W24: Ihr habt in der Rapid-Viertelstunde vom 6. Mai 2016 die Sammlung von Roland Kresa vorgestellt. Eine Sendung über die Sammlung von Andy Frey ist überfällig.

Links

Ebreichsdorf-Rapid II

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1:0 (1:0)

Bei herrlichem Sonnenschein begann ein spannendes Spiel. Ein kleiner Fehler unseres Tormanns brachte Ebreichsdorf in der 40. Minute in Führung.

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Nach der Pause kam es zu mehr Chancen für Rapid II und zunächst zu einem Stangenschuss. In der Rapid-Viertelstunde und auch schon davor gab es eine starke Phase von Rapid II mit regelrechten Angriffswellen. Aber leider reichte es zu keinem Treffer. Wie brenzlich es für Ebreichsdorf war, merkte man an den zahlreichen Forderungen an den Schiedsrichter, doch das Spiel zu beenden, die ich lieber nicht wörtlich wiederhole.

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Vom Spielverlauf her wäre ein Unentschieden durchaus gerecht empfunden worden.

Bedenkt man, dass sich hier, in Ebreichsdorf, Altach aus dem Cup verabschiedet hat, ist die Leistung von Rapid II nicht hoch genug einzuschätzen. Es war ein Sieg, über den sich Ebreichsdorf durchaus freuen kann. Es war knapp.

Abseits

An diesem Tag fuhr ich allein mit Christian zum Spiel, denn Florian verbringt mit Marcel einige Urlaubstage auf der Münchner Wiesn. So kam es dazu, dass ich wieder einmal einen höchst indirekten Kontakt zu einem Rapid-Spieler bekam, denn als ich Christian bei seinen Eltern abholte, hatten diese einen „Leihhund“ im Haus, den Mops „Dibon“. Es war der Mops von Christopher Dibons Großmutter, die in der Nähe wohnt. Wie es unter Hundeliebhabern so ist, lernten sich die Hundebesitzer beim gemeinsamen Hundespaziergang kennen.

Wo immer man auch hinkommt, Rapid ist immer irgendwie im Spiel.

Links

Rapid-Viertelstunde vom 23. September 2016

  • Rapid-Besprechungszimmer
  • Rapid auf Stammtischtour im Burgenland (Christian Keglevits, Kurt Garger, Andy Kamper, Petra Gregorits)
  • Ehrungen U16 und Special Needs Team
  • Lange Nach der Museen im Rapideum
  • Paul Österreicher und die Mitgliedschaft
  • Der Rapid-Trainer beantwortet Fanfragen (Mike Büskens)
  • Link zum Video

St-Pölten-Rapid

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1:1 (0:1)

Ein Spiel, von dem der Trainer im Vorfeld erklärt hat, dass wir im Laufe der Saison werden leben müssen, dass wir einer extrem defensiv eingestellten Mannschaft gegenüber stehen, die uns in Konter schlecht ausschauen lässt. Nun, damit sagte er uns nichts Neues, das kennen wir schon von den Saisonen davor. Damals war diese banale Erkenntnis aber billiger.

Mannschaftsaufstellung und Choreografie ‚Unsere Liebe „Sportklub Rapid“ unser Leben‘.

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Mit einem „Man kann ihm gebn“-Elfer geht Rapid in der 45. Minute in Führung,

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lässt sich aber nach der Pause von St. Pölten in die Defensive drängen (nicht unähnlich zum Spiel in Wolfsberg) und nach einem Freistoß bringt die Verteidigung den Ball nicht weg und ein Stochertor aus nächster Distanz ist die Folge.

Eine solche Situation ist normalerweise für eine spielstarke Mannschaft kein Problem, Zeit wäre ja noch genug. Aber Rapid ist zwar spielstark aber schwach im Herausspielen konkreter Chancen, und so bleibt es beim frustrierenden 1:1.

Die Chance, mit drei frischen Kräften den Sieg zu erspielen, wurde nicht genutzt. Nur Arase kam statt Szanto, weitere Optionen blieben ungenutzt. Der Trainer erklärt das im Interview mit irgendwelchen zweiten Bällen.

„Leidenschaft“

Dieses Wort „Leidenschaft“ ist ein sprachliches Kleinod. Und das Rapid-T-Shirt „Keine Liebe ohne Leiden“ ist wohl eine Art Besänftigung für die Fans für einen durchwachsenen Saisonauftakt.

Ab wann ist ein Spieler, ab wann ein Trainer und ab wann ein Sportdirektor (und ab wann die Vereinführung) für schlechten Spielstil verantwortlich? Vor allem, wer stellt das fest?

Normalerweise ist unser Block-West nicht zimperlich die vermeintlich Schuldigen zu nennen („Vorstand raus“). Offenbar hat die Hektik rund um das neue Stadion dem Block und uns allen den Blick auf das Sportliche verstellt. Man verliert sich in Details („Entrup“) und es wäre an der Zeit, sich wieder diesen „ernsten Dingen“ zuzuwenden.

Ein Viertel ist gespielt, der Vergleich macht uns sicher

Im Vorjahr standen wir nach neun Runden bei 19 Punkten, heuer bei 16 Punkten. Nun, das ist ein statistisches „Nichts“. Da aber solche „Kleinigkeiten“ über „Meister oder nicht“ entscheiden, nützt es uns gar nichts, wenn das statistisch nicht relevant ist. Es verbannt uns derzeit auf den vierten Platz.

Aber wir fühlen diese Situation, wir sehen das Spiel, wir lesen die Tabelle und wissen: wenn es so weiter geht, spielen wir nächstes Jahr nicht einmal international.

Sturm verstärkte sich mit den Spielern, die wir abgegeben haben und steht souverän mit 22 Punkten an der Tabellenspitze. Wir haben teuer eingekauft und müssen uns fragen, warum, denn eingesetzt wird die Nachwuchshoffnung Arase und das zurecht. Und die teuren Käufe verschließen vielen Talenten aus den Nachwuchsmannschaften den Weg.

Und dafür musste ein bewährter Trainer gehen?

Wo können wir eigentlich den Unterschied zwischen dem österreichischen und dem deutschen Trainerstil erkennen? Ich sehe nur einen Unterschied in der Sprache; einen im Spiel sehe ich nicht. Rapid scheint dort angekommen zu sein, wo wir schon von Jahren einmal waren. Kein Unterschied! Und der Verein ist bei einem Führungsstil angelangt, den wir bei Onkel Frank – mit Recht – angeprangert haben, den Stil des „Hire and Fire“.

Mich persönlich haben die Entscheidungen der Vereinsführung bisher nicht überzeugt und menschlich war die Demontage von Zoki und Sonni sehr enttäuschend. Ein Trainer, der uns das beste Europacupjahr seit Bestehen des Bewerbs gebracht hat, das uns in der UEFA-Rangliste soweit nach vorne gebracht hat, dass wir heuer immer als gesetzte Mannschaft aufgetreten sind. Dieser Trainer, dem wir sehr zu Dank verpflichtet sind, durfte sich nicht einmal vor seinem Publikum beim Eröffnungsspiel verabschieden.

Für uns ist das alles traurig und es ist uns ziemlich egal, was der eigentliche Kündigungsgrund ist, denn „einvernehmlich“ kann das nicht wirklich gewesen sein; es war eine Trennung mit „golden-Handshake“ für ein Stillschweigeabkommen.

Ja, es ist erst ein Viertel der Meisterschaft gespielt und es kann noch viel passieren. Aber wenn wir so weitermachen, dann wackelt alles, vor allem aber die Jobs von Trainer und Sportdirektor, würde ich meinen.

Das Ambiente

„Wenn i wos z’redn hätt…“ ist ein populärer Stammtisch-Sager aber wegen des Vorzeigeprojekts der NV-Arena in St.Pölten, wäre ich dafür, dass alle neuen Gebäude so zu konzipieren sind, dass man die Dachflächen für Gewinnung von Solarenergie nutzen kann. Unser eigenes Haus zum Beispiel wäre mit seinem Flachdach hervorragend dafür geeignet.

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Süd-West – Nord-Ost

Zwei einsame Mädels fuchtelten mit Staubwedeln ziemlich unfußballerisch in der Süd-West-Ecke des Stadions. Es ist auch ziemlich niemanden aufgefallen. Wem fällt sowas ein?

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Die nach Atzenbrugg zeigende Nord-Ost-Ecke war dagegen fest in Rapid-Hand. Früher hat dort, in Atzenbrugg der Schubert Franzl mit seinen Tänzen für Furore gesorgt, heute Rapid.

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Abgelenkt durch das Pausen-Buffet im VIP wäre uns fast entgangen, dass es in der Pause ein Elferschießen zwischen den Special Needs Teams von St. Pölten und Rapid gekommen ist.

Frenkie Schinkels kann mit dem Ergebnis zufrieden sein. Auch in der Spielstatistik kann man nicht erkennen, dass Rapid der Gegner war. St.Pölten geht als gefühlter Sieger vom Platz und wir sind wieder einmal die „Gelackmeierten“.

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An diesem Tag besuchten wir Andy, den Obmann des Fanklubs „Grüne Reblaus Wachau“ in Emmersdorf bei Melk (darüber werden wir in einem anderen Tagebucheintrag berichten). Es war jedenfalls sensationell, was wir an diesem Tag über Andys Erlebnisse mit Rapid erfahren haben.

Bei der Heimfahrt war ein Besuch des Spiels in St. Pölten schon vereinbart aber wir haben übersehen, rechtzeitig Karten zu kaufen, und daher landeten wir bei den allerletzten VIP-Karten. Danke an Herrn Jörg Egger, der uns diesen Spielbesuch durch Aufstellung zusätzlicher Stehtische ermöglicht hat.

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Unser Hannes war mehr im Zentrum des Geschehens und sendet uns folgendes tolles Bild mit LH Erwin Pröll und Präsident Michael Krammer.

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Leobendorf-Rapid

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Ein ungleiches Duell. Eine Sensation für Leobendorf, eine Pflichtübung für den Rekordmeister. Obwohl; leidgeprüfte Rapidler wissen, wie schwer bis unmöglich Pflichtsiege sein können. Man hat das ja am Wochenende gesehen. Drückende Überlegenheit, doch die Tore schießt der Gegner. Am Wochenende war die „Macht“, der Schiri, „mit uns“. Und was, wenn nicht?

Es gab zwar keine Diskussion darüber, wer die stärkere Mannschaft am Spielfeld war aber, dass diese Mannschaft in der kommenden Woche in Bilbao bestehen soll, macht den Beobachter doch ein bisschen besorgt. Vielleicht hilft es uns zu wissen, dass in Bilbao die Rollen getauscht werden und Rapid dort ebenso motiviert sein wird wie es Leobendorf in Dornbach war.

Nun, Leobendorf war als Landesligist kein Prüfstein. Die Beteuerungen von Mike Büskens, dass man den Gegner ernst nehme, sind lediglich Sätze, die man bei eingeschaltetem Mikrofon von sich gibt. Die Schwierigkeit für alle Rapidler inklusive Trainer ist es immer wieder, sich auch gegen Underdogs motivieren zu können. Und wahrscheinlich ist auch gerade diese Motivations-Unfähigkeit der Grund, warum der Cup-Bewerb nicht gerade eine Spezialität von Rapid ist.

Und was ist dann die Spezialität von Rapid?

Die Spezialität von Rapid ist das magische Wort „Rekordmeister“, welches alle Beteiligten, allen voran die Medienvertreter, zelebrieren. Kein Stadionsprecher, der in seiner Ansage nicht dieses Wort verwendet. Gewinnt Rapid, hat man das voraussehen können, verliert aber Rapid, ist das die Sensation schlechthin, weil man dann nicht gegen eine durchschnittliche Bundesligamannschaft gewonnen hätte, sondern gegen den „Rekordmeister“. Dieses besondere „Rekordmeister“-Spiel macht es für den Gegner (und auch für das Publikum) besonders attraktiv und für Rapid besonders schwer.

Und bei Rapid weiß man das. Nicht von ungefähr hat man jenen Mann, der den Grundstein zum „Rekordmeister“ gelegt hat, Dionys Schönecker neben dem Eingang zum Stadion ein Denkmal gesetzt.

Auch das Publikum verehrt nichts mehr als den Umstand, Anhänger des „Rekordmeisters“ zu sein. Man pflegt die Tradition, denn dort, in der Vergangenheit, ist ja dieser „Rekordmeister“ zu Hause. Hier, am Sportklubplatz, kann eine Mannschaft mit dem Anspruch, „Rekordmeister“ genannt zu werden, nicht gewesen sein, das war der Schatten eines Bundesligisten.

Warum nehmen die Spieler von Rapid den Cup nicht ernst?

Das ist ganz einfach: weil wir, die Zuschauer, den Cup nicht ernst nehmen. Auch wenn man die ungünstige Beginnzeit einkalkuliert, ist die Besucherzahl von 3000 eine Schande für den Anhang des Großklubs Rapid für einen Bewerb, beim doch immerhin eine wichtige Trophäe zu holen ist. Der Sportklub-Platz müsste bei einem solchen Anlass aus allen Nähten platzen, wenn Rapid im Cup auftritt, ganz egal, wer der Gegner ist. Rapid hat so gespielt, wie es der Zuschauerkulisse entsprochen hat. Es war wahrscheinlich die „Standgas-Einstellung“.

Warum sind Altach und Mattersburg ausgeschieden?

Der Motivationsunterschied der Teams ist in allen diesen Begegnungen eine wichtige Einflussgröße. Dazu kommt, dass für die Teams der Bundesliga die Teilnahme am Cup eine Art Ehrensache ist und man nur sehr geringe Chancen auf den Titel hat. Als kleinerer Verein, der in der Bundesliga ums Überleben kämpft, kann man sich nicht allzu viel der „Ehre“ leisten, denn das kostet Kraft und hilft nicht im Abstiegskampf.

Im Unterschied zur Bundesliga ist die Teilnahme oder das Erreichen einer bestimmten Runde mit nichts anderem verbunden als mit „teilgenommen“, wogegen ein Platz in der Bundesliga immer auch den Verbleib in der Liga absichert, also die Existenz von Spielern, Trainern und Vereinen.

Dabei war das Spiel gegen Leobendorf der erste volle Einsatz von Kvilitaia und man möchte meinen, dass er es dem Trainer und dem Publikum würde zeigen wollen, dass er ein Anrecht auf ein Einser-Leiberl hat. Da ihm nicht sehr viel gelungen ist, wollte er dann ein Tor durch ein Handspiel erzwingen aber Schiedsrichter Drachta hats gesehen.

Die Einwechslung von Joelinton und besonders Arase machten das Spiel von Rapid gleich ein bisschen lebendiger.

Mir kommt vor, als würden sich die eigenen Talente Szanto und Arase mehr einbringen die Millionenprofis. Unter ihnen ist nur einer, bei dem man derzeit den Eindruck hat, als würde hinter dem großen Geld auch ein großes Talent stecken und das ist Ivan Mocinic.

Roland Spöttling, Stadionsprecher des Wiener Sportklub, schreibt an das EwkiL-Tagebuch, dass er uns diesmal nicht durch das Geschehen begleiten kann, weil die Leobendorfer ihren eigenen Sprecher mitbringen.

Für Mario Konrad war es ein Highlight als er erfahren hat, dass er mit Leobendorf gegen seine Ex-Kollegen spielen wird und er hat sich im Spiel auch enorm angestrengt. Auch seine Verwandten, allen voran seine Mutter, waren im Publikum und machten kräftig Stimmung für Leobendorf.

Ambiente

Die Umgebung erinnerte daran, wie es wäre, den vom Block-West so oft propagierten „old style“-Fußball zu betreiben. Umso erfreulicher ist die Nachricht, dass die Gemeinde zur Sanierung der Anlage in Dornbach beitragen wird.

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Die Spieler wurden mit einer Flaggenparade begrüßt.

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Es kamen noch weniger Zuschauer als beim Spiel gegen Karabakh, nämlich 3.000. Die Beginnzeit war auch nicht gerade optimal für ein Mittwoch -Spiel. Vielleicht war das der Grund für das Spruchband „Scheiß Herbst“. Wer weiß das genauer?

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Warum es schick ist, ein „no fair play“-Banner zu präsentieren,

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ist uns, den anderen Zuschauern nicht ganz klar, es erinnert an die Choreografie „grober Spaß“.

Die Zündler

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und die Raucher

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haben sich in Dornbach ausgetobt, was sogar für eine kurzen Spielunterbrechung und 3 Minuten Nachspielzeit in der ersten Halbzeit gesorgt hat.

Links

GRÜNZEUG-578

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INFORMATIONSBLATT DES KLUBS DER FREUNDE DES S.C.RAPID
(GEGRÜNDET 1951) 44.JAHRGANG/SEPTEMBER 2016/Nr.578/Versand 12.9.2016

Unsere nächste MITGLIEDERVERSAMMLUNG findet am
MONTAG, dem 26. SEPTEMBER 2016, um 19 Uhr  statt.

Eingeladen haben wir diesmal die Herren

  • Maximilian HOFMANN,
  • Mario PAVELIC,
  • Philipp SCHOBESBERGER und
  • Stefan SCHWAB.

Einlass um 18.30 Uhr! Wir ersuchen um zahlreichen Besuch! Gäste herzlich willkommen!

DAS STADION SCHIESST KEINE TORE

„Das Stadion schießt keine Tore“, also sprach Johann K. vor den Heimpartien gegen Trencin und Salzburg. Recht hatte er, der „Goleador“, bedauerlicherweise. Seit Christoph Schösswendter, der den verdienstvollen Mario Sonnleitner als Abwehrchef abgelöst hat, in der 31. Minute des Auftritts in der, ohnehin ungeliebten Lavanttal-Arena, wo der Ex-Admiraner übrigens sein insgesamt 100. Ligaspiel bestritt, zum 1:0 traf (welche Führung dort zum x-ten Mal nicht gehalten werden konnte), herrschte beim SCR an vorderster Front eine gut vierstündige Torflaute. Größtenteils auch im eigenen Stadion, wohlgemerkt! Obwohl dieses unter geradezu peinlich wirkender Vermeidung des Wörtchens „Allianz“ (ein Kniefall vor den Kommerzfeinden, aber trotzdem Titel fordernden Fans auf der im Süden liegenden „Westtribüne“?) ja eine „grüne Hölle“ sein sollte. Für die slowakischen und Salzburger Multikultitruppen war’s aber schlimmstenfalls ein Fegefeuerchen, so heiß es in Rapids Backofen auch war; gegen die Bullen zeigte das Thermometer nämlich gut 35 Grad, trotzdem wurde auf beiden Seiten bewundernswerterweise mächtig Gas gegeben. Aber leider bzw. Gott sei Dank nicht getroffen.

Dem Hochglanzfußball in Zilina gegen den mit vielen technisch starken, wieselflinken, aber jugendlich-naiven Akteuren aus alle Welt bestückten Doublegewinner AS Zilina folgte am Gerhard­Hanappi-Platz im Rückspiel ein relativ erbärmliches 0:2. In ihrer guten Startphase ließ Rapid — unter dem Motto „Das Stadion schießt keine Tore“ — zumindest zwei tolle Chancen liegen, kassierte bald darauf nach einem individuellen Eigenfehler jedoch das 0:1 und noch vor der Pause ein Kopftor zum 0:2. Also stand es in der Addition der beiden Play-off-Begegnungen nur mehr 4:2 für den SCR. Rapidfreunde-Obmann Niederhuber drückte es in der Nachbetrachtung anlässlich der „MV“ vom 29.8. wienerisch-drastisch aus: „Wenn Trencin ein drittes Tor gelungen wäre, wär‘ uns der Tschick ausseg’standen.“ Wozu der „Halbwiener“ Steffen Hofmann widerspruchslos nickte. In der Tat sahen Büskens Burschen auch gegen nur mehr zehn Gäste alles andere denn gut aus und mussten sogar noch in der Schlussphase um den Aufstieg zittern, weil sie Kontergelegenheit in Serie auf oft groteske Art vergaben. Ja, ja, die Nerven… Und ein Stadion, das trotz des ohrenbetäubenden Wirbels nicht nur der „aktiven“ Fans halt doch keine Tore schießen kann… Am Ende atmeten wir auf: Guat is`gangen, nix is g’scheh’n, und Rapid darf dank des überragenden 4:0 auf dem Kunstrasen in Zilina, wo Matej Jelic bis vor einem Jahr gespielt und AS Trencin ein „Asyl“ gefunden hatten, schon wieder in der relativ lukrativen Gruppenphase der Europa League mitmischen. Heuer zwischen 15.9. und 8.12. in der Staffel F zusammen mit Athletic Bilbao (Spanien), KRC Genk (gegen die Belgier gab es vor drei Jahren zwei Unentschieden) sowie Sassuolo Calcio (Italien). Da wird es heißen müssen: Warm anziehen, egal, wie hoch oder niedrig die Temperaturen auch sein werden, sich nicht darauf verlassen, dass das Super-Stadion vielleicht doch Tore schießen könnte!

Das gelang bekanntlich gegen die sich zwar im Umbau befindenden, aber trotzdem noch immer nicht schwachen Bullen ebenso wenig 0:0. Was denn sonst?!

Wie auch immer: Michael Kammer lehnt sich gegenwärtig weit wie nie aus dem Fenster. Jedenfalls betonte er vor dem Salzburg-Match nicht nur Rapids Titelambitionen, sondern auch die Hoffnung, in einer Champions-League-Qualifikation wesentlich erfolgreicher sein zu wollen als die Bullen, denen das jüngst zum schon neunten Mal misslang, diesmal übrigens gegen Zlatko Kranjcars Dinamo Zagreb. Dazu müssen wir dem „Zizo“ aber schon gratulieren, zumal der sich über das 33. Championat Rapids gewiss ebenfalls freuen würde.

Aber: Wenn die Worte des smarten SCR-Präsidenten wahr werden sollen, darf es nach EL-Auftritten oder überhaupt immer nicht schon wieder Punkteverluste gegen vermeintliche Underdogs geben. Einer davon heißt Wolfsberger AC…

Tipico-Bundesliga (Stand vom 28.8.2016): 1.Sturm 6/15 (14:5).- 2.Altach 6/12 (9:8).- 3.Rapid 6/11 (14:3).- 4.Salzburg 6/11 (9:5).- 5.Austria 6/10 (11:14).

SPIELE, TORE, KOMMENTARE

EL, 3.QUALIFIKAT1ONSRUNDE (4.8.): TORPEDO SCHODINO (H) 3:0 (2:0).

In der gut besuchten „grünen Hölle“ waren die Rapidler etwa 20 Minuten lang nur nerverlnde „grüne Teuferln“, die sich einigen nicht ungefährlichen Kontern der weißrussischen Defensivspezialisten ausgesetzt sahen. Obwohl sie zusehends selbstsicherer wurden, musste Novota mit einer sensationellen Parade ein Pavelic-Eigentor verhindern (50.). Je mehr die Torpedos zu ermüdenden Rohrkrepierem mutierten, desto deutlicher wurden Rapids Defizite beim Verwerten selbst höchstkarätiger Chancen. Erst sehr spät fügte Louis „Mr.Europacup“ Schaub den Treffern der beiden Außenverteidiger endlich den überfälligen (und wunderschönen) dritten hinzu, übrigens sein zwölfter im 22. EC-Einsatz.

SCR: Novota; Pavelic, Schösswendter, Dibon, Schrammel; Mocinic (80.Szanto), Schwab; Schaub, Murg, Traustason (68.Grahovac); Joelinton (71.Schobesberger).- Tore: Pavelic (26.), Schrammel (36.), Schaub (90./+2).-Gelbe Karten: Mocinic; Demidovich.- Allianz-Stadion am Gerhard-Hanappi-Platz, Reinshreiber (Israel), 18.600.

BL, 3.RUNDE (7.8.): AUSTRIA (A) 4:1 (1:0)

Was alles zu verkraften war, um das 318. Derby hochverdient zu gewinnen: Murgs plötzliche Erkrankung, Drachtas (Nicht-)Pfiffe, etwa bei Holzhausers Elferfoul am überragenden Traustason (10.), dessen verletzungsbedingtes Ausscheiden und Novotas schwerer Patze, der dem FAK die einzige echte Chance im ganzen Match schenkte. Jedoch: Murg-Ersatz Szanto, einer von sechs grünen Derby-Debütanten, bereitete Traustasons prächtiges 1:0 perfekt vor, gleich nach dem Slapstick-1 :1 schlug Schaub auf Schrammels Maßflanke zu, und Schobesberger (vergab zwar zwei gute Möglichkeiten, legte aber die beiden letzten Treffer schlitzohrig auf) vertrat unseren isländischen „Almer-Schreck“ kongenial. Und die Cha- bzw. Idioten im SCR-Fanblock? Pfiffen Entrup aus, warfen Böller auf einen Ordner und prügelten sich mit ihren violetten Brüdern im Geiste. Ob die von Geschäftsführer Peschek (wieder einmal) angekündigten Konsequenzen endlich Erfolg haben werden? Immerhin herrschte in den darauffolgenden Spielen Ruhe. Jedenfalls fiel dem Chronisten nichts Negatives auf.

SCR: Novota; Pavelic, Schösswendter, Dibon, Schrammel; Mocinic, Schwab; Schaub, Szanto (57.Grahovac), Traustason (44.Schobesberger); Joelinton (90./4 Entrup).- Tore: Kayode (63.); Traustason (33.), Schaub (65.), Grahovac (87.), Joelinton (90./+3).- Gelbe Karten: Larsen; Mocinic.- Happel-Stadion, Drachta, 15.210.

BL, 4.RUNDE (13.8.): ADMIRA (H) 4:0 (2:0)

Von wegen Angstgegner! Vor gut aufgelegter Kulisse (null Pyroscheiß, null Anti-Entrup-Plakate) setzten gut aufgelegte Rapidler die Südstädter sofort unter Druck und kamen durch Schaub (Bombe ins kurze „Kreuz“) und Schwab (Kopfball), ihre Allerbesten, zum 2:0. Es folgte eine halbstündige Kunstpause, in der auch der für den erkrankten Novota spielende Strebinger sein Können zeigen konnte, doch nach Rot für Toth, welcher Schobesberger umgerissen hatte, wurden die zehn Admiraner im eigenen Strafraum eingekesselt. Zu ihrem Glück gab sich der ausgezeichnete Kuttin nur zweimal geschlagen, außerdem verhinderten auch die Pfosten gegen Schwabs Kopfball (6.) und Grahovacs Superfreistoß (60.) ein noch schwereres Debakel der letztlich chancenlosen Gäste.

SCR: Strebinger; Pavelic, Schösswendter (63.M.Hofmann), Dibon, Schrammel; Mocinic, Schwab; Schaub (72.Murg), Szanto (58.Grahovac), Schobesberger; Joelinton.- Tore: Schaub (17., 65.), Schwab (25., 78.).- Rote Karte:Toth (59., Torraub).- Allianz-Stadion am Gerhard-Hanappi-Platz, Muckenhammer, 21.800.

EL, PLAY-OFF (18.8.); TRENCIN (A) 4:0 (1:0)

Home Invasion made in Hütteldorf! Die von 2.000 „Mittätern“ auf den sonst sehr dünn besetzten Rängen des Ausweichstadions (der slowakische Doublegewinner hat kein eigenes, das den Ansprüchen der UEFA genügt) unterstützten grünen „Einbrecher“ zeigten ihren am Ende bedauernswerten Opfern vom Anpfiff weg (Stangenschuss Joelintons, 10.), wo der sprichwörtliche Hammer hängt. Den „Kopfballungeheuer“ Schaub in der 83. Minute mit links auspackte. Eine so hohe Führung wäre schon zur Pause möglich gewesen, und kurz nach dieser geriet Rapid vorübergehend ins Gedränge, doch Louis‚ Kopfballduett mit Schössi sorgte wieder für Ruhe. Neben ihm, dem „Haupttäter“ (EC-Tore 13-15 im 23. Spiel), ragte der dynamische Kapitän Schwab nicht nur wegen seines herrlichen 3:0 aus einer rundum starken Elf besonders heraus, deren tolle Gesamtleistung wegen des niemals aufsteckenden Gegners absolut vonnöten war. SCR: Novota; Pavelic, Schösswendter, Dibon, Schrammel; Mocinic, Grahovac; Schaub (86.Auer), Schwab, Schobesberger (50.Murg); Joelinton (84.Entrup).- Tore: Schaub (32., 54., 83.), Schwab (73.).- Gelbe Karte: Sulek.- Stadion Zilina, Johannesson (Schweden), 4.060.

BL, 5.RUNDE (21.8.): WAC (A) 1:1 (1:0)

Lavanttalkomplex? Müdigkeit? Gar Überheblichkeit nach den letzten Lobeshymnen? Jedenfalls hatte der in der Offensive vieles schuldig bleibende SCR mit jenem kaum etwas zu tun, welcher z.B. in Zilina so brilliert hatte. Da passte der gegnerische Torschütze ins verregnete Bild: Rapid-Leihgabe Prosenik, als hätte man es nicht geahnt. Nachher vergab Auer den Sieg (88.). Aber der wäre eh unverdient gewesen.

SCR: Novota; Pavelic, Schösswendter, Dibon, Schrammel; Mocinic, Grahovac; Schaub, Schwab (80.Auer), Murg (60.Traustason); Joelinton.- Tore: Prosenik (82.); Schösswendter (31.).- Gelbe Karten; Rnic, Offenbacher; Grahovac, Schösswendter, Joelinton.- Lavanttal-Arena, Schörgenhofer, 5872.

EL, PLAY-OFF (25.8.): TRENCIN (H) 0:2 (0:2)

Was, zum Teufel, war denn das? Nach dem scheinbar beruhigenden Auswärts-4:0, drei Topchancen zu Beginn und einem katastrophalen Fehlpass vorm ersten Verlusttor im neuen Stadion quälten die Nervenbündel in Grün-Weiß und Gelb das pikierte Publikum mit Fehlzündungen hinten und vorne. Daran änderte auch die 40-minütige Überzahl nichts, weil die sich häufenden Kontergelegenheiten verstolpert oder sonst wie verhaut wurden. Kurzum: Aufstieg in die Gruppenphase ja, Begeisterung darüber leider nein.

SCR: Novota; Pavelic, Dibon, M.Hofmann, Auer; Mocinic, Grahovac; Schaub (90./+2 St.Hofinann), Murg (46.Schwab), Traustason (83.Schrammel); Joelinton.- Tore: Lawrence (12.), Paur (36.).- Gelbe Karten: Schaub; Bala, Paur, Holubek.- Gelb-Rote Karte: Janco (53., Foul).- Allianz-Stadion am Gerhard-Hanappi-Platz, Stavrev (Mazedonien), 21.200.

BL, 6.RUNDE (28.8.): SALZBURG (H) 0:0

Im Backofen der „grünen Hölle“ waren Hitze und Lärmpegel höher als das Niveau des vehement umkämpften Schlagers. Rapid verzeichnete 57 Prozent Ballbesitz, 10:0 Corner und 13:7 Torschüsse, aber kaum echte Torchancen. Da hatten die gefährlich konternden Bullen ein deutliches Übergewicht, speziell durch Berishas Freistoß ans Lattenkreuz (17.), während auf der Gegenseite Laimers Strafraumhands negiert wurde. Alles in allem war es eine typische, gerechtfertigte 0:0-Partie, in der Schwab nach einem Schlag auf den Oberschenkel passen musste.

SCR: Strebinger; Pavelic, Schösswendter, Dibon, Schrammel; Mocinic, Grahovac; Schaub (83.Murg), Schwab (46.5zanto), Traustason; Joelinton.- Gelbe Karten: Mocinic, Joelinton, Schrarnmel; Lainer, Upamecano, Caleta-Car.- Allianz-Stadion am Gerhard-Hanappi-Platz, Hameter, 25.300.

„MR. GRÜNZEUG NR. 578″: Louis SCHAUB

Hier soll jener Spieler herausgestrichen werden, der in den Spielen, über die wir in dieser Nummer berichten, die unseres Erachtens beste Dauerleistung geboten hat.

„Euro-Louis“? „Liga-Louis“? Rapids siebenfacher Torschütze in den letzten sieben Pflichtmatches klärte nüchtern auf: „Ich bin der Louis.“ Als solcher war der noch 21-Jährige nicht nur enorm torgefährlich, sondern auch ein Garant für geradezu entzückend anzusehende Ballbehandlung und Dribblings. Darüber hinaus ging er resoluter denn je in die Duelle Mann gegen Mann.

„RUNDE“ SPIELE, „RUNDE“ TORE FÜR RAPID

EC-Spiele: Jan Novota 25 (Trencin, A); Christopher Dibon 20. (Schodino). BL-Spiel: Richard Strebinger 25. (Salzburg).

„Runde“ Tore: Fehlanzeige.

DER NÄCHSTE TORJÄGER IST DA: GIORGI KWILITAIA

Andi Müller wollte und musste auf Matej Jelics langwierige Verletzung reagieren und zauberte mit Giorgi Kwilitaia vom georgischen Doublegewinner Dynamo Tiflis einen neuen Stürmer quasi aus dem Hut. Dessen Visitenkarte liest sich durchaus gut: 23 Jahre, 1,93 m, mit 24 Toren in 29 Ligaspielen und deren fünf in sieben Cuppartien sowie seiner Kopfballstärke scheint er eine echte Bereicherung der SCR-Offensive zu sein und das (ohne Ausstiegsklausel) für gleich vier Jahre. Herzlich willkommen!

EIN BLICK ZU RAPID II

1.RUNDE (5.8.): PARNDORF (A) 2:0 (0:0)

Perfektes Trainerdebüt Muhammet Akagündüz`, perfekte Revanche fürs bittere Heim-3:8 vom 9.4.! Rapid II ließ sich auch durch die wetterbedingte viertelstündige Unterbrechung nach 32 Minuten nicht aus dem Konzept bringen, hatte mehr Ballbesitz und kreierte mehr Chancen. „Aka“: „Ein verdienter Sieg. Ich bin sehr zufrieden.“

SCR II: Gartler; Thurnwald, Ljubicic, Szalai, Wöber; Maliesek, Okungbowa (77.Prirsch); Kovacec (82.Küssler), Gashi, Tüccar (66.Bosnjak); Sobczyk.- Tore: Sobczyk (48., 68.).- Rote Karte: Gruber (75., Tätlichkeit).- Heidebodenstadion, Mag.Katona, 403.

2.RUNDE (12.8.): SCHWECHAT (H) 4:1 (1:0)

Der Gast hatte zu Beginn der temporeichen Partie die besseren Offensivszenen und Haas reichlich Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Nachdem Rapid II stärker geworden war, gelang Tüccar das herrliche 1:0, welches Szalai egalisierte. Was „Akas“ Burschen aber bald korrigierten: Ljubicic-Thumwald-Sobczyk-2:1! Und am Ende traf auch ein Schwechater ins eigene Netz. Fazit: Gelungene Heimkehr nach Hütteldorf.

SCR II: Haas; Thurnwald, Bosnjak, Szalai, Prirsch; Ljubicic, Okungbowa (89.Pfeifer); Tüccar (61.Küssler), Gashi, Kovacec; Sobczyk (81.Heinicker).- Tore: Tüccar (40.), Sobczyk (54.), Kovacec (81., Elfer); Silzer (901+3, Eigentor).- Szalai (47., Eigentor).- Allianz-Stadion, West 1, Spurny, 150.

3.RUNDE (21.8.): ST.PÖLTEN JUN. (A) 2:0 (0:0)

Laut Trainer war der Sieg seiner Mannschaft aufgrund der vielen Chancen völlig verdient. Jedenfalls blieb diese vor der punktegleichen Austria an der Tabellenspitze.

SCR II: Gartler; Thurnwald, Ljubicic, Szalai, Prirsch (59.Bosnjak); Okungbowa (83.Fila), Malicsek; Tüccar (77.Küssler), Gashi, Kovacec; Sobczyk.- Tore: Martic (56., Eigentor), Kovacec (90./+1).- Ober-Grafendorf, Wisak, 200.

4.RUNDE (26.8.): AMSTETTEN (A) 2:2 (2:1)

Ein Remis bei einem Aufstiegs-Mitanwärter plus 45-minütiger Dominanz ist gewiss positiv, ärgerlich war aber, dass den nach dem Wechsel stärker gewordenen Heimischen das 2:2 extrem spät gelang, so verdient es letztlich auch war, und dass Fila Sekunden nach seiner Einwechslung schwuppdiwupp „Rot“ sah. Rekordverdächtig!

SCR II: Gartler; Thurnwald Ljubicic, Szalai, Wöber; Malicsek (68.Bosnjak), Okungbowa; Kovacec, Gashi (81.Fila), Tüccar (80.Nöstlinger); Sobczyk.- Tore: Achleitner (16), Holzer (901+3); Kovacec (4., 27.).- Rote Karte: Fila (82., Tätlichkeit).- Amstetten, Gregorits, 1.120.

5.RUNDE: SPIELFREI!

RESÜMEE

2015 lag Rapid II nach vier Runden mit ebenso „vielen“ Punkten auf dem 12. Tabellenplatz, ein Jahr zuvor mit einem einzigen Zähler aus vier Partien auf dem 14. Rang. Und heuer? Siehe unten! Inwieweit diese eklatante Verbesserung mit dem Trainerwechsel zusammenhängt, das zu beurteilen sei Berufeneren überlassen. Jedenfalls thronte Rapid II nach vier Spieltagen an der Spitze und das, obwohl dreimal auswärts angetreten werden musste, zweimal davon gegen Titelaspiranten. Zum Vergleich: Austrias noch nicht spielfrei gewesene Amateure konnten in den ersten fünf Runden viermal daheim spielen, und in Runde 6 wird Heimspiel Nummer 5 (!) folgen. Zum extrem späten Punkteverlust in Amstetten: In den letzten beiden Jahren hatte es gegen die starken Mostviertler jeweils zwei Auswärts-Unentschieden und zwei 0:4-Debakel auf dem Elektra-Platz gegeben. Man darf gespannt sein, wie es im Frühjahr in Hütteldorf aussehen wird.

Nachdem Akagündüz‘ tatendurstige Truppe in der fünften Runde spielfrei war, wird es gegen die Vienna gehen, also einen weiteren Favoriten. Auswärts, wie sich fast von selbst versteht. Welche Gehirnathleten haben diesen Terminplan ausgeheckt?

RLO-Tabelle vom 4.9.: 1.Ritzing 4/12 (15:5).- 2.Rapid II 4/10 (10:3).- 3.Austria Am. 4/10 (7:2).

„MV“ VOM 29.8.: JUBEL UM STEFFEN, SYMPATHIE FÜR „RUPI“

In der ersten Versammlung nach der Sommerpause mussten wir auf zwei Ehrengäste verzichten: Christoph Schösswendter fehlte aus familiären Gründen und Thomas Murg wegen einer Einberufung ins U21-Team. Umso lauter wurde Steffen Hofmann akklamiert, als er seinen „Abo-Sitz“ einnahm. Und jede(r) hoffte, ihn bald auch wieder auf dem grünen Rasen sehen zu können, zumal er sich nach dem am 16.7. gegen Chelsea erlittenen Meniskuseinriss wieder fit fühlt. Und wenn seine aktive Laufbahn irgendwann einmal zu Ende gehen wird, dann möchte der am 9. September den 36. Geburtstag feiernde „Fußballgott“ höchstens beim Nachwuchs Trainer sein, jedenfalls aber weiterhin beim SCR arbeiten, in welcher Funktion auch immer. Als Niederhuber meinte, Rapid könne es ohne Steffen ja gar nicht geben, erwiderte dieser in seiner typisch trockenen Art: „Rapid hat’s auch schon vorher gegeben.“ Was auch wieder stimmte.

(Der andere) Hofmann, Wöber, nun auch Entrup, alles „Maxis“, weshalb sie Letzteren einfach „Rupi“ rufen. So kurz das auch ist, so unangenehm laut und bedrohlich waren die Reaktionen des „Block West“ auf Maximilian Entrups Verpflichtung in diesem Sommer: Von „Die grüne Hölle wird für dich zum Inferno“ oder „Keiner von uns“ bis zu fliegenden Leuchtkörpern. Was hatte der 19­Jährige groß verbrochen? Er hatte als Kind gewagt von der Vienna zur Austria zu gehen und, mehr noch, im Alter von 14 Lenzen, als er schon für den FAC stürmte, für rund sechseinhalb Monate dem (radikalen) violetten Fanklub „Inferno“ beizutreten, ohne sich dort sonderlich zu exponieren. Und ohne Rapids Sportchef Müller, dem er mit zwei Toren im winterlichen Test Rapid — FAC (1:3) besonders aufgefallen war, darüber konkret zu informieren „Mein Fehler“, wie der gelernte Kellner und Koch zugibt. Überhaupt machte er in unserem Kreis einen in jeder Hinsicht so guten Eindruck, dass ihm die (meisten) Herzen geradezu zuflogen. Sollte ihm dann auch noch das eine oder andere Törchen gelingen, womöglich sogar die der Ultras?

AUS UNSERER POSTMAPPE

Herr Peter Österreicher, 1130 Wien, seit 1965 (!) ein Rapidfreund und Vater des in Fankreisen gut bekannten Paul Ö., schrieb unserem Obmann und Redakteur:

Herzlichen Dank für Ihre mutigen Zeilen im letzten „Grünzeug“ in Richtung „Block West“. Ich wiirde mich freuen, könnte ich solche mahnende Worte einmal von unserer Vereinsführung hören. Sie können sich vorstellen, dass der Fall Entrup bei uns einen Vater-Sohn-Konflikt ausgelöst hat. Ich finde es einfach traurig und bedauerlich, was hier in letzter Zeit geschehen ist. Nun muss ich noch meinem Ruf als Nörgler gerecht werden und Kritik am neuen Stadion üben. Ich bin persönlich nicht glücklich mit der neuen Haupttribüne, auch wenn diese dem Klub viel Geld bringt. Für mein ewiges „Raunzen“ wollte ich beim tollen Admiraspiel einmal Abbitte im Andachtsraum leisten. Leider wurde mir der Eintritt für eine innere Einkehr höflich verwehrt. Viele liebe Grüße vom alten Rapidfreund Peter Österreicher.

Die der ähnlich alte Gerhard Niederhuber dankend erwidert.

SPLITTER

Laut Retoure der „Grünzeug“-Nummer 577 ist unser Gründungsmitglied, Herrn Senatspräsident Dr. Ferdinand Steller, leider verstorben. Näheres erfuhren wir nicht, doch wir werden seiner stets gedenken.— Kaum war Andi Kuen bis Saisonende an den FAC verliehen worden, stellte sich heraus, dass Philipp Schobesberger in Zilina eine Knorpelabsplitterung im rechten Knie erlitten hatte, arthroskopiert werden muss und womöglich im ganzen Herbst fehlen wird. Na, dann alles Gute!—Gleiches rufen wir Stefan Nutz nach nur einem Jahr, elf BL-Einsätzen mit einem Tor sowie einem (sympathischen) Besuch unseres Klublokals zu, der kurz vor Transferschluss an die SV Ried abgegeben wurde, wo er bestimmt von Nutzen sein wird.— Unsere allerbesten Wünsche aber gehen natürlich ins ferne Istanbul, wo sich der seit langem für Besiktas spielende Erzrapidler Veli Kavlak zum nun schon fünften Mal binnen zwei Jahren an der Schulter operieren lassen musste.— Ohne seine diversen Auswahlspieler siegte der SCR am 2.9. in EURATSFELD mit 10:0 (6:0). Tore: Entrup (3), Szanto (3), Sobczyk (2), Auer, Arase. Ab Minute 66 kam Giorgi Kwilitaia erstmals zum Einsatz, nachdem er nach seinem Transfer einige Wochen „aufgepäppelt“ worden war.— Auch am 2.9. gewann Österreichs U21-Team in Vaasa gegen Finnland dank Dovedans Last-Minute-Tor mit 1:0 (0:0) und sicherte den zweiten Gruppenplatz hinter Deutschland dadurch ab. Murg spielte 69 Minuten, Wöber sah von der Bank aus zu.

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Redakteur: Gerhard NIEDERHUBER
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H
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Gäste bei der Mitgliederversammlung am Montag, 26. September 2016

spieler

Rapid-Mattersburg

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3:0 (0:0)

Das Ergebnis ist nicht auffällig und hätte auch höher ausfallen können. Auffällig an diesem Abend waren die Veränderungen in der Mannschaft. Einerseits rückte Mario Sonnleitner wegen der Verletzung von Christopher Dibon in den Kader auf, anderseits spielte Thomas Murg statt Ingvi Traustason vom Beginn und Ivan Mocinic bekam eine Pause, statt ihm spielte Srdjan Grahovac.

Die 70 % Ballbesitz hat man vermutet, die Mattersburger ließen sich kaum aus ihrer konsequenten 4-4-2-Formation rauslocken. Und es mangelte auch an Chancen in der ersten Halbzeit. Aber nach der Pause ging ein Ruck durch die Mannschaft und in der 62. Minute war es soweit, Louis Schaub erzielte das erlösende 1:0. Tamás Szántó (65.) und Mario Pavelic (83.) komplettierten das Ergebnis.

Dramaturgisch optimal in der 74. Minute, kurz vor der Rapid-Viertelstunde kam Steffen Hofmann für Tamás Szántó. Dieser Tausch des „Fußballgotts“ vor der Rapid-Viertelstunde könnte fast zu einem Ritual im heurigen Jahr werden.

Nach dem 3:0 erfolgte ein Doppeltausch und damit die eigentliche Sensation des Abends. Giorgi Kvilitaia kam für Joelinton zu seinem Kurzeinsatz und statt Louis Schaub kam der erst 17jährige Spieler der U18, Kelvin Arase aus Nigeria, mit österreichischer Staatsbürgerschaft. Und sein selbstverständliches Auftreten in diesen Minuten lässt auf eine erfolgreiche Karriere hoffen.

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Ganz anders wird das Spiel von Mattersburg betrachtet, denn tatsächlich fielt trotz größter Feldüberlegenheit in der 36. Minute ein Treffer für Mattersburg, den aber Schiedsrichter Schüttengruber nicht gelten lassen wollte. Aus meinem Blickwinkel habe ich auch nichts Regelwidriges sehen können. Weiters reklamieren die Mattersburger einen Elfer wegen Foulspiel von Maximilian Hofmann. Das haben wir nicht so gut gesehen, wir haben daher durchgeatmet.

Diese doppelte Sichtweise auf dasselbe Spiel kommt auch in den Pressestimmen zum Ausdruck (siehe Links).

Betrachtet man aber die Statistik, war ein Sieg tatsächlich nur eine Frage der Zeit, wenn aber diese beiden strittigen Szenen gegen Rapid entschieden worden wären…

Bei der vorhandenen Spielfreude von Rapid kann man sich kaum vorstellen, dass bei den kommenden Heimspielen für Altach und die Austria irgendetwas zu holen wäre.

Fansupport

Eine solide Leistung legte auch der Block-West hin. Ein Seitenhieb auf die leere VIP-Tribüne wurde auch in einem Transparent zum Ausdruck gebracht.

"Sekt schlürfen ist nicht schwer, am Platz zu sitzen scheinbar sehr!"
„Sekt schlürfen ist nicht schwer, am Platz zu sitzen scheinbar sehr!“

Ausnahmsweise einmal ein Transparent, das allgemeinen Anklang findet.

Unser Freund Gregor war beim Spiel gegen Genk Gast auf der VIP-Tribüne. Er war Gewinner bei einem Facebook-Wettbewerb und der Preis war eben eine VIP-Karte.

Das erinnerte mich an die Zeit, als Florian und ich erstmals Abonnenten waren. Es muss etwa 2004 gewesen sein und auch bei uns war der Auslöser ein Preis bei der Tombola am Tag der offenen Tür. Es gab damals noch nicht die Zuschauerzahlen von heute und Andy Marek versuchte, durch Verlosung von Aboplätzen mehr Anhänger zu diesem Schritt zu motivieren. Wenn man die späteren Tage der offenen Tür verfolgt, also etwa 2007 oder 2008, gab es danach solche Preise nicht mehr, weil die Auslastung dann schon sehr gut war.

Vielleicht entwickelt sich der VIP-Bereich ähnlich. Das wäre dann aber abhängig von der allgemeinen Auslastung. Steigt diese in Zukunft weiter an, könnte es doch mehr Interessenten in den VIP-Bereich verschlagen.

Schließlich war der Besuch der VIP-Tribüne beim Mattersburg-Spiel etwas besser als zuletzt gegen Genk, wofür vermutlich der günstigere Preis eine Rolle gespielt haben dürfte. Vielleicht muss man ja bei Rapid die Preispolitik noch einmal überdenken oder die VIP-Zone zu Gunsten billigerer Standard-Abonnenten verkleinern.

Koalas Besuch bei der Ost erinnert an die Zeiten als wir noch Südtribünen-Sitzer waren
Koalas Besuch bei der Ost erinnert an die Zeiten als wir noch Südtribünen-Sitzer waren
Der Vorsänger wendet sich zu Beginn der Rapid-Viertelstunde auch an die Ost-Tribüne
Der Vorsänger wendet sich zu Beginn der Rapid-Viertelstunde auch an die Ost-Tribüne

Rituale

Rituale haben etwas Verbindendes. Das kann man sich bei den Kirchen abschauen, die haben in dieser Disziplin 2000 Jahre Erfahrung.

Aber Rapid ist auch gut unterwegs. Die Banner-Parade und das Absingen zweier Hymnen zu Beginn des Spiels sind bereits wichtige Elemente eines Bundesliga-Spiels geworden.

Dass der Block-West sein gesangliches Repertoire durch das Absingen der alten Hymne im Anschluss an die Rapid-Viertelstunde erweitert hat, geht ebenfalls in Richtung Ritualisierung.

Einmalig in der Welt der sonst eher emotionsarmen österreichischen Fußballstadien.

Abschließendes von der Kamera-Front

Kurzfassung: ich habe von Harry Gartler eine Kameraerlaubnis bekommen, mit der Auflage, dass meine Fotos nicht gewerblich verwendet werden dürfen. Bitte beachtet die prompte Reaktion: am Donnerstag gab’s die Schwierigkeiten mit der Kamera, am Freitag sandte ich meine Anfrage an Clemens Pieber, der sie mit postwendend bestätigt und an Harry Gartler weitergeleitet hat und heute, Sonntag um 12:36 kommt die Erlaubnis von Harry Gartler. Nicht schlecht! Danke, Rapid!

Natürlich habe ich die Erlaubnis heute nicht gebraucht – wie könnte es anders sein, denn der Zerberus vom Donnerstag war offenbar anderswo eingeteilt.

Neues von der Kette

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Am Donnerstag wurde die Kette um 17:00, also zwei Stunden vor Spielbeginn, von vier Mann (!) abmontiert, etwa unter dem Motto: einer montiert, drei schauen zu.

Heute ist nichts davon zu sehen, die Kette hängt etwa eine Stunde vor Spielbeginn noch immer ein bisschen schlampig am Pfosten. Aber nach dem Spiel war sie dann doch korrekterweise abmontiert.

Löblich, dass die S80 um 17:34 offenbar wegen des Spiels in einer Doppelgarnitur geführt wurde.

Links

Angebot

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Wer sich für einen Vortrag über die Wikipedia begeistern könnte, kann das am kommenden Donnerstag ausleben. Heinz Egger wird uns über die Interna der Wikipedia berichten und darüber, wie man sich als Autor einbringen kann.

Details und Anmeldung

Rapid II – Admira Juniors

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Spannendes Spiel, verdienter Sieg von Rapid II.

Spielpraxis sammelten Entrup, Wöber und Malicsek.

Tore von Wöber (27.) und Ljubicic (60.).

Im Bild das Tor von Ljubicic:

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Es war der letzten warme Sommertag; ich muss mich jetzt nach einer anderen Hose umsehen. Im Bild vlnr. Christian, Florian, Karl.

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Dass das Spiel auf dem Elektra-Platz abgehalten wurde, war kein Nachteil. Für die dortigen Schnitzelsemmeln gibt es in Hütteldorf keinen Ersatz. Der Grund für die Verlegung war der Zustand des Rasens auf West I nach Ausbesserungsarbeiten. Allerdings hat man beim Anblick von West 1 (Foto von der Dachterrasse) auch jetzt noch den Eindruck eines Ackers.

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Links

Rapid-Viertelstunde vom 16. September

  • Carsten Jancker im Interview
  • Rapid Zuschauermagnet
  • Concierge Stadion-Führung
  • Das neue Mannschaftfoto
  • Link zum Video

Gaby und Paul

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Rapidler, kommst Du in die Kärntner Straße, dann mach‘ Halt beim Ganzjahreskiosk von Gaby und Paul! Im Sommer bekommt Du frisches Obst und Getränke, im Winter Maroni und alles, was dazugehört.

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Die beiden sind gut vernetzt, denn es gelingt ihnen immer wieder mit Rapid auf Reisen zu gehen, ohne dass ihr Stand darunter leidet.

Ihr Standort ist in der Marco d`Aviano-Gasse, leichter zu merken als die Verlängerung der Johannesgasse (Bild ist ein Screenshot aus Google-Maps, Satelitenasicht).

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Paul und Gaby freuen sich auf Deinen Besuch:

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Rekordmeisterbar im Blumenschmuck

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Es ist nicht alltäglich, in die Rekordmeisterbar eingeladen zu werden; speziell, wenn Profis die Gestaltung übernehmen.

Unsere langjährigen Sitznachbarn des Blumen-Imperiums Schieflinger & Schuster aus Meidling gaben der Rekordmeisterbar mit in weiß gehaltenem Blumenschmuck ein festliches Aussehen. (siehe auch Artikel Gold für „Rapid-ein Leben lang“)

rekordmeisterbar

Der Anlass war so besonders wie der Blumenschmuck. Es war das Fest zum 50jährigen Geburtstag von Andy, dem „Gärtner-Lehrling“.

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Das Programm

In diesem Fall begann alles auf der Dachterrasse bei einem Aperitif. Das Wetter spielte mit. Freundliche Bedienung von der Schank der zweiten Logen-Ebene. Schöner Ausblick auf das Wiental, den Lainzer Tiergaren, den Himmelhof und natürlich das Bahnhofsgelände im Vordergrund.

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Das danach in der Rekordmeisterbar präsentierte Menü kann sich sehen lassen:

Vorspeisen

  • Austrian Anipasti (Saftschinken, Wurzelspeck, Waldviertler Haussalami, Essiggemüse, Perlzwiebel, frisch gerissener Kren
  • Steirischer Rindfleischsalat (Käferbohnen, Vogerlsalat, Kernövinaigrette)
  • Leberkäse (Hausgemachter Senf, Jourgebäck)

Suppe

  • Klare Rindsbouillon (Kräuterfrittaten, Grißenockerl oder Leberknödel)

Hauptspeisen

  • Duo vom Gebackenem (Wiener Schnitzel und gebackene Hühnerkeule, Erdäpfel Vogerlsalat, Erbsenreis, Tüllzitrone)
  • Spanferkelrücken (karamalisiertes Kraut, Serviettenknödel, Schwarzbiersaftl)
  • Geschmorter Zwiebelrostbraten (getrüffelter Grießstrudel, Karottengemüse)
  • Kalbsrahmgulasch (Butternockerl, glasiertes Gemüse)
  • Tiroler Käsespätzle (Bergkäse, Röstzwiebel, grüner Salat)

Dessert

  • Grießflammerie (Birnenchutney)
  • Auswahl an Wiener Naschereien
  • Mousse auf chocolat blac et noir (Waldbeeren)
  • Frucht Macchiato im Glas (Obers)

Dass es darüber hinaus auch ein Programm mit einem Zauberer gab, fällt natürlich in den Bereich „Optionales“.

Am Eingang der Rekordmeisterbar gibt es ein sensationelles Wandbild vom Eröffnungsspiel gegen Chelsea, hier mit Florian.

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Eines der Geschenke für Andy war eine Collage eines Bildes, zusammengesetzt aus ca. 18.000 Einzelbildern aus dem Rapid-Umfeld.

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Man muss mehr als einen Meter vom Bild entfernt sein, um das Gesicht zu erkennen. Wenn man das Bild aus der Nähe betrachtet, kann man die vielen verstreuten Gesichter sehen aus denen das Bild zusammengesetzt ist.andydetail

Und was kostet es?

Nun, die Rapid-Seite ist nicht sehr konkret in diesen Angaben; Interessenten sollten für eine Anfrage diese Formularseite verwenden. Der Preis hängt natürlich davon ab, was alles man bei einem solchen Fest buchen will. Aber so etwa ab 2.000,- Euro ist man dabei.

Rapid-Genk

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3:2 (0:1)

Es war ein sensationeller Abend. Der Beginn, die erste Hälfte war etwas für Pessimisten. Wir haben das Spiel schon nach wenigen Minuten aufgegeben. Ja, aber wir sind nicht die Mannschaft. Die Mannschaft kam wie verwandelt aus der Kabine und in einer magischen Viertelstunde waren drei sehenswerte Tore erzielt.

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Der 12te Mann beeinflusst das Spiel

Es gibt zwar Studien, die belegen, dass der Einfluss der Publikums nicht so groß ist, wie das Publikum selbst es empfindet, aber nach diesem Spiel war sicher: „das Publikum schießt Tore“. Das Publikum hat sich schon früh im Spiel den gegnerischen Tormann als Opfer ausgesucht. Seine Ausschüsse machten den Eindruck, als wollte er das Spiel verzögern und die Antwort des Publikums waren gellende Pfeifkonzerte bei jedem Ausschuss. Prompt gingen drei seiner Abschläge ins Out. Der Belgier wirke auch in anderen Szenen verunsichert.

Auch Harry Gartler und sein Team spielen mit

Auf der Seite der Osttribüne hatte man den Eindruck eines ziemlich ramponierten Rasens, so als wäre kurz zuvor ein Traktor drüber gefahren. Und das stimmt auch, denn wie man in der Rapid-Viertelstunde am Freitag erfahren hat, wurde vor dem Spiel mit einem Rasentraktor Eisendünger aufgetragen. Die dort versprochene Wirkung einer satten Farbe wurde durch die deutlich sichtbaren Traktorspuren und sonstige Unebenheiten getrübt.

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Das Slapstick-Eigentor des belgischen Tormanns hatte seinen Grund wohl auch in einer unebenen Stelle im Rasen. In seinem Interview meinte der Belgier denn auch, dass das Stadion schöner wäre als sein Rasen.

Nach diesem Spieltag

In der UEFA-Wertung bedeuten die Siege von Rapid und Austria, dass Österreich in der Wertung Rumänien überholt hat und nunmehr am 16. Platz liegt.

14 25,063 Niederland
15 24,700 Griechenland
16 22,850 Österreich
17 21,950 Rumänien

Österreich hat auch für die kommenden Runden die besseren Chancen als Rumänien, weil wir 3 von ursprünglich 4 Teams im Bewerb haben und Rumänien nur 2 von 5. Die Austria hatte dabei ein wichtige Rolle, weil sie die Punkte in einem direkten Duell gegen eine rumänische Mannschaft geholt hat.

Die härtere Nuss, nämlich Griechenland, liegt aber noch 1,9 Punkte vor Österreich. Auch Griechenland hat mit 3 von 5 Teams eine geringere Punkteausbeute. Daher stehen die Chancen auch hier nicht schlecht, dass wir diesen Rückstand in dieser Gruppenphase im Kollektiv aufholen. Allerdings: leicht wird’s nicht, unsere Gegner sind eine harte Nuss, wie man schon bei den Salzburgern im Spiel gegen Krasnodar gesehen hat.

Grober Spaß

Die Choreographie zeigte uns das Smiley oder Emoticon „grober Spaß“ gemeinsam mit dem Banner „Fresst sie heut mit Haut und Haar“.

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Dieses Emoticon gibt es schon seit einigen Jahren. Man kann es als Pin bei den Ultras kaufen. Link. Es gab auch ein Fußballturnier der Tornados (Link1) mit diesem Titel. Auch eine Choreografie in Graz verwendete dieses Sujet. Link. Für was genau es steht, darüber können wir Außenstehende nur mutmaßen. Es ist jedenfalls ein Logo der Ultras.

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Im Internet steht es oft auch als Synonym für eine Lebensart. Beispielsweise wird es mit folgendem Spruch gemeinsam genannt: „Wer kämpft, kann verlieren; wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Passt zum Fußball.

Kleiner Wermutstropfen bei der Choreografie: Bei der Sitzplatz-Anordnung in internationalen Spielen unterbrechen die Aufgänge das Bild.

Der Block-West zeigte sich bei diesem Spiel sehr diszipliniert. Keine problematischen Transparente und keinerlei Fackeln!

Rapid wird kälter

An diesen Sager von Zoki Barisic werde ich in Zukunft hier immer wieder verweisen, wenn die neuen Strukturen von Rapid sich bis zum einfachen Stadionbesucher auswirken. Unter dem Motto „Neue Besen kehren gut“ wurde ich bei diesem Spiel mit den verschiedensten Argumenten zunächst beim Betreten des Stadions mit meiner Kamera gehindert.

Ich besuche seit etwa 16 Jahren Fußballspiele; immer mit einer Kamera. Und es kommt fallweise zu Konflikten mit den Sicherheitsbeauftragten. Zum Beispiel gab es in der Ära „Securitas“ (bis 2013), als noch die Gemeinde Wien der Eigentümer des damaligen Hanappi-Stadions war, nie irgend ein Problem. Ich konnte sogar mehrere Objektive mitnehmen.

Dann kam die Phase, dass Rapid Eigentümer des Stadions wurde und man hat bei Rapid eine andere Sicherheitsfirma beauftragt und gleich war ich auch schon mit der Kamera ausgesperrt. Auf meine Bitte hin hat mir Clemens Pieber eine Bestätigung ausgestellt, dass ich mit der Kamera ins Stadion darf. Einige Male habe ich sie in den letzten drei Jahren verwenden müssen.

Im neuen Stadion gab es bisher keinerlei Problem beim Eintritt. Und es ist immerhin schon das fünfte Heimspiel.

An diesem Donnerstag war alles anders. etwa 20 Minuten wurde ich am Eingang aufgehalten und es wurden immer irgendwelche Regeln zitiert, die aber nirgendwo stehen. Eine Dame meinte, die Kamera wäre zu groß und hat sie auch abgemessen und die Maße weitergeleitet. Mein Hinweis auf die beim Eingang abgedruckte Liste der verbotenen Gegenstände, half auch nichts. Auf dieser Liste ist nämlich keine Kamera abgebildet. Mein Hinweis, dass der ÖFB explizit die Verwendung funktionsfähiger Fotoapparate, Film- und Videokameras erlaubt (Link zum entsprechenden Dokument) war auch nicht zielführend, denn hier wäre ja nicht der ÖFB. Auch wieder richtig. Man verwies darauf, dass es eben jetzt neue Regeln gebe. Mein Hinweis, dass man das aber zuerst kommunizieren muss, landete natürlich bei der falschen Adresse, denn dafür konnten die anwesenden Securities nichts.

Für solche hartnäckigen Fälle habe ich immer den „Joker“ in der Tasche, nämlich die oben erwähnte Bestätigung von Clemens Pieber. Das war bisher immer das „Sesam-öffne-Dich“. Aber diesmal hatte ich auch damit Pech, denn auf dem Schriftstück steht kein Datum und daher wäre es ungültig. Auch wieder so eine spontan erfundene Regel.

Jetzt folgte noch ein alles entscheidender Anruf beim „Stadiongott“ und dann folgte der Gnadenakt. Ich durfte mit der Kamera ins Stadion, aber mit der Auflage, dass ich beim nächsten Mal das Schriftstück in einer aktualisierten Form vorweisen müsste. Ich habe versprochen, das nachzubringen, das Verfahren läuft. Es genügt nämlich nicht mehr, dass Clemens ein aktuelles Datum und seine Unterschrift darunter setzt. Diese Kompetenzen liegen jetzt bei Harry Gartler. Wie das ausgeht, werde ich berichten.

Besuch

Die vorjährige EuropaLeague-Saison schaffte es mit den Besucherzahlen noch auf ca. 35.000 Zuschauer pro Spiel aber die Attraktivität der Gruppe mit Bilbao, Genk und Sassuolo reichte gerade einmal für 21.000 Zuschauer.

Auf der VIP-Tribüne herrscht eine gewisse Ratlosigkeit ob der Leere.

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Bei der ersten Auswanderung von Hütteldorf ins Happel während des Baus der Überdachung versuchte man die Leere der Ränge im dritten Rang des Sektors E mit einem riesigen Transparent zu kaschieren. Das erlebt jetzt auf der West-Tribüne eine Neuauflage.

Nun, 1080,- Euro für ein Dreier-Abo für die drei Heimspiele in der Europa-League auf der Ebene 2 sind ein stolzer Preis und damit dringt Rapid in Höhen vor, die in unserer Stadt nicht so dicht mit Fußballfans besetzt sind. Auf der Osttribüne in unserer unmittelbaren Umgebung sitzen viele, die sich auch diese Karten leisten könnten aber dennoch die Osttribüne der stimmungslosen West vorziehen.

Ob man sich diese Leere auf Dauer leisten kann? So schnell werden ja Ronaldo & Co. nicht als Kassenmagnet in Wien auftauchen.

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